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Kommentar

Wohfeile Forderung

19.03.2026 - Die Forderung der Wirtschaft kommt spät, doch letztlich so zielsicher wie immer, wenn Wirtschaft und Betriebe sich zu kurz gekommen fühlen. Der Grund diesmal sind die steigenden Spritkosten, die sich eingestellt haben, seit US-Präsident Donald Trump den Iran beschießen lässt. Dass es dafür hinreichende Gründe gibt, ist das eine. Dass unklar ist, wie die Weltwirtschaft mit dem sich nun auftuenden Konflikt, der sich zu einem immensen Schaden für alle Beteiligten und auch Unbeteiligten ausweiten kann, ist das andere. Klagen der regionalen Wirtschaft hierzulande sind insofern nachvollziehbar. Aber eigentlich beschwert sie sich über sich selbst.

Wahlkampf-Populismus

04.03.2026 - Es macht sich immer gut, für Schwächere, Unschuldige oder Zukurzgekommene einzustehen, zeugt es doch von Empathie und Gerechtigkeitsempfinden. In der Politik gehört moralische Entrüstung deshalb längst zum Grundrepertoire aller Parteien, wenn auch mit unterschiedlicher Ausprägung. Zu verlockend das Angebot, auf diese Weise schnell ein paar Stimmen einsammeln zu können, besonders in Wahlkampfzeiten. Die Forderung der CDU-nahen Mittelstandsunion Lüneburg, die Politik müsse wegen der steigenden Spritpreise jetzt den Autofahrern helfen, ist aber nicht nur aus diesem Grund problematisch.

Doch nur eine Schein-Lösung?

15.02.2026 - Es ist wie es ist. Drogis, Alkis und andere Kaputte und solche, die es noch werden wollen, gibt es überall und zuhauf. Auch in Lüneburg. Die Frage aber ist, wie eine Stadt mit ihren Problemfällen umgeht. Lässt man es laufen oder sucht oder versucht man wenigstens Lösungen, auch wenn diese noch nicht erkennbar oder womöglich aussichtslos erscheinen. Kein einfacher Weg. Lüneburg hat sich nun für die Schießgrabenstraße entschieden. Dafür spricht einiges. Ob es die erhoffte Lösung des "Stadtbild"-Problems wird, ist allerdings offen.

Überflüssige Rituale

21.01.2026 - Schriller können Gegensätze kaum sein. Während am Morgen in Lüneburg noch ein paar Dutzend Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes, angetrieben durch ihre Gewerkschaft Verdi, mit Warnwesten und Trillerpfeifen für sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro streikten, stehen ihre Kollegen aus dem produktiven und wertschöpfenden Bereich vor dem Aus, nachdem Yanfeng tags zuvor erklärt hatte, sein Werk in Lüneburg dicht zu machen. Ein bizarres Bild, das zeigt, dass viele immer noch nicht verstanden haben, was die Stunde geschlagen hat.

Verpasste Chance

08.01.2026 - Alles sollte besser werden: die Busse, die Freundlichkeit der Busfahrer, die Kommunikation und überhaupt. Moin, das etwas misslungen geratene Kürzel für die neue Mobilitätsgesellschaft des Landkreises Lüneburg, hatte sich viel vorgenommen, als das Unternehmen ins Leben gerufen wurde. Denn wie so oft war auch dieses Mal die Politik davon überzeugt, alles besser machen zu können als die vor allem von linker Seite gern kritisierte Privatwirtschaft. Nun aber zeigt sich, dass erstens nicht immer Sommer ist und auch Kommunikation gelernt sein will.

Ziemlich selbstgerecht

04.01.2025 - Es gibt wohl nur Wenige, denen bekannt ist, in welchen Fächern Abiturienten heute ihre Prüfung ablegen müssen. Während Mitte des letzten Jahrhunderts noch vorgegeben war, worin geprüft wurde, darf heute jeder Prüfling seine Fächer nach eigenem Gusto zusammenstellen. Der Wechsel vollzog sich in den Siebziger-Jahren, als Bildungspolitik nicht mehr Wissensvermittlung, sondern Ausdruck der Kulturrevolution wurde. Entsprechend hoffnungslos fallen regelmäßig die Ergebnisse aus: Seit Jahren stürzt Deutschland beim Bildungsniveau seiner Schüler im internationalen Vergleich ab. Daran wird sich wohl so schnell auch nichts ändern, wie jetzt die CDU offenbart.

Kalte Füße

20.12.2025 - Wer meint, dass die Kommunen angesichts ihrer desolaten Haushalte endlich das Heft des Handels in die Hand genommen und nun gemeinsam den Marsch nach Hannover zur Eintreibung ihrer milliardenschweren Forderungen angetreten haben, sollte sich von dem plötzlichen Aktivismus in den Rathäusern nicht täuschen lassen. Nicht die leeren Kassen sind es, die den Bürgermeistern und Landräten graue Haare wachsen lassen. Leere Kassen haben sie noch nie davon abgehalten, das Geld der Bürger mit vollen Händen auszugeben. Der Grund ist ein anderer, und der hat ein Datum.

Black Friday für Kommunen

30.11.2025 - In Deutschlands Kommunen gibt es eine weit verbreitete Neigung: die Schnäppchenjagd. Wo auch immer Fördertöpfe von EU, Bund oder Ländern aufgemacht werden, schnell sind sie dabei und stets in Sorge, nur nicht zu spät zu kommen, wenn es darum geht, möglichst viel von den begrenzten Mitteln abzuschöpfen. Ganze Abteilungen sind teils damit beschäftigt. In Lüneburg ist das nicht anders. Bei der Gier nach dem vermeintlich geschenkten Geld aber wird nicht selten vergessen zu hinterfragen, ob die Förderung auch wirklich sinnvoll ist.

Feigenblatt

28.11.2025 - Wer Lüneburgs Innenstadt aufsucht, gönnt sich bei schönem Wetter gern auch mal einen Kaffee oder Imbiss im Freien, vor allem dort, wo das Stadtleben pulsiert: am Platz Am Sande, am Markt, in der Schröderstraße, am Schrangenplatz und natürlich auch am Stint. Überall stehen gastronomische Betriebe bereit, einen smileygen Café Latte, einen gepflegten Grauburgunder und natürlich auch Handfestes für den hungrigen Gast zu servieren. Denn wie andernorts dürfen auch Lüneburgs Gastronomen ihre Tische und Stühle vor ihren Lokalen aufstellen, vorausgesetzt, sie zahlen dafür. Das aber macht die Bürgerrats-Empfehlung zur Farce.

Rechnung ohne die Natur gemacht

24.11.2025 - Damit hatte Miriam Staudte vermutlich nicht gerechnet. 2023 schockte die Grüne Landwirtschaftsministerin in Hannover die Region noch mit der Ankündigung, anstelle einer Brücke künftig nur noch Fähr-Verbindungen über die Elbe in den Blick nehmen zu wollen. Der Landkreis Lüneburg war entsetzt und sah das dringend benötigte Geld aus Hannover für seine Brücken-Pläne schwinden. Doch dann wurden die Pläne der Grünen-Politikerin gerade durch das zunichte gemacht, was den Grünen besonders am Herzen liegt: der Klimawandel. Dieser sorgte dafür, dass die Fähre in Neu Darchau in diesem Jahr so lange am Ufer bleiben musste wie noch nie. Davon aber wollen Staudte & Co. nichts wissen – und retten sich in Schein-Lösungen.