Neubau des Gymnasiums dünstet Stoffe aus – Schüler klagen über Kopfschmerz und Schwindelgefühl  

In einem Neubau des Johanneums führen Ausdünstungen zu gesundheitlichen Problemen bei Schülern. Foto: LGheuteLüneburg, 01.11.2018 - Erhöhte Werte von CO2 und anderen kohlenstoffhaltigen Substanzen im Neubau des Johanneums beschäftigen die städtische Verwaltung sowie Lehrer und Eltern der Schule. In dem Neubau, in dem seit August 2017 die fünften bis siebten Klassen untergebracht sind, hatte die Hansestadt im Mai erstmals Raumluftmessungen vorgenommen. Anlass dafür war, dass einige Schüler über Schwindel geklagt hatten. Die Messungen ergaben zunächst erhöhte CO2-Werte.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sei dies nicht ungewöhnlich für intensiv genutzte Räume wie Klassenräume. Deshalb habe man zunächst gemeinsam mit der Schule verabredet, dem Problem durch verstärktes Lüften in den Pausen und in der Mitte der Unterrichtsstunde zu begegnen.

Parallel schaltete die Stadt das Bremer Umweltinstitut (BUI) für Messungen zu weiteren Substanzen ein. "Wir wollten hier von Anfang an sichergehen, dass wir dem Problem vollständig auf den Grund gehen", erklärt Stadtbaurätin Heike Gundermann. Bei den Messreihen stellten die Experten aus Bremen erhöhte Werte von VOC fest, flüchtigen organischen, also kohlenstoffhaltigen, Verbindungen, die klassischerweise aus Baumaterialien wie Fußböden oder Wandfarben diffundierten. VOC träten daher generell in Neubauten auf, würden aber in der Regel mit der Zeit immer weniger. Auf Anraten des Umweltinstituts wurde die Lüftung in den betroffenen Räumen erneut intensiviert.

Nachdem eine erneute Messung im Herbst zeigte, dass die Maßnahme nicht in allen Räumen zu den erwünschten Ergebnissen geführt hatte, beschlossen Bremer Umweltinstitut, Verwaltung und Schule nach gemeinsamen Beratungen den Austausch von Fenstern in den betroffenen Räumen, um künftig mehr Fenster öffnen zu können. Gundermann fasst den weiteren Zeitplan zusammen: "Wir bereiten die Ausschreibung für den Auftrag zum Umbau der Fenster gerade vor und werden die Maßnahme so schnell wie möglich umsetzen."

Sollte eine weitere Messung im Anschluss immer noch nicht die erwünschten Werte ergeben, werde als nächster Schritt der Einbau einer Belüftungsanlage im Zuge der Neubau-Erweiterung für den 13. Jahrgang in Erwägung gezogen. Bis Klarheit in der Sache bestehe, sind zwei Schulklassen, in denen Schüler über Beschwerden geklagt hatten, vorerst in den Altbau des Gymnasiums umgezogen.

"Wir verstehen, dass Eltern besorgt sind", sagt Gundermann. Die Stadtbaurätin betont aber auch: "Die Experten des Bremer Umweltinstituts sowie unsere Fachleute auf diesem Gebiet haben uns versichert, dass durch die Raumluftwerte keine akute Gesundheitsgefahr für die Kinder besteht."

Das Bremer Umweltinstitut, mit dem die Hansestadt Lüneburg seit vielen Jahren zusammenarbeitet, werde das abgesprochene Verfahren weiter begleiten und gemeinsam mit der Verwaltung die Schule und die Eltern über die Ergebnisse der Messungen informieren, erklärte Stadtverwaltung.