Kreis und Stadt Lüneburg und die Samtgemeinde Gellersen planen Technologie-Standort zwischen Lüneburg und Reppenstedt 

So sehen die Pläne für den High-Tech-Standort zwischen Lüneburg und Reppenstedt aus. Die Initiatoren bekräftigen, dass der Grüngürtel erhalten bleiben soll. Offenkundig aber werden größere Teile davon für das Projekt benötigt. Grafik: Landkreis LüneburgLüneburg, 28.04.2018 - Größere Veränderungen kündigen sich im Westen von Lüneburg an. Angrenzend an die ehemaligen Universitätsgebäude in Volgershall soll auf Flächen der Stadt Lüneburg und der Gemeinde Reppenstedt der "3D-Druck Campus Lüneburg-West" entstehen. Er soll Platz bieten für kleine und mittelständische Unternehmen sowie für Wohnraum. Die Pläne stellten jetzt Landrat Manfred Nahrstedt, Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers gemeinsam in der Kreisverwaltung vor.

"Als Landrat begrüße ich ausdrücklich, dass sich die Hansestadt Lüneburg und die Gemeinde Reppenstedt auf den Weg machen und dieses Projekt gemeinsam angehen", sagte Nahrstedt zur Begrüßung. Die Fläche, die die Planer ins Auge gefasst haben, ist 20 Hektar groß und verteilt sich auf die Hansestadt Lüneburg und die Gemeinde Reppenstedt. "Ende des Jahres hat sich die Bionic Production AG im ehemaligen Unigebäude Volgershall angesiedelt", erklärt Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Die Firma arbeitet mit der sogenannten 3D-Druck-Technologie, bei der Bauteile und Gegenstände computergesteuert und hochpräzise dreidimensional produziert werden. Bis zu 150 Mitarbeiter sollen dort zukünftig mit dieser Zukunftstechnologie arbeiten.

Arbeiten in Volgershall, wohnen in Reppenstedt

Die Idee der kommunalen Vertreter: Durch eine Magnetwirkung der Bionic Production AG sollen sich Startups sowie kleine und mittelständische Unternehmen, die mit Hilfe des 3D-Drucks entwickeln und produzieren, im Lüneburger Westen ansiedeln. Auch für die technischen Studiengänge der Leuphana Universität Lüneburg bieten sich dann zahlreiche Anknüpfungspunkte. "Auf den Flächen in Lüneburg könnten die Firmen entstehen und in Reppenstedt der Wohnraum für die Angestellten", schildern Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers und Reppenstedts Gemeindedirektorin Susanne Stille.

Grüngürtel West soll erhalten bleiben

Das neue Gebiet soll verkehrlich über die Kreisstraße erschlossen werden. Eine Einfahrt erhält aber nur der Lieferverkehr, die Autos der Beschäftigten sollen auf den Parkplätzen am Rand abgestellt werden, denn innerhalb des Campus geht es nur zu Fuß oder mit dem Rad voran. An der Kreisstraße soll zusätzlich auch noch eine neue Bushaltestelle eingerichtet werden. Große Grünanlagen sorgen dafür, dass der Grüngürtel im Westen der Hansestadt nicht unterbrochen wird. "Durch diese Gestaltung legt die Gemeinde Reppensteddt den Grüngürtel nun auch planerisch fest", sagt Mädge. Daneben hat die Stadt auch die Frischluftzufuhr für die Innenstadt, die aus dem Nordwesten gespeist wird, aufmerksam im Blick: Die Schneise bleibt unbebaut.

Ausschüsse werden informiert

Bis vom "3D-Druck Campus Lüneburg-West" etwas zu sehen sein wird, werde allerdings noch einige Zeit ins Land gehen, hieß es. Im nächsten Schritt werden Mädge und Röttgers die Pläne zunächst detailliert in ihren kommunalen Ausschüssen vorstellen. "Unser gutes nachbarschaftliches Verhältnis beschleunigt die gemeinsamen Planungen. Durch den Campus wird es uns gelingen, qualifizierte Arbeitsplätze im Lüneburger Westen zu schaffen. Die Gemeinde Reppenstedt, die Hansestadt Lüneburg und der gesamte Landkreis Lüneburg werden davon profitieren, dass Zukunftstechnologie hier eine Heimat findet", sind sich die drei Verwaltungschefs sicher.