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31.03.2021 - Es ist gut und richtig, dass der Landkreis genau hinschaut und reagiert, wenn die Corona-Zahlen in seiner Region steigen. Das wird von einer umsichtig und verantwortungsvoll handelnden Verwaltung auch erwartet. Dass dabei der Blick verstärkt auf Lüneburg gerichtet wird, verwundert nicht. Schließlich ist hier das Infektionsgeschehen höher als im Rest des Landkreises, einfach, weil in der Stadt mehr Menschen beisammen sind, die sich gegenseitig anstecken können. Mit seiner neuen Allgemeinverfügung hat der Landkreis dennoch daneben gegriffen.

Die Infektionsgefahr durch Viren geht im Freien fast gegen Null. Die Aerosole verlieren sich draußen nicht nur in einem riesigen Umfeld, die Viren schaffen es auch nicht, sich beim kurzen Begegnen und Vorbeigehen in der Fußgängerzone in ausreichender Menge beim Gegenüber wirkungsvoll festzusetzen. Was also eine Verschärfung einer Verordnung bringen soll, die auch bislang schon ins Leere lief, bleibt rästelhaft.

Dass der Landkreis es dennoch macht, wirkt nicht nur hilflos, es läuft auch nach bewährtem Muster ab: Lieber etwas tun als nichts tun. 

Wäre es aber nicht viel wirkungsvoller, dort einzugreifen, wo die Infektionen entstehen und weitergegeben werden, statt einfach eine ohnehin wenig hilfreiche Maßnahme wie das Tragen der Schutzmaske im Freien noch zu verschärfen? Oder sind dem Landkreis die Corona-Hotspots in Lüneburg womöglich gar nicht bekannt? Das wäre dann vermutlich das größere Problem.   

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Maskenpflicht gilt jetzt immer"