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Verbilligtes Deutschlandticket als Lockangebot

OB-Kandidat Oliver Wozniok will Schülern, Studenten und Rentnern unter die Arme greifen

Wenn es nach Oliver Wozniok geht, sollen Lüneburgs Schüler, Studenten und Rentner bald mit vergünstigtem D-Ticket reisen dürfen. Foto: LGheuteLüneburg, 07.04.2026 - Wer Oberbürgermeister werden will, braucht ein Programm, wie die Stadt zukunftssicher gemacht werden kann – fürs Gestrige wird man nicht gewählt. Doch was überzeugt beim Wähler? Mehr Wirtschaft? Mehr Wohnungen? Mehr Sicherheit? Mehr Fahrradwege? Oliver Wozniok, den die SPD im Rathaus gern auf dem Chefsessel sehen möchte, hat sich für Geschenke ausgesprochen: Lüneburgs Randgruppen sollen ein vergünstigtes Deutschland-Ticket erhalten.

Für ihn sei es eines seiner "Herzensprojekte" erklärt Wozniok und meint damit die "Lüneburger Lösung" für vergünstigte Deutschlandtickets. Die sollen, wenn es nach dem OB-Kandidat geht, Schüler, Auszubildende, Bundesfreiwilligendienstleistende unter 23 Jahren sowie Rentner mit schmalen Einkünften bekommen. "Als Oberbürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, dass wir Dinge möglich machen, auch in punkto bezahlbare Mobilität", so Wozniok. Schließlich begegne ihm das Thema Bezahlbarkeit immer wieder auf seinen "Zuhörtouren".

Das Modell Deutschlandticket sei eines der besten Beispiele dafür, was alles geht, "wenn man sich erst einmal traut es zu denken“, sagt Wozniok. Dasselbe gelte für die jüngste Wendung für die Einführung der Kartenzahlung im hvv-Gebiet. "Nur nützen die besten ÖPNV-Angebote den Menschen nichts, die sie sich nicht leisten können." Dabei sei die Lücke konkret: Die meisten Schüler im Stadtgebiet haben keinen Anspruch auf die vom Landkreis finanzierte Schülerbeförderung, weil ihre Schule innerhalb des zumutbaren Fußwegs liegt. Auszubildende ohne Arbeitgeberzuschuss zahlen über 50 Euro im Monat. "Das ist für eine Azubi-Vergütung viel Geld. Und für Familien mit mehreren Kindern erst recht", so Wozniok.

Immer wieder seien in der Vergangenheit in Lüneburg politische Vorstöße für Vergünstigungen im Keim erstickt worden. "Zu teuer, nicht zuständig, geht nicht. Aber, ganz ehrlich, Ideenlosigkeit hat noch nie ein Problem gelöst." Er verweist auf Beispiele für örtliche Vergünstigungen wie in Hannover, Gifhorn und Braunschweig und in anderen Bundesländern wie Hamburg oder Schleswig-Holstein. "Das sind alles Beispiele dafür, dass wir gucken sollten, was geht und wie wir für Lösungen Verbündete finden. Genau so verstehe ich den Job als künftiger Oberbürgermeister."

Perspektivisch will Wozniok auch daran arbeiten werden, diesen Vorschlag zu einem Sozialticket auszubauen. "Denn nicht nur im Alter ist bezahlbare Mobilität wichtig, sondern in jeder Lebenslage.“ Auch für Ehrenamtliche könne ein solches Ticket gedacht werden – als Anerkennung für das geleistete Engagement.

Wie hoch die Vergünstigungen ausfallen sollen und wie Wozniok sie angesichts des desolaten Haushalts finanzieren will, sagte er nicht.

 

 

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