header

Kein Wort zum Renten-Streit

Lüneburgs SPD-Bundestagsabgeordneter spricht bei der Generaldebatte im Bundestag

Jakob Blankenburg heute bei seiner Rede im Deutschen Bundestag. Foro: Screenshot ParlamentsfernsehenBerlin, 26.11.2025 - Geschätzt 80 Bundestagsabgeordnete meldeten sich heute im Deutschen Bundestag zu Wort bei einem Thema, das stes mediale Aufmerksamkeit garantiert: die Generaldebatte zum Etat des Bundeskanzlers, die immer auch eine Abrechnung der Opposition mit der Arbeit der Bundesregierung ist. Zu Wort durfte sich heute auch der Lüneburger SPD-Bundestagsabgeordnete Jakob Blankenburg melden. 3 Minuten und 32 Sekunden hatte der 28-Jährige Zeit, seine Sicht auf die aktuellen Probleme darzulegen. Wer ein Statement zur laufenden Renten-Debatte erwartet hatte, wurde allerdings enttäuscht. 

Als Jakob Blankenburg kurz nach 13 Uhr ans Rednerpult des Bundestags trat, hatten vor ihm bereits 28 Abgeordnete das Wort ergriffen und sich bereits kontrovers an den aktuellen Themen Ukraine-Krieg, Wirtschaftsflaute, Migrations-Kosten und Über-Verschuldung abgearbeitet. Passend wäre da ein Beitrag gewesen, wie denn die Jüngeren innerhalb der SPD zum aktuellen Renten-Problem stehen, nachdem die Junge Union als Jugend-Organisation der CDU mit ihrem angekündigten Veto zum Rentenpaket der Bundesregierung die Republik seit Tagen hinsichtlich ihrer Koalitionstauglichkeit in Atem hält.

Doch Blankenburg wich dem Thema aus. Statt deutlich zu machen, wofür er als einer der jüngsten Bundestagsabgeordneten steht, noch dazu als einer, der in seinem Wahlkreis Lüchow-Dannenberg/Lüneburg zum zweiten Mal das Direktmandat erobert hatte und damit relativ frei von parteiinternem Listen-Geschacher ist, überraschte er mit einem Redebeitrag, der deutlich abseits der aktuellen Debatten lag. Er fragte sich, "was wohl Menschen in hundert Jahren über uns sagen werden, ob sie sehen, wie ernst die Lage ist".

Blankenburgs Blick auf die Realität galt dem Klimawandel. Vielleicht, weil er meinte rechtfertigen zu müssen, warum er als einer von 80.000 Teilnehmern zur gerade beendeten Klima-Konferenz nach Brasilien reisen musste, obwohl seine Partei dort mit Umweltminister Casten Schneider und Entwicklungshilfeministerin Reem Alabali Radovan bereits hochrangig vertreten war und die zudem noch eine Milliarde Euro für den brasilianischen Urwald-Fonds mitgebracht hatten.

Er habe dort "erlebt, wie eng Fortschritt und Frustration dort beieinander liegen", führte Blankenburg in seiner Rede aus. Dies, so sein Fazit, bedeute, dass "wir hier zu Hause schneller und gerechter handeln müssen". Dafür "investiere" die Bundesregierung in "sozial gestaffelte Förderungen, Unterstützung für Wärmenetze, Mittel für Klimaanpassung". Schließlich wären "ohne diese Investitionen die Lasten für viele Menschen nicht tragbar". 

Was Blankenburg leider verwechselt, ist der Unterschied zwischen Subventionen und Investitionen. Letztere führen, richtig eingesetzt, zu wirtschaftlicher Prosperität, die dann auch Subventionen ermöglichen, die letztlich nichts anderes als staatliche Alimentationen sind.

Vielleicht hätte Blankenburg sich die Reise nach Brasilien doch lieber sparen und seinen Blick besser auf die Renten-Debatte werfen sollen, da hätte er als noch junger Abgeordneter sicher viel Gehör gefunden. Wobei auch beim Thema Rente Kenntnisse über gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge von Vorteil sind.

Die Rede von Jakob Blankenburg ist hier zu finden.

 

 

Kommentar schreiben