Drucken

Hansestadt, 20.12.2012 - Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat Professor Dr. Ute Stoltenberg, Leiterin des Instituts für integrative Studien (infis) der Leuphana Universität Lüneburg, für weitere drei Jahre zum Mitglied des Deutschen Nationalkomitees für das UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (Man and Biosphere - MAB) berufen, teilte die Leuphana heute mit.

Das Gremium setzt sich aus 15 Expertinnen und Experten aller relevanten Fachbereiche zusammen, die als Person und nicht stellvertretend für ihre Organisation berufen sind. Mit Professor Stoltenberg wurde nach Angaben der Universität eine ausgewiesene Expertin in Fragen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung berufen. Sie habe sich mit zahlreichen einschlägigen Forschungsvorhaben, Publikationen und Vorträgen auf diesem Gebiet profiliert. An der Leuphana lehrt die Wissenschaftlerin in den Lehramtsstudiengängen, den Umweltwissenschaften und im disziplinübergreifenden Leuphana-Semester.

 

Zu den Aufgaben des MAB-Nationalkomitees gehören die Fortentwicklung von Kriterien für die Anerkennung und Überprüfung von Biosphärenreservaten in Deutschland, die Erarbeitung von Konzepten zu nachhaltigen Wirtschaftsweisen in Biosphärenreservaten und die Evaluation der deutschen Biosphärenreservate. Außerdem sollen die Mitglieder des Nationalkomitees die Möglichkeiten der Umsetzung der Biodiversitätskonvention im Rahmen des MAB-Programms überprüfen und mit den internationalen MAB-Gremien der UNESCO zusammenarbeiten.

Das MAB-Programm wurde 1970 eingerichtet mit dem Ziel, auf natur- und gesellschaftswissenschaftlicher Grundlage die nachhaltige Nutzung und die Erhaltung biologischer Vielfalt zu fördern. Den Arbeiten, so die Universität, liegt ein Ansatz zugrunde, der neben ökologischen auch ausdrücklich ökonomische, soziale, planerische und ethische Aspekte gleichberechtigt mit einbezieht. Bildung für eine nachhaltige Entwicklung sei dabei ein wichtiges Element, die Ziele von Biosphärenreservaten in der betreffenden Region zu verankern.

Schwerpunkt des internationalen MAB-Programms ist die Errichtung eines globalen Netzwerkes repräsentativer Biosphärenreservate (World Network of Biosphere Reserves, WNBR). Diese stellen Modelllandschaften zur Demonstration nachhaltiger, dauerhaft umweltgerechter Lebens- und Wirtschaftsweisen dar, in denen die Ziele des MAB-Programmes konkretisiert werden. Die UNESCO erkennt Biosphärenreservate nach Maßgabe internationaler Leitlinien als solche an.

Die deutschen Biosphärenreservate umfassen ohne die Meeresflächen fast drei Prozent der Gesamtfläche der Bundesrepublik. Alle 15 nach deutschem Recht als Biosphärenreservat verankerten Gebiete wurden von der UNESCO anerkannt. Die Gebiete repräsentieren wichtige deutsche Lebensräume und Landschaftstypen und zeigen die Vielfalt der Lebensräume, der Fauna und Flora hierzulande. Alle Biosphärenreservate werden als Kulturlandschaften mit unterschiedlicher Intensität bis heute wirtschaftlich genutzt, fast alle liegen in ländlichen Räumen.