Metronom lässt Zug mit randalierenden Fans nicht abfahren

Zum ersten Mal ließ Metronom einen Zug wegen randalierender Fußballfans nicht abfahren. Foto: LGheuteUelzen, 03.03.2018 - Randalierende Fußballfans haben gestern für Beeinträchtigungen im Bahnverkehr gesorgt. Etwa 200 Fans wollten am Freitagnachmittag mit dem Metronom von Hamburg nach Bremen fahren. Dabei randalierten sie beim Einstieg in den metronom jedoch so stark, dass Metronom seine Ankündigung wahr machte und den Zug nicht abfahren ließ. Der Zug um 16.15 Uhr nach Bremen wurde geräumt und blieb in Hamburg stehen. Der Zugausfall sorgte auch für weitere Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.

"Im Zug gab es starke Randale und bereits großen Sachschaden. Andere Fahrgäste und unsere Mitarbeiter wurden mit massiver Gewalt bedroht. Die Situation war chaotisch und drohte, vollends außer Kontrolle zu geraten", erklärte Wilmut König, Leiter Fahrgastservice, die Situation. Zeitweise musste der gesamte Bahnsteig in Hamburg gesperrt werden. Auch den nächsten Zug um 17.15 Uhr verpassten die sogenannten Fans und mussten stattdessen die Heimreise nach Rostock antreten.

Durch den Ausfall der beiden Züge kam der gesamte Eisenbahnverkehr von und nach Hamburg für etwa zwei Stunden durcheinander, auch andere Züge hatten Verspätung.

Etwa 800 unbeteiligte Fahrgäste waren ebenfalls von den Maßnahmen betroffen und konnten erst verspätet abfahren. "Wir bitten alle friedlichen Fahrgäste um Entschuldigung und Verständnis für diese drastische, aber notwendige Maßnahme. Ihre und unsere Sicherheit steht immer an erster Stelle. Ein solches Verhalten von ein paar Chaoten können und dürfen wir nicht hinnehmen", sagte König und bat um Verständnis bei den anderen Fahrgästen. 

Mehrfach hatte das Uelzener Unternehmen in der Vergangenheit auf mögliche Konsequenzen für randalierende Fußballfans hingewiesen: "Wer sich nicht benehmen kann, sieht das Spiel nicht.“ Diese eindeutige Linie musste metronom gestern erstmals seit mehr als drei Jahren durchsetzen.

Eine konsequente Strategie der Gewaltfreiheit gehöre zu seinen Grundwerten, teilte das Unternehmen mit. So würden auch körperliche Übergriffe unabhängig von "Fußballzügen" nicht akzeptiert und konsequent verfolgt und zur Anzeige gebracht.

Auf mehr Vernunft bei den anreisenden Fans hofft das Unternehmen beim heutigen Spiel Mainz gegen Hamburg. "Wer das Spiel sehen möchte sollte wissen, dass er friedlich bleiben muss", heißt es in der gemeinsamen Strategie von Metronom und Polizei.

Metronom weist zudem darauf hin, dass auch für die An- und Abreise zu einem Fußballspiel das strikte Alkoholverbot während der Fahrt gilt.