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Kommentar

Verpasste Chance

08.01.2026 - Alles sollte besser werden: die Busse, die Freundlichkeit der Busfahrer, die Kommunikation und überhaupt. Moin, das etwas misslungen geratene Kürzel für die neue Mobilitätsgesellschaft des Landkreises Lüneburg, hatte sich viel vorgenommen, als das Unternehmen ins Leben gerufen wurde. Denn wie so oft war auch dieses Mal die Politik davon überzeugt, alles besser machen zu können als die vor allem von linker Seite gern kritisierte Privatwirtschaft. Nun aber zeigt sich, dass erstens nicht immer Sommer ist und auch Kommunikation gelernt sein will.

Ziemlich selbstgerecht

04.01.2025 - Es gibt wohl nur Wenige, denen bekannt ist, in welchen Fächern Abiturienten heute ihre Prüfung ablegen müssen. Während Mitte des letzten Jahrhunderts noch vorgegeben war, worin geprüft wurde, darf heute jeder Prüfling seine Fächer nach eigenem Gusto zusammenstellen. Der Wechsel vollzog sich in den Siebziger-Jahren, als Bildungspolitik nicht mehr Wissensvermittlung, sondern Ausdruck der Kulturrevolution wurde. Entsprechend hoffnungslos fallen regelmäßig die Ergebnisse aus: Seit Jahren stürzt Deutschland beim Bildungsniveau seiner Schüler im internationalen Vergleich ab. Daran wird sich wohl so schnell auch nichts ändern, wie jetzt die CDU offenbart.

Kalte Füße

20.12.2025 - Wer meint, dass die Kommunen angesichts ihrer desolaten Haushalte endlich das Heft des Handels in die Hand genommen und nun gemeinsam den Marsch nach Hannover zur Eintreibung ihrer milliardenschweren Forderungen angetreten haben, sollte sich von dem plötzlichen Aktivismus in den Rathäusern nicht täuschen lassen. Nicht die leeren Kassen sind es, die den Bürgermeistern und Landräten graue Haare wachsen lassen. Leere Kassen haben sie noch nie davon abgehalten, das Geld der Bürger mit vollen Händen auszugeben. Der Grund ist ein anderer, und der hat ein Datum.

Black Friday für Kommunen

30.11.2025 - In Deutschlands Kommunen gibt es eine weit verbreitete Neigung: die Schnäppchenjagd. Wo auch immer Fördertöpfe von EU, Bund oder Ländern aufgemacht werden, schnell sind sie dabei und stets in Sorge, nur nicht zu spät zu kommen, wenn es darum geht, möglichst viel von den begrenzten Mitteln abzuschöpfen. Ganze Abteilungen sind teils damit beschäftigt. In Lüneburg ist das nicht anders. Bei der Gier nach dem vermeintlich geschenkten Geld aber wird nicht selten vergessen zu hinterfragen, ob die Förderung auch wirklich sinnvoll ist.

Feigenblatt

28.11.2025 - Wer Lüneburgs Innenstadt aufsucht, gönnt sich bei schönem Wetter gern auch mal einen Kaffee oder Imbiss im Freien, vor allem dort, wo das Stadtleben pulsiert: am Platz Am Sande, am Markt, in der Schröderstraße, am Schrangenplatz und natürlich auch am Stint. Überall stehen gastronomische Betriebe bereit, einen smileygen Café Latte, einen gepflegten Grauburgunder und natürlich auch Handfestes für den hungrigen Gast zu servieren. Denn wie andernorts dürfen auch Lüneburgs Gastronomen ihre Tische und Stühle vor ihren Lokalen aufstellen, vorausgesetzt, sie zahlen dafür. Das aber macht die Bürgerrats-Empfehlung zur Farce.

Rechnung ohne die Natur gemacht

24.11.2025 - Damit hatte Miriam Staudte vermutlich nicht gerechnet. 2023 schockte die Grüne Landwirtschaftsministerin in Hannover die Region noch mit der Ankündigung, anstelle einer Brücke künftig nur noch Fähr-Verbindungen über die Elbe in den Blick nehmen zu wollen. Der Landkreis Lüneburg war entsetzt und sah das dringend benötigte Geld aus Hannover für seine Brücken-Pläne schwinden. Doch dann wurden die Pläne der Grünen-Politikerin gerade durch das zunichte gemacht, was den Grünen besonders am Herzen liegt: der Klimawandel. Dieser sorgte dafür, dass die Fähre in Neu Darchau in diesem Jahr so lange am Ufer bleiben musste wie noch nie. Davon aber wollen Staudte & Co. nichts wissen – und retten sich in Schein-Lösungen. 

Der Kandidat

31.10.2025 - Nun sind es schon mal zwei, die nächstes Jahr am 13. September antreten, um Oberbürgermeister von Lüneburg zu werden: Amtsinhaberin Claudia Kalisch (Grüne) und Herausforderer Frank Soldan (FDP). Letzterer hat mit seiner Ankündigung unverhofft das Wahlkampf-Feuer entfacht, das schon seit längerem auf Entzündung wartet, seit Kalisch bekanntgab, erneut antreten zu wollen. Seitdem wird gerätselt, wer ihr Paroli bieten wird. Mit Frank Soldan haben wohl die Wenigsten gerechnet. Ein geschickter Schachzug könnte die Kandidatur des Liberalen dennoch sein.

Eigentor

13.10.2025 - Frau Kabasci hat entschieden, dass es niemanden etwas angeht, ob und welcher politischen Partei sie angehört. Da hat sie recht. Allerdings nur als Privatperson. Das ist Frau Kabasci aber nicht, denn sie hat ein Mandat, das ihr ein Teil der Lüneburger Bürgerschaft per Wahl erteilt hat. Frau Kabasci ist deshalb eine Person des öffentlichen Lebens. Von diesen wird zu recht erwartet, dass sie darüber Auskunft geben, wenn sich die Bedingungen für ihre Wahl geändert haben. Das hat Frau Kabasci noch nicht begriffen. Sie ist ja auch noch jung. Doch es gibt noch mehr Fragwürdigkeiten in dieser Angelegenheit. 

Kein Mut zum Sparen

11.10.2025 - Die Löcher in den Haushalten von Stadt und Landkreis Lüneburg werden größer und größer, doch die Begründungen bleiben stets dieselben: zu viele Pflichtaufgaben, zu wenig Geld dafür von Bund und Land und – das kommt inzwischen noch hinzu – eine schwache wirtschaftliche Entwicklung. Das ist zwar alles richtig, und dennoch ist es nur die halbe Wahrheit. Denn die Stadt Lüneburg und der Landkreis hätten durchaus Möglichkeiten, Mittel einzusparen.

Kann nicht funktionieren

03.10.2025 - Das war abzusehen. Nachdem in Berlin beschlossen wurde, den Mindestlohn mit Beginn des kommenden Jahres zu erhöhen, war es nur eine Frage der Zeit, bis die scheinbar so sozial gut gemeinte Erhöhung erste Negativauswirkungen zeigt. Denn höhere Löhne schlagen sich – und es stimmt bedenklich, dass dies in diesem Land immer wieder in Erinnerung gerufen werden muss – auf die Preise nieder. Die Quittung bekommen letztlich alle zu spüren.