Die Lüneburger SPD will am Freitag ihren OB-Kandidaten präsentieren
Lüneburg, 11.02.2026 - Oberbürgermeisterwahlen sind für die Politik ein zweischneidiges Schwert: Während sie zum einen eine willkommene Chance bieten, politische Ziele plakativ herauszustellen, sind die Parteien auf der anderen Seite gefordert, dafür einen geeigneten und aussichtsreichen Kandidaten zu präsentieren. Wie schwer gerade Letzteres ist, zeigt sich in diesen Wochen auch in Lüneburg. Zwar haben FDP und Linke ihre Kandidaten für den Rathaus-Chefsessel gegen die wieder antretende Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch (Grüne) bereits nominiert, doch von den Hauptakteuren SPD und CDU blieb die Antwort bislang aus. Nun aber gehen auch die Sozialdemokraten ins Rennen. Nur mit wem?
"Unser OB-Kandidat für das Lüneburger Rathaus wird Ihnen gern etwas über sich, seine Motivation und seine ersten Schwerpunkte für die Kommunalwahl im September berichten", teilte der SPD-Ortsverein Lüneburg in der Einladung mit, mit der er heute die Presse-Organe der Stadt zur Vorstellung seines SPD-Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im September überraschte.
Denn der Ortsverein wollte partout noch nicht bekanntgeben, wer denn nun der Kandidat ist und ob mit "Kandidat" nicht vielleicht sogar auch das feminine Pendant zum generischen Maskulinum gemeint ist.
Wie auch immer, die Überraschung gelang jedenfalls doppelt. Denn nicht wenige politische Akteure und Beobachter in der Stadt hatten es bisher für möglich oder sogar für durchaus realistisch gehalten, dass die SPD auf einen eigenen OB-Kandidaten verzichtet. Schließlich schien es vielen als ausgemacht, dass SPD und CDU sich mangels eines eigenen geeigneten Kandidaten auf einen Dritten verständigen, um mit ihm die amtierende Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch in die Knie zu zwingen. Schon lange steht hierfür ein Name im Raum, der schon bei der letzten OB-Wahl Kalisch Paroli bieten konnte, ihr letzlich aber in der entscheidenden Stichwahl unterlag: Heiko Meyer.
Ob der parteilose Meyer auch dieses Mal wieder das Zünglein an der Waage sein wird, ist offen, denn noch hat er seine Kandidatur nicht erklärt. Dass er gern Oberbürgermeister werden würde, hat der engagierte Lüneburger häufig genug durchblicken lassen. Ob er aber auch antritt, wird nicht zuletzt davon abhängen, wen die SPD aufbietet. Doch wer das sein wird, der am kommenden Freitag medienwirksam präsentiert werden soll, ist offen. Selbst SPD-interne Kreisen scheinen da bislang noch im Dunkeln zu tappen.

