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Können Sie's besser, Herr Pietruck?

LGheute-Serie zu den Herausforderern von Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch – Teil 4

Patrick Pietruck. Foto: privatLüneburg, 14.08.2026 - Seit fast fünf Jahren ist Claudia Kalisch im Amt. Politik und Amtsführung der Grünen Oberbürgermeisterin von Lüneburg sind den meisten hinlänglich bekannt, auch ihre nicht selten umstrittenen Ergebnisse. Am 13. September will sie wiedergewählt werden. Doch sie hat Herausforderer, sieben an der Zahl. Was aber haben die Lüneburger von ihnen zu erwarten? Und: Können sie es auch besser als die Amtsinhaberin? Das ist das Thema dieser sechsteiligen Serie, die heute mit Patrick Pietruck (CDU) in die nächste Runde geht.

Sieben Kandidaten treten gegen Amtsinhaberin Claudia Kalisch an, die zwar Grüne ist, dies bei der Wahl aber lieber unerwähnt lassen möchte. In alphabetischer Reihenfolge sind dies: Mats Dedow (Die Partei), Heiko Meyer (parteilos), Michèl Pauly (Volt), Thorben Peters (Die Linke), Patrick Pietruck (CDU), Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Frank Soldan (FDP). Sie antworten sie auf die Frage "Können Sie's besser?". Einzige Vorgabe: nicht mehr als 300 Wörter.

Auf eine Anfrage bei Mats Dedow von der Partei "Die Partei" hat die Redaktion verzichtet, sie hat ihr Programm mit ihrem Wahlplakat "Fickt Euch doch alle!" hinreichend beschrieben. 

◼︎ Hier die Antwort von Patrick Pietruck

Ja, ich bin überzeugt: Lüneburg kann besser geführt werden.

Ich trete nicht an, um die Stadt schlechtzureden. Lüneburg ist stark: mit einer wunderschönen Altstadt, einer guten Universität, engagierten Unternehmen, Vereinen, Ehrenamt und vielen Menschen, die diese Stadt lieben. Aber an zu vielen Stellen bleibt Lüneburg unter seinen Möglichkeiten.

Der Unterschied zur Amtsinhaberin liegt für mich vor allem in Führung, Tempo und Umsetzung. Unsere Stadt braucht weniger Ankündigungen und mehr Entscheidungen. Eine Verwaltung muss Bürgern, Vereinen und Unternehmen helfen, statt sie durch komplizierte Verfahren auszubremsen. Bauanträge, Genehmigungen und Anliegen müssen schneller, digitaler und verlässlicher bearbeitet werden.

Ich komme aus der Praxis. Ich habe in Lüneburg studiert, gegründet und ein Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitenden aufgebaut. Ich weiß, was Verantwortung bedeutet: zuhören, entscheiden, Kosten im Blick behalten und trotzdem nach vorne investieren.

Lüneburg braucht eine stärkere Wirtschaft. Nicht als Selbstzweck, sondern weil Arbeitsplätze, Gewerbesteuer und Investitionen die Grundlage dafür sind, dass wir uns gute Kitas, Schulen, Kultur, Sport, Sicherheit und soziale Angebote dauerhaft leisten können.

Auch bei Wohnen, Innenstadt, Sauberkeit, Sicherheit und Mobilität müssen wir konkreter werden. Mehr bezahlbarer Wohnraum, eine lebendigere Innenstadt mit Kultur und Tourismus, mehr Ordnung im öffentlichen Raum und Mobilität ohne ideologische Scheuklappen: Auto, Bus, Rad und Fußverkehr müssen zusammen gedacht werden.

Ich will Oberbürgermeister werden, weil ich Lüneburg verändern möchte. Pragmatisch, klar und mit Respekt vor dem, was diese Stadt besonders macht.

Nicht verwalten. Verändern.

Lüneburg kann mehr.

Seit dem 2. August gilt gemäß § 50 der KI-Verordnung der Europäischen Union eine Kennzeichnungspflicht für bestimmte KI-unterstützte Texte. Für seinen Text macht Patrick Pietruck dazu folgende Angabe: "Jeder meiner Texte wird über eine KI korrigiert. Dennoch ist der Text nicht einer KI entsprungen."

◼︎ In der Serie bisher erschienen

 

 

 

Kommentare  
Herrn Pietruck scheint entgangen zu sein, dass er sich um ein kommunales Verwaltungsamt bewirbt, aber nicht für einen Posten im Aufsichtsrat von VW oder Rheinmetall.

Ein gelegentlicher Blick ins Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) kann auch für OB-Prätendenten lehrreich sein. Paragraph 85, Absatz 1, Saz 2 bestimmt:

"Die Hauptverwaltungsbeamtin oder der Hauptverwaltungsbeamte führt die Beschlüsse der Vertretung und des Hauptausschusses aus und erfüllt die Aufgaben, die ihr oder ihm vom Hauptausschuss übertragen worden sind."

"Führung, Tempo und Umsetzung" plus "weniger Ankündigungen und mehr Entscheidungen"? Sowas lässt sich einfach in die Tasten tippen. In den letzten 80 Jahren gab es keinen OB-Kandidaten, Frau oder Mann, die oder der sich nicht genau das vorgenommen hatte. Am Ende kam immer nur das raus, was in Übereistimmung mit Hauptausschuss und Vertretung "umgesetzt" werden konnte, in der Regel anderes und weniger (selten mehr) als das, was eine oder einer "umgesetzt" haben wollte.

"Verantwortung bedeutet: zuhören, entscheiden, Kosten im Blick behalten und trotzdem nach vorne investieren"?

Heißt Verantwortung als OB nicht vor allem, die Umsetzung von Ratsbeschlüssen, die gesetzesadäquate Verwaltung des Haushalts sowie die empathische Dienstaufsicht über alle Beschäftigten der Kommune?

Herr Pietruck "will Oberbürgermeister werden, weil er Lüneburg verändern möchte". Sein Wille allein wird nicht reichen. Davor stehen die Wähler. Und darüber, was an Lüneburg er allenfalls "verändern" darf und wie im Einzelnen er das auszuführen hat, entscheiden Ratsmehrheiten.

"Nicht einsam verändern. Gemeinsam gestalten!", muss die Maxime lauten. Wer sich daran nicht hält, wird scheitern.
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