Polizei und Ordnungskräfte gehen gegen massive Ruhestörungen am Stint vor

Mehr Kontrollen und Verbote: Die Stadt will das Wasserviertel für Anwohner und Geschäftsleute wieder verträglicher machen. Foto: Stadt Lüneburg Lüneburg, 11.06.2021 - Lärm, Müll, ausufernde Partys bis spät in die Nacht – den Anwohnern und Geschäftsleuten im Lüneburger Wasserviertel reicht's. Mit dem Lockern der Corona-Regeln wurde Lüneburgs Kneipen-Meile rund um den Alten Kran und die Kaufhausbrücke wieder zum Mega-Anziehungspunkt für junge Leute. Weil viele dabei aber jedes Maß vermissen ließen, will die Stadt jetzt hart durchgreifen. 

Es war eine Krisensitzung: Nach den massiven Beschwerden über die nächtlichen Ruhestörungen an den vergangegen Wochenende hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge Anwohner und Geschäftsleute am Mittwoch zu einem Gespräch ins Heinrich-Heine-Haus eingeladen. Mit am Tisch unter anderem Polizeichef Roland Brauer und Kreisrat Jürgen Krumböhmer.

Alle waren sich einig: Es gebe einen regelrechten Party-Tourismus junger und sehr junger Leute aus der weiteren Umgebung, aus Hamburg, Uelzen und anderswo – das Areal auf der Kaufhausbrücke gilt als angesagter Hotspot, "das Benehmen wird dabei viel zu oft zuhause gelassen", wie die Stadt erklärte. Die Anlieger baten eindringlich um Hilfe und waren dankbar, dass ihnen zugehört wurde, berichtet die Stadtverwaltung aus dem Treffen.

Festgezurrt wurden nach dem Gespräch einige Regeln, die helfen sollen, das Nachtleben in ein ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Die wichtigsten Instrumente:

  • eine Allgemeinverfügung der Hansestadt Lüneburg mit drastischen Bußgeldern bei Verstößen (siehe beigefügte pdf),
  • sichtbare Präsenz ordnender Kräfte von Polizei, Ordnungsbereich und einem eigens engagierten Sicherheitsdienst,
  • Jugendschutzkontrollen

Doch dabei allein will es die Stadt nicht belassen. Ihre Botschaft: "Wer sich nicht an den Regeln hält, soll merken, dass Lüneburg auch alles andere als gemütlich sein kann." Es lohne sich nicht nach Lüneburg anzureisen – "die Art von 'Spaß', die anderen Menschen Schlaf, Gesundheit und Sicherheitsgefühl raubt, ist vorbei."

Hier die Regeln, die künftig vorerst freitags und samstags ab 20 Uhr gelten – die entsprechende Allgemeinverfügung ist heute im Laufe des Tages  zunächst online bekannt gemacht worden, eine gedruckte Bekanntmachung soll folgen:

  • Verbot Alkohol zu trinken oder mitzuführen
  • Verbot von Gläsern, Glasflaschen und Glasbehältnissen
  • nach 22 Uhr außerdem: Verbot technische Anlagen zu nutzen, um Musik abzuspielen.

Betroffen von den Regeln sind diese Bereiche:

  • Salzstraße am Wasser ab Ecke Baumstraße/Treidelweg über Am Stintmarkt bis zur Querung zwischen Ilmenau- und Rosenstraße
  • Auf dem Kauf (gesamte Straße)
  • Lüner Straße ab Ecke Auf dem Kauf bis hinunter zur Lünertorstraße Ecke Am Werder
  • Am Fischmarkt
  • Die genaue Beschreibung ist in der Allgemeinverfügung enthalten.

Weitere Regelungen:

  • Die Zufahrt für Autos in das Wasserviertel ist nur noch für Anlieger gestattet.

    Auch ist die Fahrbahn der Stintbrücke freizuhalten, da die Fahrbahnen laut Straßenverkehrsordnung generell kein Aufenthaltsort sind. "Auch dieses wird kontrolliert werden", kündigte die Stadtverwaltung an.



Polizei und Verwaltung behalten sich vor die Regeln anzupassen bzw. den Geltungsbereich der Allgemeinverfügung auszudehnen.