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Kommentar

Die Tücken der Transformation

04.09.2025 - Das Gute vorweg: Es ist lobenswert, dass die Lüneburger SPD sich eines Themas annimmt, das vielen zunehmend auf den Magen drückt: die schwindende Attraktivität Lüneburgs als Wirtschaftsstandort. Für einige, die in den zahlreichen Behörden in Lüneburg beschäftigt sind – seien es städtische oder Landes-Behörden oder Gerichte –, mag das nicht so wichtig sein, sie bekommen ihr Geld auch so. Doch es gibt immer noch Menschen, die ihre berufliche Zukunft in einem Unternehmen und nicht in Verwaltungsstuben sehen. Auch die Stadt selbst sollte ein erhebliches Interesse an Betrieben und Unternehmen haben, schließlich machen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer einen Großteil im städtischen Haushalt aus. Doch was hat das mit Transformation zu tun? 

Endlich wieder mehr Spannung?

28.08.2025 - Wenn ein Körper nicht mehr reagiert, helfen bisweilen nur noch kräftige Wiederbelebungsversuche – teils mit heftigen Stromstößen. Das gilt auch für den Lüneburger Stadtrat, der sich schon seit langem nicht mehr in der Lage sieht, die Verwaltung mit ihrem desolaten Haushalt unter seine Kontrolle zu bringen – und für den er letztlich ganz allein verantwortlich ist. Abhilfe könnte nun von der "Volt"-Partei kommen, die schon ihrem Namen nach für spannungsgeladene Poltiik steht. Mit ihrem Neu-Mitglied Pauly hat sie zumindest die besten Voraussetzungen dafür.

Und wer jetzt?

08.08.2025 - Eigentlich ist er mit seinen 59 Jahren noch zu jung, um nicht mehr mitmischen zu wollen. Immerhin bringt es Friedrich Merz als gerade erst gewählter Kanzler auf 69 Jahre, und auch Donald Trump will es mit seinen 79 Jahren noch einmal vier weitere Jahre machen. Doch Böther scheint einen Instinkt dafür zu haben, wann es richtig, den Staffelstab an einen anderen zu übergeben. Gesundheit ist nun mal ein hohes Gut, über das nicht gut zu verhandeln ist. Seine Entscheidung verdient daher durchaus Respekt, erst recht ein Jahr vor der anstehenden Neuwahl des Landrats. Womit das eigentliche Problem beschrieben ist.

Systemversagen

19.07.2025 - "Redundanz", also das Bereithalten von Ersatz-Ressourcen für den Fall einer Störung, ist für viele Unternehmen, insbesondere solche mit Systemrelevanz, nicht nur zwingend erforderlich, es ist auch das Gegenteil von "Wird schon gutgehen". Letzteres scheint indessen zunehmend zum Leitmotiv deutscher Politik zu werden. Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und dem Abschalten von Kohle-Kraftwerken zwecks Konzentration auf Sonnen- und Windenergie wurde dieser Weg zielsicher beschritten, wie inzwischen auch den Gutmeinendsten deutlich geworden ist – der Einkauf von Strom aus dem Ausland spricht Bände. Was das Ausland für die Energiewirtschaft ist, sind die Drogeriemärkte für die Bürgerämter. Kein beruhigendes Gefühl.

Miriams Welt

04.07.2025 - Hannover? Bist Du noch da? Diese Frage drängt sich auf angesichts der Wortlosigkeit, die seit Wochen aus der niedersächsischen Landesregierung beim Thema Elbfähre zu vernehmen ist. Während Landesminister von SPD und Grünen für gewöhnlich keine Gelegenheit verstreichen lassen, jede noch so banale Temperaturauffälligkeit in einen apokalyptisch anmutenden Klimazusammenhang zu bringen, ist es beim Dauer-Niedrigwasser der Elbe erstaunlich ruhig. Nichts ist aus Hannover zu den langanhaltenden Ausfällen im Fährbetrieb im Landkreis zu hören. Das hat seinen Grund.

