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Kommentar

Zum Verzweifeln

03.09.2026 - Als hätte man es ahnen können. Mit dem Totalausfall noch vor dem offiziellen Start seiner neuen Elbfähre reiht sich der Landkreis Lüneburg im Namen seiner "Moin"-Gesellschaft nahtlos in die wenig rühmliche Galerie des Versagens kommunaler Aufgabenträger ein. Dem Motto folgend: Was Travemünde und die schleswig-holsteinische Gemeinde Missunde mit ihren Fähren schon nicht auf die Reihe bekommen haben, müssen wir noch lange nicht schaffen, dürfte sich nun auch der Landkreis bundesweiter Beachtung sicher sein. Gewiss, das klingt zynisch, aber sich häufende Versagen wie diese lassen viele Menschen inzwischen nur noch rat- und fassungslos zurück.

Wenn Grüne der Natur den Rücken kehren

25.08.2026 - Schön, dass die neue Fähre nun bald fährt. Warum aber ausgerechnet eine neue Fähre die Menschen links und rechts der Elbe beglücken soll, dürfte vermutlich noch nicht einmal Miriam Staudte erklären können. Sie ist die Grüne Landwirtschaftsministerin in Hannover und unternimmt seit Jahren alles, um den Bau einer neuen Brücke über die Elbe zu verhindern. So soll ein ministeriell verordnetes Fährkonzept für Ordnung und Verlässlichkeit sorgen, obwohl ausgerechnet die Natur es ist, die sich mit Dauer-Niedrigwasserständen vehement dagegenstellt. Doch die Grünen wären nicht die Grünen, wenn sie nicht auch mit diesem inneren Widerspruch leben könnten.

Andere Zeiten, andere Zinsen

23.08.2026 - Nicht jeder politischen Entscheidung sind Erfolg und Zustimmung vergönnt, die kontinuierlich steigenden Zustimmungswerte für die AfD zeigen es. Dass es auch anders gehen kann, scheint zumindest der Rat der Stadt Lüneburg jetzt bewiesen zu haben. Mit seinem Beschluss für ein neues Erbbaurechtsmodell ist er nicht nur den Betroffenen entgegengekommen, er hat vor allem gezeigt, dass Politik lernfähig ist. Ganz ohne Druck von der Straße aber ging es auch hier nicht.

Safety first?

17.08.2026 - Dass massenhaft Personen, die zu Fuß die Dömitzer Elbbrücke passiert haben, in die Elbe gestürzt sind, weil das Geländer der Brücke nicht hoch genug war, das war bislang noch in keinem Polizeibericht zu lesen. Doch was nicht geschehen ist, hätte ja geschehen können. Dieser Logik folgend werden nicht nur an der Dömitzer Elbbrücke, sondern vielerorts im Land Arbeiten durchgeführt, die als ein Mehr an Sicherheit verkauft werden, bei kritischer Betrachtung aber überflüssig sind. Doch sie folgen einem Prinzip, dem sich keine Behörde entziehen kann.

Gut gemacht!

11.08.2026 - Es kommt nicht allzu oft vor, dass man Politikern zurufen möchte: "Gut gemacht!" Im Fall der Entscheidung des Landkreises Lüneburg, die Elbfähre "Amt Neuhaus" trotz Niedrigwasser wenigstens für Schüler wieder übersetzen zu lassen, ist ein solches Lob angebracht. Denn ihnen werden damit zermürbende Überlandfahrten mit dem Bus erspart, die zu noch fast nachtschlafender Zeit angetreten werden müssen, um rechtzeitig im Unterricht zu erscheinen, nur weil sie auf der anderen Seite der Elbe leben. Dass diese Lösung gefunden wurde, ist anzuerkennen. Gänzlich uneigennützig wird sie dennoch nicht getroffen worden sein.

Phantasielos

08.08.2026 - Lüneburg hat wie jede mittelgroße Stadt eine Vielzahl von Kinderspielplätzen. Das ist gut so, Kinder brauchen schließlich einen Ort, an dem sie mit Gleichaltrigen zusammenkommen, mit ihnen spielen, klettern und toben, sich mit ihnen messen können. Vor allem brauchen sie ihn, um im Spiel eigene Fähigkeiten und Grenzen zu erfahren, lernen, Niederlagen auch mal wegzustecken, wieder aufzustehen und weiterzuspielen, kurzum: soziale Kompetenz erwerben. Viel braucht ein solcher Spielplatz dafür nicht. Dass die Stadtverwaltung nun um Vorschläge bittet, wie der vorhandene Spielplatz am Liebesgrund noch attraktiver werden kann, zielt daher in die falsche Richtung. Auch aus einem weiteren Grund.

Worst Case für den Landkreis

29.07.2026 - Was geht nur in ihren Köpfen vor? Das fragt man sich angesichts der Entscheidung, die von den Mitgliedern des Wahlausschusses des Landkreises Lüneburg heute getroffen wurde. Mit großer Mehrheit beschlossen sie, den AfD-Politiker Stephan Bothe nicht als Kandidat fürs Landratsamt zuzulassen. Das mag aus Sicht der Mitglieder, die parteipolitisch nominiert wurden, nachvollziehbar sein, verfassungsrechtlich aber wirft dies ernste Fragen auf. Mit der AfD hat dies indes nur wenig zu tun. Und auf den Landkreis Lüneburg kommen harte Zeiten zu.

Gefährliche Aktion

30.06.2026 - Als hätte man drauf warten können: Rechtzeitig zu Beginn des Kommunalwahlkampfs kommt der Landkreis Lüneburg mit Bedenken um die Ecke, der AfD-Bewerber ums Landratsamt, Stephan Bothe, stehe nicht auf dem Boden des Grundgesetzes. Formal ist daran nichts zu beanstanden. Eine Behörde, in diesem Fall die Kreiswahlleiterin, muss das in ihrem Rahmen Notwendige tun, um eine Wahl ordnungsgemäß durchführen zu lassen. Das Vorgehen hat dennoch mehr als nur ein Geschmäckle.

Genial

25.05.2026 - Wenn es um Bildung geht, kennt die Politik seit Jahrzehnten nur ein Ziel: Es muss mehr dafür getan werden. Die Ergebnisse sind dennoch erschreckend, wie die PISA-Zahlen ebenfalls seit Jahren belegen. Umso vehementer fallen anschließend regelmäßig die Forderungen der Politik aus, insbesondere wenn Wahlen bevorstehen. In Lüneburg ist das nicht anders, wie der Rat in seiner jüngsten Sitzung bewies.

Nicht der Schlechteste

05.05.2026 - Er kann's nicht lassen. Dreißig Jahre war Ulrich Mädge Oberbürgermeister von Lüneburg, hat die Stadt geformt und in vielen Punkten vorangebracht, hat Gelder eingesammelt, Projekte gestemmt, Allianzen für seine Ziele geschmiedet und sich mit Widersachern auch mal angelegt. Und nun will der 75-Jährige wieder ins Rathaus zurück. Dieses Mal nicht als Chef der Verwaltung, sondern als dessen kritischer Begleiter und Kontrolleur. Für Lüneburg kann das nur von Vorteil sein.