Kommentar


06.01.2023 - Marketing ist bekanntlich die Kunst, Produkte so anzubieten, dass gern zugriffen wird – egal ob es sich um Billigfleisch, teure Uhren, Krankenhäuser oder überteuerte Kredite handelt. Städte sind da keine Ausnahme. Wer Gewerbe- und Einkommensteuern sichern und Kaufkraft für den lokalen Einzelhandel, Hotel und Gastronomie sichern will, muss sich im Wettbewerb behaupten. Doch wie geht das? Die Lüneburger Marketing-Spezialisten wissen es offenkundig nicht. Müssen sie auch nicht, es läuft ja auch so.


04.01.2023 - "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab." Diese Weisheit der Dakota-Indianer hat sich per kultureller Aneignung längst auch in Europa verbreitet, nur noch nicht in Teilen der Lüneburger Politik. So hält eine Mehrheit im Rat der Stadt weiter daran fest, die Hindenburgstraße zu dem zu machen, wofür sie am wenigsten geeignet ist.


02.01.2023 – Das wurde auch höchste Eisenbahn. Dass Stadt und Kreis nun in Sachen Verhinderung von Alpha-E Hand in Hand gehen und sich dabei auch der Unterstützung der Politik erfreuen können, lässt aufatmen. Offenbar wurden nun auch im Stadtrat und im Kreistag die Glocken gehört – allerdings die von der anderen Seite, die lautstark und mit zweifelhaften Methoden nur eines will: den Ausbau der Bestandsstrecke, gegen jede Vernunft und jedes Recht. Aber wie es eben ist: Es geht nicht um die Sache, nur um die Wiederwahl.


2022 war aufregend, 2023 wird es ganz bestimmt! Die LGheute-Redaktion hat wieder einen (satirischen) Blick voraus gewagt

Frohes neues Jahr! Foto: LGheute31.12.2022 - Nichts ist spannender als der Blick in die Zukunft. Doch was erwartet uns 2023? Die LGheute-Redaktion hat erneut den Blick nach vorn gewagt und die Highlights des kommenden Jahres zusammengefasst. Viel Spaß bei der Lektüre und kommen Sie humorvoll durchs neue Jahr!


30.12.2022 - Was ist nur mit den Ratsmitgliedern los? Was treibt sie angesichts großer finanzieller Not, die horrende Verschuldung Lüneburgs nicht nur nicht zu stoppen, sondern sogar immer weiter voranzutreiben? Wo sind die Taten zu den stets wortreichen Appellen für eine "nachhaltige" und "generationengerechte" Zukunft, wo das Einstehen für die Verantwortung, die sie per Gesetz für das Wohl Lüneburgs übernommen haben? Das Agieren des Rates erinnert mehr an die letzten unheildrohenden Stunden auf der Titanic als an ein vorausschauendes Kommando auf einem Patrouillenboot.


20.12.2022 - Diese Besetzung hat das Zeug, in die Annalen der internationalen Besetzer-Szene einzugehen. Nicht, weil die Forderungen besonders drastisch oder die Formen ihrer Durchsetzung besonders rabiat waren – Wände wurden nicht mit Parolen beschmiert, Mobiliar wurde nicht zertrümmert, Professoren nicht bepöbelt, nicht mal die Universitätsleitung wurde zum Rapport bestellt. Nein, diese Besetzung war nicht nur rührend harmlos, sie hatte auch ein echtes Überraschungsmoment: Die Besetzer räumten bereits das Feld, noch bevor sie ihre Forderungen überhaupt gestellt hatten.


12.12.2022 - Endlich! Man hatte schon befürchtet, die lediglich aufs Bridgen spezialisierten Studenten der Lüneburger Uni würden die Klimakrise vollends verschlafen. Nun aber hat sich eine kleine Gruppe friedliebender junger Menschen aufgemacht, ein Zeichen zu setzen. Ihr Appell: Auch die Lüneburger sollten endlich erkennen, dass das Zeitalter fossiler Energieerzeugung vorbei ist. Da war es schön, dieses Zeichen in den warmen Räumen des Zentralgebäudes zu setzen.


09.12.2022 - Ist den Grünen die Umwelt wichtiger als die Menschen? Ja. Nicht anders kann man die Diskussion um den Ausbau der Bahnstrecken in und um Lüneburg verstehen, die im Rat der Stadt nun auch zu einer politischen Festlegung führte. Die wollten die Grünen allerdings mit ihrer Macht verhindern. Weil das aber ihre eigene Oberbürgermeisterin ins Abseits gestellt hätte, lenkten sie letztlich ein. Widerwillig. Doch es zeigt: Wie im fernen Berlin sehen sich nun auch die Grünen in Lüneburg in der Realität angekommen.


15.11.2022 - Ein externer Berater? Das ist eine Ansage, und zwar eine, die nichts Gutes verheißt. Er soll sagen, wie es um das Lüneburger Theater bestellt ist. Nicht, weil Stadt und Landkreis Lüneburg das nicht wüssten, sondern weil sie auf die internen Kräfte offenbar nicht mehr vertrauen. Und weil sie als Träger des Theaters selbst finanziell am Ende sind, denn Geld fehlt an allen Ecken. Ob der externe Blick tatsächlich die Rettung bringt, ist fraglich. Doch als Überbringer der schlechten Nachricht taugt er allemal.


Lüneburg, 05.11.2022 - Ist es schlimm, Menschen in Not in Notunterkünften unterzubringen? Wohl nicht, wenn die Not groß ist. Dass es so ist, ist dieser Tage auch in Lüneburg zu erfahren, wo Sporthallen für die Unterbringung von Flüchtlingen vorbereitet oder bereits genutzt werden. Letztere traten in der jüngsten Ratssitzung ans Mikrofon und suchten den direkten Kontakt zu Rat und Verwaltung. Dort sprachen drei Betroffene über ihre Not, in Notunterkünften leben zu müssen.