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Hannover, 11.07.2012 - Die Grünen im Landtag fordern eine bessere Koordination im Einsatz gegen den Eichenprozessionsspinner durch das Land Niedersachsen. Miriam Staudte, regionale Abgeordnete der Grünen, kritisiert, dass die betroffenen Landkreise insbesondere Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen mit dem Problem allein gelassen werden.

Staudte hält ein interdisziplinäres Vorgehen wie in den Niederlanden für notwendig: "Wir brauchen  eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Land- und Forstwirtschaftsministeriums, des Umweltministeriums und des Sozial- und Gesundheitsministeriums sowie der zugehörigen Fachbehörden und betroffenen Kommunen, um planvoll vorgehen zu können."

Wie berichtet, sind die behaarten Raupen des Eichenprozessionsspinners seit Mai vermehrt auf Eichen unterwegs, ihre Gespinstnester in Baumkronen und an Stämmen sind im gesamten Landkreis Lüneburg zu finden. Eine Berührung mit den Tieren und ihren Nestern sollte unbedingt vermieden werden, warnt der Landkreis, da die Brennhaare der rund vier Zentimeter langen Raupen für Mensch und Tier gefährlich werden können. Ihr Gift löst auf der Haut Entzündungsreaktionen mit roten Quaddeln und starkem Juckreiz, in Einzelfällen auch Atemwegsbeschwerden aus.

Staudte begrüßt Initiativen wie im Landkreis Lüneburg, wo in örtlichen Versammlungen Bürger informiert werden und das Absammeln der Raupennester koordiniert wird, um die Kosten zu minimieren und die Wirksamkeit der Arbeiten sicherzustellen. Falls im nächsten Frühjahr der Bekämpfungsmittel-Einsatz durch die Luft stattfinden sollte, müsse dies durch Handreichungen des Landes so umweltschonend wie möglich und  rechtssicher geregelt werden. "Der unkoordinierte Einsatz von Chemie muss vermieden werden", fordert die Grünen-Politikerin.

Die Phase der Verpuppung müsse das Land nun nutzen, um sich einen Überblick über das  Ausmaß der Befallsgebiete zu machen, auch um die Ausbreitungsbewegung in bisher unbetroffene Gebiete zu prognostizieren. "Es ist Aufgabe des Landes, die flächendeckende Ausbreitung zu verhindern und den Einsatz mit benachbarten Bundesländern zu koordinieren."