Offen oder teilgebunden oder gar nicht?

AfD kritisiert fehlende Alternativen bei der geplanten Einführung der Ganztagsschule in Amelinghausen

Im Rathaus von Amelinghausen wird gegenwärtig heftig über die Einführung einer Ganztagsschule gestritten. Foto: LGheuteAmelinghausen, 21.03.2018 - Der Streit um die Einführung einer teilgebundenen Ganztagsschule in Amelinghausen geht in die nächste Runde. Die AfD-Fraktion der Samtgemeinde fordert erneut ein Umdenken im Rathaus Amelinghausen und ein Einlenken von Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch. Die AfD kritisiert, dass von der ursprünglich gesetzten Mindestzustimmung von 80 Prozent der befragten Eltern für diese Schulform abgewichen wird, den Eltern zudem keine alternativen Schulformen angeboten worden seien. Mit einem Änderungsantrag will die Fraktion nun erreichen, dass im Schulausschuss am 5. April die Einführung einer offenen Ganztagsschule geprüft wird.

"Die Bürgermeisterin der Samtgemeinde wie auch der Samtgemeinderat müssen einsehen, dass es in der Elternschaft keine Mehrheit für die Einrichtung einer teilgebundenen Ganztagsschule gibt. Daher gilt es jetzt, den Änderungsantrag der AfD-Fraktion zu einer offenen Ganztagsschule offen zu diskutieren und zu prüfen. Ein "weiter so" führt nur zu weiterem Unzufriedenheit, Streit und zur Spaltung der Elternschaft in der Samtgemeinde, insbesondere bei den Eltern der Amelinghausener Grundschüler", sagt der Vorsitzende der AfD-Fraktion der Samtgemeinde, Rüdiger Löper.

Löper bemängelt, dass es bei der Befragung der Eltern nur die Wahl zwischen einer teilgebundenen oder gar keinen Ganztagsschule gegeben habe. Andere Varianten seien nicht zur Abstimmung gestellt worden, obwohl in dem Ganztagsschulerlass des Landes Niedersachsen klar zum Ausdruck komme, dass dem Elternwillen Rechnung zu tragen sei. "Dieses ist jedoch nicht möglich, wenn nicht alle Varianten der Ganztagsschule zur Abstimmung stehen. Die Beschränkung durch diese Art von Vorauswahl macht die Befragung wertlos", sagt Löper.

Dass offene Ganztagsschulen beliebter als teilgebundene seien, ergibt sich laut Löper auch daraus, dass von den 57 Grundschulen, die 2016/2017 in Niedersachsen eingeführt wurden, sich 53 Schulen für die offene und lediglich vier für die teilgebundene Schulform ausgesprochen hätten.

Auch die "oberflächliche" und "provisorische" Ausbildung der pädagogischen Mitarbeiter für die nachmittägliche Betreuung per Volkshochschulkurs würde die Bedenken derjenigen Eltern bestärken, die diese Herangehensweise als "unzureichend" betrachten. Hinzu komme, dass ein starres Schulsystem nicht mit der Flexibilität harmoniere, die heutzutage in der Gesellschaft und im Berufsleben eingefordert werde. Auch außerschulische Freizeitangebote könnten dann nicht mehr angenommen werden.

"Nur das offene Konzept gewährleistet die unabdingbare Möglichkeit der Eltern, sich für Fremd- oder Selbstbetreuung ihrer Kinder im Grundschulalter zu entscheiden", erklärt der AfD-Politiker. Weil bei einer offenen Ganztagsschule auch weniger Personal benötigt werde, reduzierten sich auch die Personalkosten, "ohne die Berechtigung auf Zuteilung von Fördermitteln zu verlieren". Dies war wie berichtet von Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch als wichtiger Grund für die Einführung der teilgebundenen Ganztagsschule genannt worden.

 

 

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