28.11.2025 - Wer Lüneburgs Innenstadt aufsucht, gönnt sich bei schönem Wetter gern auch mal einen Kaffee oder Imbiss im Freien, vor allem dort, wo das Stadtleben pulsiert: am Platz Am Sande, am Markt, in der Schröderstraße, am Schrangenplatz und natürlich auch am Stint. Überall stehen gastronomische Betriebe bereit, einen smileygen Café Latte, einen gepflegten Grauburgunder und natürlich auch Handfestes für den hungrigen Gast zu servieren. Denn wie andernorts dürfen auch Lüneburgs Gastronomen ihre Tische und Stühle vor ihren Lokalen aufstellen, vorausgesetzt, sie zahlen dafür. Das aber macht die Bürgerrats-Empfehlung zur Farce.
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24.11.2025 - Damit hatte Miriam Staudte vermutlich nicht gerechnet. 2023 schockte die Grüne Landwirtschaftsministerin in Hannover die Region noch mit der Ankündigung, anstelle einer Brücke künftig nur noch Fähr-Verbindungen über die Elbe in den Blick nehmen zu wollen. Der Landkreis Lüneburg war entsetzt und sah das dringend benötigte Geld aus Hannover für seine Brücken-Pläne schwinden. Doch dann wurden die Pläne der Grünen-Politikerin gerade durch das zunichte gemacht, was den Grünen besonders am Herzen liegt: der Klimawandel. Dieser sorgte dafür, dass die Fähre in Neu Darchau in diesem Jahr so lange am Ufer bleiben musste wie noch nie. Davon aber wollen Staudte & Co. nichts wissen – und retten sich in Schein-Lösungen.
31.10.2025 - Nun sind es schon mal zwei, die nächstes Jahr am 13. September antreten, um Oberbürgermeister von Lüneburg zu werden: Amtsinhaberin Claudia Kalisch (Grüne) und Herausforderer Frank Soldan (FDP). Letzterer hat mit seiner Ankündigung unverhofft das Wahlkampf-Feuer entfacht, das schon seit längerem auf Entzündung wartet, seit Kalisch bekanntgab, erneut antreten zu wollen. Seitdem wird gerätselt, wer ihr Paroli bieten wird. Mit Frank Soldan haben wohl die Wenigsten gerechnet. Ein geschickter Schachzug könnte die Kandidatur des Liberalen dennoch sein.
13.10.2025 - Frau Kabasci hat entschieden, dass es niemanden etwas angeht, ob und welcher politischen Partei sie angehört. Da hat sie recht. Allerdings nur als Privatperson. Das ist Frau Kabasci aber nicht, denn sie hat ein Mandat, das ihr ein Teil der Lüneburger Bürgerschaft per Wahl erteilt hat. Frau Kabasci ist deshalb eine Person des öffentlichen Lebens. Von diesen wird zu recht erwartet, dass sie darüber Auskunft geben, wenn sich die Bedingungen für ihre Wahl geändert haben. Das hat Frau Kabasci noch nicht begriffen. Sie ist ja auch noch jung. Doch es gibt noch mehr Fragwürdigkeiten in dieser Angelegenheit.
11.10.2025 - Die Löcher in den Haushalten von Stadt und Landkreis Lüneburg werden größer und größer, doch die Begründungen bleiben stets dieselben: zu viele Pflichtaufgaben, zu wenig Geld dafür von Bund und Land und – das kommt inzwischen noch hinzu – eine schwache wirtschaftliche Entwicklung. Das ist zwar alles richtig, und dennoch ist es nur die halbe Wahrheit. Denn die Stadt Lüneburg und der Landkreis hätten durchaus Möglichkeiten, Mittel einzusparen.
03.10.2025 - Das war abzusehen. Nachdem in Berlin beschlossen wurde, den Mindestlohn mit Beginn des kommenden Jahres zu erhöhen, war es nur eine Frage der Zeit, bis die scheinbar so sozial gut gemeinte Erhöhung erste Negativauswirkungen zeigt. Denn höhere Löhne schlagen sich – und es stimmt bedenklich, dass dies in diesem Land immer wieder in Erinnerung gerufen werden muss – auf die Preise nieder. Die Quittung bekommen letztlich alle zu spüren.
04.09.2025 - Das Gute vorweg: Es ist lobenswert, dass die Lüneburger SPD sich eines Themas annimmt, das vielen zunehmend auf den Magen drückt: die schwindende Attraktivität Lüneburgs als Wirtschaftsstandort. Für einige, die in den zahlreichen Behörden in Lüneburg beschäftigt sind – seien es städtische oder Landes-Behörden oder Gerichte –, mag das nicht so wichtig sein, sie bekommen ihr Geld auch so. Doch es gibt immer noch Menschen, die ihre berufliche Zukunft in einem Unternehmen und nicht in Verwaltungsstuben sehen. Auch die Stadt selbst sollte ein erhebliches Interesse an Betrieben und Unternehmen haben, schließlich machen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer einen Großteil im städtischen Haushalt aus. Doch was hat das mit Transformation zu tun?
28.08.2025 - Wenn ein Körper nicht mehr reagiert, helfen bisweilen nur noch kräftige Wiederbelebungsversuche – teils mit heftigen Stromstößen. Das gilt auch für den Lüneburger Stadtrat, der sich schon seit langem nicht mehr in der Lage sieht, die Verwaltung mit ihrem desolaten Haushalt unter seine Kontrolle zu bringen – und für den er letztlich ganz allein verantwortlich ist. Abhilfe könnte nun von der "Volt"-Partei kommen, die schon ihrem Namen nach für spannungsgeladene Poltiik steht. Mit ihrem Neu-Mitglied Pauly hat sie zumindest die besten Voraussetzungen dafür.
08.08.2025 - Eigentlich ist er mit seinen 59 Jahren noch zu jung, um nicht mehr mitmischen zu wollen. Immerhin bringt es Friedrich Merz als gerade erst gewählter Kanzler auf 69 Jahre, und auch Donald Trump will es mit seinen 79 Jahren noch einmal vier weitere Jahre machen. Doch Böther scheint einen Instinkt dafür zu haben, wann es richtig, den Staffelstab an einen anderen zu übergeben. Gesundheit ist nun mal ein hohes Gut, über das nicht gut zu verhandeln ist. Seine Entscheidung verdient daher durchaus Respekt, erst recht ein Jahr vor der anstehenden Neuwahl des Landrats. Womit das eigentliche Problem beschrieben ist.
19.07.2025 - "Redundanz", also das Bereithalten von Ersatz-Ressourcen für den Fall einer Störung, ist für viele Unternehmen, insbesondere solche mit Systemrelevanz, nicht nur zwingend erforderlich, es ist auch das Gegenteil von "Wird schon gutgehen". Letzteres scheint indessen zunehmend zum Leitmotiv deutscher Politik zu werden. Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und dem Abschalten von Kohle-Kraftwerken zwecks Konzentration auf Sonnen- und Windenergie wurde dieser Weg zielsicher beschritten, wie inzwischen auch den Gutmeinendsten deutlich geworden ist – der Einkauf von Strom aus dem Ausland spricht Bände. Was das Ausland für die Energiewirtschaft ist, sind die Drogeriemärkte für die Bürgerämter. Kein beruhigendes Gefühl.

