08.05.2025 - Wer Dirk Neumann kennt oder ihn mal im Rat der Stadt erlebt hat, weiß: Ein perfider Demagoge und Hetzer gegen alles, was Linken und Grünen heilig ist, ist er nicht. Im Gegenteil, Neumann fällt eher durch Bescheidenheit, die schon fast an Schüchternheit grenzt, als durch Draufgängertum und billige Rhetorik auf. Seine Reden und Wortbeiträge im Rat mögen dem einen oder anderen nicht gefallen, doch sie sind stets an der Sache orientiert und liefern nicht selten wertvolle Erkenntnisse. Ihn jetzt in die rechtsextremistische Ecke zur rücken, wie es die "LZ" mit ihrem Artikel geschafft hat, nur weil der Verfassungsschutz unbegründeten Verdacht gegenüber der AfD geäußert hat, ist mehr als gemein.
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29.04.2025 - Eines muss man Claudia Kalisch lassen: Sie schafft es immer wieder, mit unerwarteten Ankündigungen und Äußerungen für Aufmerksamkeit zu sorgen. Aktuell ist es wieder eine Personalie, die aufhorchen lässt. Sie holt den langjährigen CDU-Politiker Eckhard Pols ins Rathaus, was schon deshalb überrascht, weil Pols als Stadtratsmitglied Kalisch gern mal Paroli bietet. Warum also nun ausgerechnet der CDU-Mann für das Amt des Wirtschaftslotsen? Eine Erklärung könnten die Kommunal- und Oberbürgermeisterwahlen im kommenden Jahr sein.
07.04.2025 - Macht- und hilflos – so wirken nicht nur die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung angesichts der zunehmenden Leerstände in Lüneburg, so wirken auch deren Vorschläge und Konzepte gegen den anhaltenden Attraktivitätsverlust der Lüneburger Innenstadt. Verzweifelt bemüht man sich seit Jahren, den drohenden Kaufkraftverlust durch allerlei billige Aktionen zu stoppen, am liebsten mit Bier-, Bratwurst- und Mitgrölveranstaltungen wie dem Stadtfest. Das lockt zwar kurzfristig einige Tausend Trinkfreudige an, hebt aber nicht das Image der Stadt, die durchaus anderes zu bieten hat.
22.03.2025 - Mit dem Bürgerwillen ist das so eine Sache. Zwar bekunden nahezu alle Politiker stets, ganz bürgernah sein zu wollen, jeden mitzunehmen und bloß nicht über die Köpfe des Souveräns hinwegzuregieren. Doch wenn es ernst wird, kommt es doch meist so, wie es in den Parteizentralen und Fraktionssitzungen beschlossen wurde. Und wenn sich dann noch eine parlamentarische Mehrheit findet, ist die Sache perfekt. So geschehen jetzt bei der Umbenennung der Hindenburgstraße. Ärgerlich nur, wenn zuvor noch eine Umfrage mit gegenteiligem Ergebnis gestartet wurde.
16.02.2025 - Dürfen Vertreter der Kirche sich heute mit mehr oder weniger eindeutiger Wahlempfehlung in den laufenden Bundestagswahlkampf einmischen? Als Privatpersonen natürlich, das Recht steht schließlich jedem zu. Als Institution Kirche allerdings nicht, das ist nicht ihre Aufgabe. Dass sie es 1933 nicht getan hat, kann auch keine Begründung dafür sein, es heute tun zu müssen. In Zeiten eines aufgeklärten Bürgertums und allgegenwärtiger Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten braucht es keine Empfehlung von der Kanzel, wo man sein Kreuz zu setzen hat.
07.02.2025 - Ups, das ging ja dann doch plötzlich fix! Zwölf Monate Haft ohne Bewährung, verhängt für einen Westafrikaner ohne Aufenthaltserlaubnis, weil er in den letzten Wochen mehrfach die Zeche in Lüneburger Restaurants prellte und dann auch noch eine Frau verprügelte. Was normalerweise eher zu einer Randnotiz in den gängigen Medien taugt, ist plötzlich ein bundesweit beachtetes Thema. Zufall? Nein, Wahlkampf. Dem konnte sich auch Lüneburgs Oberbürgermeisterin nicht entziehen.
05.02.2025 - Was aktuell in Lüneburg läuft, ist für viele nicht mehr nachvollziehbar. Dass ein Ausreisepflichtiger wochenlang täglich mehrfach Straftaten in der Stadt verüben kann, ohne mit Konsequenzen der Strafverfolgungsbehörden rechnen zu müssen, macht die Menschen sprachlos und wütend. Die überquellenden Kommentare in den Sozialen Medien sind voll davon. Dass die Behörden aber offenkundig nicht einmal wissen, welch' "tickende Zeitbomben" hier frei herumlaufen, verwundert inzwischen kaum noch. An "Behördenversagen" scheint man sich schon gewöhnt zu haben. Die Ausländerbehörde trifft dieser Vorwurf allerdings weniger. In den Blick des Versagens gerät eine ganz andere Behörde.
31.01.2025 - Es war abzusehen, dass sich nach der heftigen Migrations-Debatte am Mittwoch im Bundestag wieder viele Menschen auf dem Lüneburger Marktplatz zu einer Spontan-Demo zusammenfanden. Man kennt das in Lüneburg inzwischen: Immer, wenn es nicht so läuft in der Politik, wie SPD, Grüne und Linke es sich vorstellen, sind die Lüneburger NGOs, der schwarze Block der Antifa und die "Omas gegen Rechts" zur Stelle. Gemeinsam hetzen sie dann gegen Andersdenkende, in diesem Fall gegen die CDU, weil sie im Bundestag ihren Antrag zur Eindämmung der Flüchtlingsflut nicht zurückziehen wollte. Aschaffenburg, Magdeburg, Solingen, Mannheim, Brokstedt? Kein Thema.
22.01.2025 - Es ist nicht nur richtig, dass die Landräte mahnend an Hannover appellieren, endlich auch die Kosten für die ihnen übertragenen Aufgaben zu übernehmen. Es ist auch höchste Zeit. Denn seit langem schon ächzen die Kommunen unter den immensen finanziellen Belastungen, vornehmlich für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen. Hinzu kommen Fehlanreize fürs Bürgergeld, das früher mal Sozialhilfe hieß und allein von den Städten und Gemeinden getragen werden muss. Das Ergebnis sind steil anwachsende Schuldenberge, die von den Kommunen allein längst nicht mehr abgebaut werden können. In einem Punkt aber liegen sie falsch: in ihrem Beharren, die freiwilligen Leistungen nicht anzutasten.
19.01.2025 - Freude? Jubel? Dazu gibt der jetzt vorliegende Planfeststellungsbeschluss für den sieben Kilometer langen Abschnitt der A39 im Nordosten Lüneburgs wahrlich keinen Anlass. Nicht wegen angeblicher Umwelt-Katastrophen, die erwartungsgemäß von Klimaschützern prophezeit werden, sondern weil es mehr als zwölf Jahre brauchte, einen solchen Beschluss vorzulegen. Ein zeitnaher Baubeginn ist damit aber noch lange nicht gegeben. Denn nun werden Umweltverbände und ihnen nahestehende Organisationen alles daran setzen, den Bau per Klage zu verhindern. Damit sollte endlich Schluss sein.

