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26.02.2021 - Das hat nicht lange auf sich warten lassen: Noch sind Monika Scherf (CDU) und Claudia Kalisch (Grüne) von ihren Parteien, für die sie sich als Oberbürgermeisterkandidatinnen aufstellen lassen wollen, noch nicht einmal nominiert, treten sie schon gegeneinander an. Unerwartet kommt das nicht. Schließlich war der (Wahl-)Kampf ums Oberbürgermeisteramt in dem Augenblick eingeläutet, als sie auf die Bühne gehoben wurden. Doch es waren nicht sie, die da heute um politisches Profil gerungen haben. 

Weder Scherf noch Kalisch hatten zu der Frage, ob und wieviel E-Busse künftig über den Sande rollen sollen, wirklich Tiefgründiges vorzutragen. Bis auf die üblichen Allgemeinplätze war nichts zu vernehmen, was man ihnen nicht auch blind in den Mund hätte legen können. Selbst Heiko Meyer, ebenfalls OB-Anwärter und erklärter Freund des Lüneburger Einzelhandels, will den inzwischen politisch aufgeheizten Platz abgasärmer machen und für mehr Lebensfreude sorgen. Wer will da noch Nein sagen? Auch Pia Steinrücke, zwar parteilos, aber von der SPD schon als Wunsch-OB gekürt, wird es sich überlegen, hier gegen den Strom schwimmen zu wollen.

Scherf und Kalisch aber müssen aufpassen, sich nicht zu sehr vor den jeweiligen Parteikarren spannen zu lassen. Das aber haben CDU und Grüne gerade gemacht. Bei einem rein parteipolitischen Anliegen wie der Frage, wann welches Thema in welchem Gremium zu behandeln ist, haben beide Parteien vermeintlich leichte Beute gewittert und ihre Kandidatinnen auflaufen lassen – zu verlockend die Aussicht, hier Punkte machen zu können. 

Doch Vorsicht. Wer OB werden will, schafft dies nur mit Stimmen aus vielen Lagern. Und mit einem Profil, das über das übliche Parteiengezänk hinausreicht. Heiko Meyer und Pia Steinrücke sollten das im Blick behalten.

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Der Sand als Wohlfühloase