Kommentar

01.05.2020 - Die Kirche ist nicht der Staat und der Staat ist nicht die Kirche. Das gilt spätestens seit der Weimarer Reichsverfassung. Auch im Grundgesetz ist die Trennung von Kirche und Staat verankert. Darin ist aber auch geregelt, dass die Kirchen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und bei aktuellen Fragen ihre Position, sei es in Ethik-Kommissionen oder im Rundfunkrat öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten, vertreten. Ihre Meinung ist auch gefragt bei Anhörungen in den Ausschüssen des Bundestages. Warum sich die Kirchen aber ausgerechnet in einer für sie besonders herausgehobenen Frage, nämlich der Zulässigkeit des Verbots von Gottesdiensten, nicht zu Wort gemeldet haben, gibt zu denken.


05.04.2020 - Mehr als irritiert waren viele Niedersachsen, als sie gestern Morgen ihre Zeitung aufschlugen. Ab sofort seien nun auch Besuche selbst von engsten Freunden nicht mehr erlaubt, war da zu lesen, alles zum Schutz der Bevölkerung vor Corona. Verordnet von der Landesregierung in Hannover. Und: Bau- und Gartenmärkte sind für jedermann wieder geöffnet. Wenige Stunden später kam die Kehrtwende: Freunde dürfen nun doch wieder besucht werden. LGheute hat aus gut informierten Kreisen erfahren, wie es zu dieser plötzlichen Änderung kam. Danach soll es sich wie folgt abgespielt haben.


26.06.2019 - Wohnraum ist in Lüneburg ein teures Gut. Wer auf der Suche danach ist, kennt die Preise und die damit verbundenen Nöte. Die Mieten steigen seit Jahren, nicht zuletzt wegen der Nähe zur Mietpreis-Hochburg Hamburg. Wer rechnen kann, weicht nach Lüneburg aus und verdrängt die, die meist schon lange hier leben. Dass nun aber ausgerechnet Lüneburg sich als erste Gemeinde in Niedersachsen eine Satzung gegen Wohnraumentfremdung genehmigt hat, verwundert dann doch.


02.06.2019 - Zugegeben, das Ergebnis zwischen Norbert Meyer von der SPD und der Grünen Erika Romberg bei der Landratswahl am vergangenen Sonntag fiel knapp aus. Doch es war Norbert Meyer, der letztlich das Rennen machte und nun in einer Stichwahl gegen den Fast-Wahlsieger Jens Böther von der CDU antreten muss. Erika Romberg wurde erfolglose Dritte. Die Grünen wären aber nicht die Grünen, wenn sie nicht auch daraus noch politischen Gewinn zu erzielen hofften. Denn sie sehen sich als "Königsmacher" und fordern Unterwürfigkeit der beiden Spitzen-Bewerber.


11.04.2019 - Wie war das jetzt noch? Helfen Sie mir doch mal bitte. Wenn ich mich für etwas einsetze, aber gegen etwas bin, dann bin ich doch Aktivist, richtig? Oder Aktivistin, so wie Greta, die ja auch für den Klimaschutz, aber gegen 2038 ist, obwohl sie ja Schwedin ist und Schweden kein Problem mit 2038 hat. Da sollen in Deutschland ja die Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Zu spät, wie Greta sagt, weil ihre Zukunft dann auf dem Spiel steht. Und die aller anderen natürlich auch. Es gilt, etwas zu retten, was bedroht ist. Soweit habe ich das verstanden. Aber was ist, wenn ich mich für Europa, aber gegen ungehemmte Einwanderung ausspreche? Bin ich dann auch ein Aktivist? Und was ist mit Trump?


24.03.2019 - Möchten Sie nicht auch gern Teilzeit arbeiten und weiter volles Gehalt beziehen? Dann sollten Sie die Links-Partei wählen. Die fordert nämlich anlässlich des sogenannten Equal Pay Day genau das. Die Partei beklagt, dass Frauen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger Gehalt als Männer bekommen und fordert deshalb ein Ende der Lohn-Diskriminierung. Ein Traum? Nein, sondern ziemlicher Unsinn. Macht aber nichts, denn es klingt toll, zumal man sich mit dem Statistischen Bundesamt auf höchste Quellen berufen kann.


24.10.2018 - Klar, Kultur muss sein. Dass sie teuer ist, ist bekannt. Doch nur der Kosten wegen auf kulturelle Angebote zu verzichten, kann nicht die Lösung sein. Denn eine Stadt wie Lüneburg muss ihren Bürgern mehr als nur Stadtfestallerlei und Sülfmeisterspektakel bieten, das ist längst nicht mehr jedermanns Sache. Und als Oberzentrum hat Lüneburg allemal eine besonders herausgehobene Stellung und Verantwortung in der Region. Wieviel Lüneburg aber Jahr für Jahr für sein Theater ausgeben sollte, darüber darf schon mal nachgedacht werden, zumal dann, wenn das Defizit alljährlich um 200.000 Euro wächst. Der Ruf nach Hilfe aus Hannover ist da zwar logisch, aber nicht ausreichend.


21.08.2018 - Nun ist es also soweit, Schrock-Opitz geht. Auf eigenen Wunsch wie es heißt. Doch wer die immer lauter gewordene Kritik an der Amtsführung, oder besser Nicht-Führung, in den letzten Monaten verfolgt hat, weiß, dass dem Chef der Lüneburger Marketing GmbH kaum eine andere Wahl blieb, als dem jetzt vereinbarten Aufhebungsvertrag zuzustimmen. Schrock-Opitz hat nicht geliefert, wofür er geholt wurde, wofür er angetreten ist und was er immer wieder auch angekündigt hat: neue Ideen für Lüneburg. Doch die Schuld daran nur bei dem offenkundig überforderten Marketing-Chef zu suchen, greift zu kurz. 


08.08.2018 - Es ist keine Selbstverständlichkeit, wenn in Deutschland eine Kita eröffnet wird, die gemeinsam von Christen und Moslems getragen wird. In Gifhorn war das jetzt der Fall, es ist die erste in Deutschland überhaupt. Umso erstaunlicher ist es, dass Landessuperintendent Dieter Rathing mit keinem Wort auf die Sorgen, Ängste und Befürchtungen der Kritiker dieses wagemutigen Projekts einging. Stattdessen die übliche Reaktion: Kritiker werden als "Rechtspopulisten" in die Ecke gestellt, in der man sie am liebsten sieht, weil man meint, auf eine inhaltiche Auseinandersetzung von vornherein verzichten zu können. Das Gegenteil ist der Fall.


03.04.2018 - Klar, alles was auch nur irgendwie nach Vaterland oder Heimat riecht, stößt den Linken schon vom Prinzip her übel auf. Als internationale Schönwetterpolitiker sonnen sie sich viel lieber im Licht All-umfassender Freude, da stören Gedanken, Gefühle oder Momente von Identität mit dem, woher Menschen kommen, was sie bestimmt und wo sie sich zugehörig fühlen, gewaltig. Dass die Lüneburger Linken sich aber nun ausgerechnet die Lüneburger Theodor-Körner-Kaserne als neuen Brennpunkt ihrer politischen Versuchung ausgesucht haben, ist als Ausdruck eines offenkundig begrenzten geschichtlichen Horizonts erklärbar. Dass sie aber gleichzeitig den Kampf der Kurden für Freiheit und Autonomie ihres eigenen Volks unterstützen, macht dann doch sehr nachdenklich.