Polizei schließt rechtsextremistischen Hintergrund bei Beschädigungen auf Bleckeder Judenfriedhof aus

Lüneburg, 22.04.2016 - Die massiven Sachbeschädigungen auf dem Bleckeder Judenfriedhof scheinen aufgeklärt. Entgegen weit verbreiteter Vermutung hat die Tat keinen rechtsextremistischen Hintergrund. Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, sind die Grabsteine von einer sechsköpfigen Gruppe Kinder und Jugendlicher umgeworfen worden. Drei Jugendliche, ein 15-jähriges Mädchen und zwei Jungen im Alter von 14 und 15 Jahren, zeigen sich für die Schäden verantwortlich; stillschweigende Zuschauer waren drei weitere Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren.

Insgesamt elf Grabsteine waren zwischen dem 17. und 19. März von zunächst unbekannten Tätern umgeworfen worden, der Sachschaden wurde auf mehrere Tausend Euro beziffert. Das Lüneburger Staatsschutzkommissariat übernahm die Ermittlungen, denn nicht wenige vermuteten, dass die Tat einen rechtsextremistischen Hintergrund hatte.

Das reumütige Sextett hatte sich zunächst einer Lehrerin anvertraut und eingestanden, am Nachmittag des 18. März auf dem Friedhof gewesen zu sein. Die Sachbearbeiter des Fachkommissariates für Staatsschutz ermittelten trotzdem weiter mit professioneller Sorgfalt.

Mittlerweile kann ein rechtsextremistischer Hintergrund komplett ausgeschlossen werden, teilte die Polizei heute mit. Die Kinder und Jugendlichen hätten sich aber "zweifelsohne gedankenlos verhalten".