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Staatskanzlei in Hannover sendet Ostergruß nach Ostern

Ministerpräsident Stephan Weil. Foto: Niedersächsische Staatskanzlei/Holger HollemannHannover, 20.04.2022 - "Frohe und friedliche Ostern und allen Menschen christlichen Glaubens ein gesegnetes Osterfest", das wünscht Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) allen Niedersächsinnen und Niedersachsen. Doch dieser Gruß dürfte von vielen Christen eher Irritationen bis Verärgerung ausgelöst haben, schließlich wurde er erst gestern, einen Tag nach Ostern, ausgesprochen.

Warum der Gruß des Ministerpräsidenten zum Osterfest erst jetzt kam, wollte LGheute von der Staatskanzlei wissen und hakte dort nach. Die Antwort: "Das Internet-Postfach wird von mehreren Personen bearbeitet, daher ist im Moment nicht nachzuvollziehen, warum die Pressemitteilung des Ministerpräsidenten auf diesem Wege verschickt wurde und dann auch noch so spät."

Deutlich mehr Wert auf Pünktlichkeit und Sensibilität in Glaubensfragen wurde seitens der Staatskanzlei hingegen bei dem Gruß des Ministerpräsidenten zum jüdischen Pessachfest sowie zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan gelegt. Hier kamen die Grüße rechtzeitig vor dem jeweiligen Ereignis (LGheute berichtete).  

Immerhin dürfen sich die Christen glücklich schätzen, dass sie in diesem Jahr zwar verpätet, aber überhaupt noch von der Landesregierung wahrgenommen wurden. Denn während Weil am 27. März 2021 Grüße zum Pessachfest und am 13. April 2021 allen Mulimen Gesundheit und Zuversicht zum beginnenden Fastenmonat aussandte, gingen die Christen zum Osterfest komplett leer aus. Wenige Tage vor Ostern gab es lediglich diese Nachricht: "Bitte alle Kontakte über Ostern herunterfahren und die Welle brechen!"

2020 gab es ohnehin nur einen einzigen Gruß, den richteten Weil und seine Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf (SPD) lediglich an die Muslime in Niedersachsen. Bei der Staatskanzlei scheint das bis heute nicht aufgefallen zu sein. Dort gab es zur Antwort auf die ausgebliebenen Grüße: "In den Vorjahren wurde dies – unseres Wissens nach – nicht so gehandhabt." Wurde aber, wie ein Blick auf das Online-Nachrichtenportal der Landesregierung offenbart.