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Der Umbau soll beginnen

Arbeiten für neues Verwaltungs-Gebäude am Markt starten – Schätzungen zu den Kosten gehen auseinander 

Ab Ende 2027 soll, so die aktuelle Planung, das Gebäude für die Verwaltung genutzt werden. Foto: LGheuteLüneburg, 07.07.2026 - Rund vier Jahre stand das ehemalige "Lünebuch"-Gebäude am Markt leer, jetzt soll wieder Leben in die großräumigen Etagen einziehen. Die Stadtverwaltung will dort moderne Büroflächen für Mitarbeiter der Stadtverwaltung schaffen, im Erdgeschoss soll eine "Multifunktionsfläche" mit Raum für Bürgerservice, Dialog und Veranstaltungen entstehen. Mit den Umbauarbeiten soll jetzt begonnen werden, teilte die Stadtverwaltung mit und nennt neue Zahlen zu den Kosten des Projekts. 

In einem ersten Schritt soll an der Fassade An den Brodbänken ein Bauzaun aufgestellt werden, er soll als Staub- und Sichtschutz dienen und wird laut Stadtverwaltung "perspektivisch" noch mit einer gestalteten Plane versehen. Diese soll in Text und Bild Ausschnitte aus der Geschichte des Gebäudes abbilden, das an der Stelle des 1962 abgerissenen "Schütting", dem 1466 etablierten Gesellschaftshaus des Rates der Stadt, entstand.

Anschließend soll ein Gerüst samt Aufzug errichtet werden, um Abbruchmaterialien aus dem 3. Obergeschoss aus dem Gebäude transportieren zu können. Voraussichtlich ab Oktober sollen dann die Roh- und Trockenbauarbeiten starten und die Haustechnik installiert werden. 

◼︎ Jetzt schon 3,5 statt 3 Millionen Euro für den Umbau

Im Oktober 2024 hatte der Rat der Stadt den Kauf des Eckhauses beschlossen. Er folgte damit der Empfehlung der Stadtverwaltung, die sich von dem Kauf Einsparungen an anderer Stelle erhofft. Denn durch den enormen Personalzuwachs in der Verwaltung mussten Räume angemietet werden, verteilt im Stadtgebiet. Deren Mietkosten – die Rede ist von 8,7 Millionen Euro in zehn Jahren – will Stadtkämmerer Matthias Rink mit dem Objekt einsparen. 

Ob diese Rechnung aufgeht, ist aber noch nicht ausgemacht. Die Stadt hat 2,2 Millionen Euro für den Kauf der Immobilie ausgegeben, inklusive Nebenkosten, wie das Rathaus auf Nachfrage bestätigte. Für den Umbau rechnet die Verwaltung jetzt "mit geschätzten Kosten" von 3,5 Millionen Euro, 2024 nannte sie noch 3 Millionen Euro. Bei einer Bruttonutzfläche, die von der Verwaltung mit 1.600 Quadratmetern angegeben wird, fallen so pro Quadratmeter Nutzfläche rund 2.000 Euro brutto Sanierungskosten an. 

◼︎ Zweifel an der Kalkulation der Verwaltung

Bei Fachleuten stößt diese Kalkulation auf Skepsis. Seriös müsse bei solchen Projekten mit netto 3.000 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden, erläuterte ein bekannter Lüneburger Bauträger gegenüber LGheute. Statt der 3,5 Millionen Euro, die von der Stadtverwaltung zugrunde gelegt werden, würden damit also 5,3 Millionen Euro anfallen, zuzüglich Mehrwertsteuer wären es 6,3 Millionen Euro – allein für die Sanierung. Zusammen mit dem Kaufpreis plus weiteren 200.000 Euro, die laut damaliger Ratsvorlage für Planungskosten anfallen, wären es insgesamt 8,7 Millionen Euro. Die Stadtverwaltung geht nach den bislang von ihr genannten Zahlen lediglich von 5,7 Millionen Euro aus.

Wie hoch die Kosten genau sind, dürfte ab Ende 2027 feststehen, dann soll der Umbau "nach jetzigem Stand" abgeschlossen sein, so das Rathaus. Ob dann aber auch die versprochenen Einsparungen durch Aufgabe der noch angemieteten Räume erzielt werden, steht auf einem anderen Blatt. Denn bekanntermaßen ist der Begriff "Einsparungen" bei Personal und Kosten in den öffentlichen Verwaltungen eher unterrepräsentiert.

◼︎ Dazu bisher auf LGheute:

 

 

 

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