Sondersitzung des Umweltausschusses soll Klarheit über Schadstoffbelastungen in Alt Garge bringen

Bleckede, 14.01.2013 - Mit einer Sondersitzung des Umweltausschusses wollen die Grünen im Stadtrat von Bleckede mehr Transparenz in die Vorgänge und Hintergründe um die schadstoffbelasteten Bodenfunde beim Deichbau in Alt Garge bringen. "Wir müssen endlich Klarheit bekommen, welches Ausmaß der Bodenbelastung im Raum Alt Garge überhaupt gegeben ist", fordert Heiko Borgert von der Ratsfraktion der Bleckeder Grünen.

Beim Deichbau in Alt Garge wurden Ende des vergangenen Jahres bei Bodenuntersuchungen im Bereich des zweiten Bauabschnittes erhöhte Schadstoffwerte festgestellt. Medienberichten zufolge soll dabei auch hochgiftiges Arsen festgestellt worden sein mit Werten deutlich oberhalb des zulässigen Grenzwerts. Zwar gibt es über den genauen Ursprung bislang nur Vermutungen, doch spricht vieles dafür, dass es aus den Verbrennungsprozessen des ehemaligen Kohlekraftwerkes Ost-Hannover stammt, das von von 1946 bis 1974 von den Hamburgischen Electricitäts-Werken (HEW), heute Vattenfall, in Alt Garge betrieben wurde.

"Das Kraftwerk ist längst abgerissen, doch die Hinterlassenschaften im Boden werfen nun nach Jahrzehnten immer mehr Fragen auf und verunsichern nicht nur die Bevölkerung in Alt Garge", teilte Borgert mit. Er geht davon aus, dass große Mengen des belasteten Bodens von der Deichbaustelle abtransportiert werden müssen.

Für die Fraktion der Grünen im Bleckeder Stadtrat ist dieses Grund genug, eine öffentliche Sondersitzung des Umweltausschusses einzurufen. Dabei solle geklärt werden, ob die bisherigen Untersuchungen und Gutachten ausreichend waren. Zu der Sitzung sollen auch "alle relevanten Institutionen eingeladen werden", sagte Borgert.

Die Bodenbelastungen in Alt Garge sind den zuständigen Behörden seit längerem bekannt. Bereits nach Abriss der Kraftwerks Ende der 1980er Jahre wurden 1995 Nachuntersuchungen vorgenommen. Dabei wurde die Altlast mit einem Wert von 93 von 100 möglichen Punkten im Altlastenkataster des Landes eingestuft.

Nachdem der Wert 2011 plötzlich deutlich herabgestuft wurde, hakten die Grünen im Landtag von Hannover nach und wollten die Gründe dafür wissen. Zeitzeugen zufolge war die Flugasche aus dem Kohlekraftwerk zur Ablagerung in Polder gespült und im Folgenden dann für die Herstellung von Baustoffen verwendet worden. "Die Flugaschen wurden später einer Verwertung in einem benachbarten Porenbetonsteinwerk zugeführt und zu diesem Zweck wieder entnommen", war die Antwort der Landesregierung auf die Anfrage der Grünen. Und sie kam zu dem Schluss: "Hinweise auf ein besonderes Gefährdungspotential liegen nicht vor."

"Über diese Einschätzung freuten sich damals alle Beteiligten, weil sie gewissermaßen Entwarnung gab. Wenn nun aber heute im zweiten Deichbauabschnitt möglicherweise erhebliche Mengen des schadstoffbelasteten Bodens zur Entsorgung abtransportiert werden müssen, stellt sich die Frage, ob damals hinreichend genau in der gesamten Fläche untersucht worden ist oder nur punktuell", so Borgert. Er sieht daher auch gleich mehrere Problembereiche, über die im Umweltausschuss gesprochen werden müsse.

 

 

Kommentare  

# Lüneburger 2013-01-15 21:09
Ist ja klar,es stehen ja auch Wahlen vor der Tür.Aber danach ist erstmal wieder alles vergessen,so wie man es kennt.
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