Rat beschließt neue Regelung für den Platz Am Sande – CDU stellt sich dagegen
Lüneburg, 24.04.2026 - Wer sich am Platz Am Sande noch einen beschwingt-beschwipsten Tag machen möchte, muss sich beeilen: Ab dem 1. Mai ist Alkoholkonsum außerhalb der Gastronomie dort verboten, und zwar immer von montags bis samstags jeweils von 8 bis 19 Uhr. Das beschloss der Rat der Stadt in seiner gestrigen Sitzung. Die CDU findet ein Alkoholverbot zwar richtig, hat aber trotzdem nicht dafür gestimmt.
"Endlich", so die CDU Lüneburg, komme das Alkoholverbot, es sei "aber leider falsch", sagt der Stadtverbandsvorsitzende Heiko Eggers. Er kritisiert, dass pauschal für den gesamten Platz ein Verbot ausgesprochen wurde, statt gezielt vorzugehen. Lieber hätte die CDU eine Regelung gesehen, die sich an dem Hamburger Modell orientiert: ein Alkoholverbot lediglich an den Bushaltestellen.
Laut Ratsbeschluss soll die Maßnahme von der Arbeit der vorhandenen Streetworker und den Kontrollen des Kommunalen Ordnungsdienstes begleitet werden. Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch (Grüne) betont: "Der Platz Am Sande hat eine herausragende touristische und verkehrliche Bedeutung. Die Menschen sollen sich hier wohl und sicher fühlen."
Zwar sieht das auch die CDU so, allerdings glaubt sie nicht daran, dass für eine wirksame Kontrolle der Kommunale Ordnungsdienst taugt, denn "der ist schon heute chronisch unterbesetzt", so Eggers.
Als falsch bezeichnet die CDU auch, dass die Sitz- und Liegebänke an den Bushaltestellen nicht abgebaut werden. Seitdem die Stadtverwaltung sie aufgestellt hat, haben sich dort die Lüneburger Trinker- und Drogenszene breit gemacht, die dort häufig aggressiv und laut pöbelnd auffällt – zum Schrecken von ÖPNV-Kunden, Passanten und des dortigen Einzelhandels.
◼︎ CDU: Problem wird nur verlagert
Der Geltungsbereich des Alkoholverbots erstreckt sich auf den Platz Am Sande und das Umfeld der St.-Johannis-Kirche. Die Außengastronomieflächen und die Veranstaltungen "Lüneburg feiert" und "Sülfmeistertage" sind von dem Verbot nicht betroffen. Für Weihnachtsmärkte und sonstige Veranstaltungen will die Stadt "unbürokratisch Ausnahmen" erteilen.
Auch hier will die CDU nicht mitgehen. Sie befürchtet, dass mit dem jetzt beschlossenen Verbot das Problem lediglich verlagert wird. "Und das sehen wir bereits: Es gibt längst weitere Trinkertreffpunkte in Lüneburg, zum Beispiel Bei der Abtspferdetränke. Die Frage ist also: Kommt dann dort das nächste Alkoholverbot?"
Die Verordnung ist vorerst befristet bis zum 30. April 2027. Die Hansestadt will die Auswirkungen der Regelung "genau beobachten" und nach einem Jahr über etwaige Anpassungen oder eine Erneuerung entscheiden.
Vor Inkrafttreten der Verordnung sollen an den Grenzen der künftigen Alkoholverbotszone in den kommenden Tagen Schilder angebracht werden, die auf das Verbot hinweisen. Der Kommunale Ordnungsdienst werde die Einhaltung der Regelung gerade in der Anfangsphase mit Augenmaß kontrollieren, so das Rathaus. Zunächst stünden "freundliche Ansprache und Erläuterungen im Vordergrund, bevor förmliche Aufforderungen zur Durchsetzung des Verbots erfolgen".
Ziel der Stadtverwaltung jedenfalls ist es, den Platz Am Sande als "zentralen und beliebten Innenstadtbereich für alle Menschen sicher, nutzbar und attraktiv zu halten". Um möglichen rechtlichen Folgen aus dem Verbot begegnen zu können, schränkt Kalisch deshalb auch vorsorglich ein: "Die Maßnahme richtet sich nicht gegen bestimmte Personengruppen, sondern gegen ein konkretes Verhalten, das nachweislich zu erheblichen Störungen führt."
◼︎ Vorsicht bei Geöffnetem
Im Detail schreibt die Verordnung Folgendes vor: "Innerhalb des Geltungsbereichs ist es werktags (Montag bis Samstag) in der Zeit von 8 bis 19 Uhr verboten, alkoholische Getränke zu konsumieren und mit sich zu führen, wenn die Absicht erkennbar ist, dass diese im Geltungsbereich der Verordnung konsumiert werden sollen. Dies ist insbesondere dann anzunehmen, wenn Flaschen oder andere Gefäße geöffnet mitgeführt werden", so die Pressestelle der Stadt.