Schluss jetzt!

27.06.2025 - Die meisten wollen davon nichts mehr hören und nichts mehr lesen - zu recht! Seit rund zwanzig Jahren wird darüber gestritten, ob die aus allen Nähten platzende Bahnstrecke Hamburg - Hannover ausgebaut oder eine gänzlich neue Trasse für den von vielen geforderten Zuwachs des Schienenverkehrs benötigt wird. Weil die Deutsche Bahn zeitgeistgedrungen mit gigantischem Planungs- und Kostenaufwand jeder noch so sinnlosen alternativen Planungsidee nachgehen muss, die in Landrats- und Bürgerinitiativstuben ausgeheckt wird, nur um eigene Belange dem Allgemeinwohl vorzuziehen, steht Deutschland seit Jahren auf dem Schlauch – nicht nur in Sachen Schiene. Zumindest die Bahn-Verantwortlichen haben dem nun ein Ende gesetzt.

Wenig hilfreich

23.06.2025 - Wer die Studie zur Attraktivität Lüneburgs liest, reibt sich verwundert die Augen: Danach ist Lüneburg in bester Ordnung, die Stadt ist hochattraktiv, Jugendliche werden mehr als anderswo angezogen, selbst die öffentliche Klo-Frage ist zur Zufriedenheit gelöst und auch die Parksituation ist kein Problem. Hallo?? Wie kann das sein, wo doch die Stimmung im Einzelhandel und in Teilen der Bevölkerung seit Jahren das genaue Gegenteil aussagt? Sind alle realitätserblindet? Leidet Lüneburg unter einem Luxus-Problem, nur weil ein paar Geschäfte leerstehen? Sicher nicht. Denn die Studie hat offenbar Entscheidendes vergessen.

Höchste Zeit zum Umsteuern

31.05.2025 - Wie schwer es ist, eine Stadt nicht abrutschen zu lassen, erfahren gerade die Lüneburger Stadtverantwortlichen. Nicht nur, weil die Leerstände in den Top-Einkaufslagen, also dort, wo Lüneburger Geschäftsleute bislang immer bestes Geld verdienen konnten, von Quartal zu Quartal weiter wachsen – nein, viel schlimmer: Inzwischen macht sich ein weitaus größeres Problem in der Innenstadt breit, das des gesellschaftlichen Untergangs. Ihre Protagonisten: Trinker, Penner und Junkies und, man muss es so sagen, die Lüneburger Politik.

Wahlkampf!

26.05.2025 - Respekt! Diese Bewertung scheint angebracht angesichts der Aufgabe, der sich die Lüneburger Stadtverwaltung von heute an stellen will. Denn nichts Geringeres als die Lösung der bundesweiten Wohnraumkrise hat sich das Rathaus auf die Fahnen geschrieben. So viel Engagement ist überaus lobenswert. Doch Fragen sind angebracht. Nicht nur danach, warum die Verwaltung, die Bauanträge ja jetzt schon nicht in der gebührenden Frist bearbeiten kann, sich nun auch noch eine zusätzliche Last aufbürdet. Die Antwort darauf könnte im kommenden Jahr liegen.

Noch ein Alarmzeichen

18.05.2025 - Die Alarmzeichen für die wirtschaftliche Situation in der Region mehren sich. Waren es bislang vor allem die zunehmenden Leerstände in Lüneburgs Innenstadt-Geschäften, die – zumindest bei den wirtschaftsnahen Fraktionen im Rat der Stadt – die Sorgenfalten um die Zukunft der Stadt auf die Stirn trieben, kommen die Einschläge nun auf breiterer Front näher. So musste kürzlich das Eisenwerk dichtmachen, auch Witte in Barskamp, bis vor kurzem noch unvorstellbar, meldete Insolvenz an, bei Panasonic wird Personal und Arbeitszeit reduziert, um nur Beispiele zu nennen. Die jetzt vorgelegte IHKLW-Umfrage mag in diesem Konzert leise klingen, unterschätzen aber sollte man sie nicht.