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Risikoanalyse zu möglichen weiteren Kosten gefordert - Erneut Verzögerungen durch fehlenden Finanzierungsplan möglich

Hannover, 21.10.2013 - Der Druck auf die Leuphana Universität Lüneburg wegen der Kostensteigerungen beim Bau ihres neuen Zentralgebäudes nimmt zu. Heute hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die Universität aufgefordert, Unterlagen vorzulegen, die einen Vergleich zwischen den bereits entstandenen Kosten und den vorgelegten Mehrkosten sowie noch möglicher Risiken zuließen. Auslöser ist der Niedersächsische Landesrechnungshof (LRH), der jetzt eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zum neuen Zentralgebäude erwartet. "Das ist nicht nur nachvollziehbar, sondern sinnvoll", sagte die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic heute in Hannover.

Wie berichtet, hatte die Universität dem Wissenschaftsministerium mitgeteilt, dass sich die vorläufigen Baukosten von ursprünglich 57,7 auf 76 Millionen Euro erhöht hätten. "Da bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt eine solche erhebliche Kostensteigerung angemeldet wurde und es hier immerhin um Steuergelder geht, ist es unumgänglich, ein Höchstmaß an Transparenz bei der Kostenentwicklung einzufordern", sagte die Wissenschaftsministerin. Die Universität wurde deswegen auch aufgefordert, der Oberfinanzdirektion eine Risikoanalyse zu möglichen weiteren Kosten vorzulegen.

Verstimmung macht sich in Hannover inzwischen aber auch wegen des von der Leuphana immer noch nicht eingereichten Finanzierungsplans breit. Dieser war bereits Ende September erwartet worden. Das Ministerium bezeichnet diesen Umstand nicht nur als "misslich", sondern wies auch auf die sich daraus für die Leuphana möglicherweise ergebenden Konsequenzen hin: "Dadurch wird es unwahrscheinlich, dass sich der Haushaltsausschuss des Landes noch in diesem Jahr mit den Zahlen befassen könne", hieß es in Hannover. Das, so das Ministerium weiter, habe die Universität zu verantworten.

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