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Wetterlage bringt seltene Fracht nach Deutschland

Deutlich hebt sich die feine Staubschicht von den noch weißen Schneeflächen ab. Foto: Achim GründelRadbruch, 23.02.2021 - Erst eisige Kälte und Schnee, jetzt warme Winde mit Saharastaub – vor allem Norddeutschland wurde von diesem Wechselspiel in den vergangenen Tagen erfasst. Einen genauen Blick auf das, was da in seinem noch schneebedeckten Garten gelandet ist, hat der Radbrucher Achim Gründel geworfen. Aus etwa 300 Millilitern hat er nach dem Auftauen rund 2,5 Gramm Staub und Sand gefiltert.

"Ob der Sand auch aus der Sahara kommt, vermag ich nicht eindeutig zu sagen. Die feinen bräunlichen Pigmente scheinen aber von dort zu kommen", sagt Gründel. Damit dürfte er vermutlich richtig liegen, denn auch der Deutsche Wetterdienst hat über den Staub bereits berichtet. Der hat sich bereits am Samstag von Marokko über Tunesien aus auf den Weg übers Mittelmeer gemacht. Nach Frankreich hat er gestern Morgen den Westen Deutschlands erreicht – und nun offenkundig auch Radbruch.

"Um die flachen Radbrucher Binnendünen – etwa am Donnerloh – aus der letzten Phase der Eiszeit nennenswert zu erhöhen, bedarf es jedoch noch einiger Fracht aus der Wüste", meint augenzwinkernd Achim Gründel. Bis dahin sind farbintensive Sonnenuntergänge zu genießen. Für Menschen mit Atemwegserkrankungen aber kann die staubgeschwängerte Luft mitunter problematisch werden. 

Gar nicht so fein: die Staubpartikel aus der Sahara. Foto: Achim Gründel