Drucken

Land sieht sich im bundesweiten Pandemie-Vergleich gut aufgestellt

Hannover, 02.01.2022 - Seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben sich 440.376 Menschen mit dem Corona-Virus in Niedersachsen infiziert. 6.814 Menschen sind an den Folgen des Virus verstorben, 4045 allein in 2021. Zum Ende des zweiten Corona-Jahres zog das Gesundheitsministerium in Hannover eine "nüchterne, aber im Vergleich zu anderen Ländern doch unterm Strich positive Bilanz", wie es hieß. Zugleich wird mit kritischem Blick auf den Anstieg der Infizierungen durch die Omikron-Variante geblickt.

Niedersachsen weist die zweit-niedrigste Inzidenz deutschlandweit aus. Die derzeitigen 7-Tages-Inzidenzen (144,8 in Niedersachsen und 207 in ganz Deutschland) gäben jedoch nicht den aktuellen Infektionsstand wieder, erklärte das Gesundheitsministerium weiter. Belastbare Zahlen werde es voraussichtlich in dieser Woche geben.

Die Impfungen, allen voran die Booster-Impfungen, gehen laut Staatskanzlei "gut voran". Niedersachsen gehöre mit insgesamt 14.772.843 durchgeführten Impfungen und einer Erstimpfquote von 75,8 Prozent, einer Zweitimpfquote von 72,2 Prozent und 41,4 Prozent geboosterten Menschen im bundesweiten Vergleich zu den Spitzenreitern. 

◼︎ Starker Anstieg bei Omikron-Infizierungen

Wie das Minusterium weiter mitteilt, werden die Omikron-Variante aktuell in 27,9 Prozent der Proben mittels Sequenzierung/Target-PCR nachgewiesen. In der vorherigen Woche lag der Anteil noch bei 8,2 Prozent. Das Land bereitet sich auf einen weiteren steilen Anstieg der Infektionszahlen vor – noch sei nicht absehbar, wie die Auswirkungen auf die Krankenhausbelegung und in den kritischen Infrastrukturen sein werden. 

Angesichts der sich auch in Niedersachsen ausbreitenden Omikron-Variante mahnt der Leiter des Landesgesundheitsamts, Dr. Fabian Feil, weiter zur Vorsicht: "Omikron wird im Januar das Infektionsgeschehen beherrschen. Die Virusvariante ist deutlich ansteckender als die Deltavariante. Erkenntnisse aus den USA oder UK lassen uns aber vorsichtig optimistisch sein, da die Erkrankungen weniger schwer verlaufen. Dennoch wird die zu erwartende große Anzahl der Infektionsfälle alle, die im Gesundheitssystem arbeiten, erneut vor eine große Herausforderung stellen."

◼︎ Auch immune Personen gefährdet

Erste Studienergebnisse weisen laut Ministerium darauf hin, dass der Impfschutz gegen die Omikron-Variante rasch nachlasse und auch immune Personen symptomatisch erkranken könnten. Nach erfolgter Auffrischungsimpfung ("Booster-Impfung") mit den derzeit verfügbaren mRNA-Impfstoffen zeigten verschiedene Studien einen deutlich besseren Immunschutz. 

Damit bleibe die Impfung neben einer Reduzierung der Kontakte und dem Einhalten der bekannten Regeln das wirkungsvollste und wichtigste Mittel. Um künftig mit den Herausforderungen des Virus zurechtzukommen, müssten die Erstimpfungen weiter vorangebracht werden, so das Gesundheitsministerium. Nach aktueller Einschätzung der Wissenschaft brauche es dafür rund 90 Prozent vollständig geimpfter Erwachsener. Zum Jahresende waren dem Ministerium zufolge 83,3 Prozent der Erwachsenen in Niedersachsen vollständig geimpft.