In St. Nicolai werden künftig wertvolle Paramente ausgestellt

Eines der ausgestellten Paramente ist diese Korporalientasche. Sie diente der Aufbewahrung des Korporale, eines besonders feinen Leinentuchs, auf dem Kelch und Oblatenbehälter auf dem Altar standen. Foto: Hans Karsten SchmaltzLüneburg, 08.09.2018 - Lange Zeit lagen sie verstaubt in einer Truhe, jetzt kommen wertvolle historische Schätze der St. Nicolaikirche wieder ans Licht: Vier Paramente, besonders aufwendig gearbeitete religiöse Textilien, werden zukünftig dauerhaft in der Kirche ausgestellt sein. Damit die empfindlichen Stoffe in Zukunft besser vor Licht und Feuchtigkeit geschützt sind, werden sie in Vitrinen aufbewahrt. Die Anschaffung dieser Vitrinen hat jetzt die Stadt mit einer Spende über 13.000 Euro ermöglicht.

Den Scheck überreichte Oberbürgermeister Ulrich Mädge in dieser Woche an Pastor Eckhard Oldenburg und den Patronatsvertreter von St. Nicolai, Hans Karsten Schmaltz. "Sie haben lange an diesem Projekt gearbeitet. Ich freue mich, Ihnen den Scheck nun überreichen zu können und dass somit die Ausstellung schon bald eröffnet werden kann", sagte Mädge. Auch für Pastor Oldenburg ein wichtiger Schritt nach vorn: "Diese Spende der Stadt rettet die Gesamtfinanzierung unseres Projekts. Mit der neuen Ausstellung wird es nun möglich sein, dass diese besonderen Textilien aus dem 15. Jahrhundert von vielen Menschen gesehen werden können."

Dass die historischen Textilien zukünftigen wieder im Rampenlicht stehen werden, ist  besonders Hans Karsten Schmaltz zu verdanken, der mehr als vier Jahre an dem Projekt gearbeitet hat: „Als ich gehört habe, dass auch viele Kirchenmitarbeiter die Paramente nur von Fotos kennen, war mir klar, das muss ich ändern.“ Neben der Spende der Stadt, die das Patronat der St. Nicolai innehat, sammelten Schmaltz und Pastor Oldenburg auch Stiftungsgelder sowie Privatspenden für die Restauration und Ausstellung.

Ab dem 21. Oktober werden die aufwendig restaurierten Paramente dann für Besucher zu sehen sein. Besondere Stücke sind zum Beispiel ein sieben Meter langes, detailreich besticktes Kommunionbanktuch sowie eine seltene Korporalientasche, die der Aufbewahrung eines besonders feinen Leinentuchs, auf dem Kelch und Oblatenbehälter auf dem Altar standen, diente. Außerdem wird es eine Medienstation mit Text, Bild und Hintergrundinformationen geben. Die Ausstellung in der Kirche ist rollstuhlgerecht gestaltet und kann dauerhaft in St. Nicolai besucht werden.