CDU-Politikerin fordert "Smart Stores" für den ländlichen Raum
Lüneburg, 19.02.2026 - Menschen in Dorflagen können sich in der Regel glücklich schätzen. Über frische Luft und intakte Natur sowieso, oft auch über Nachbarn, die weit genug entfernt sind, um störend zu wirken. Der Nachteil: Gelegentlich hapert es mit der Grundversorgung. Ab 19 oder 20 Uhr ist in der Regel Schluss mit Einkaufen, und auch das nur in ausgewählten Orten. Dieses Defizit will die CDU nun mit "Smart Stores" beheben.
In kleinen Orten rund um Lüneburg schließt der letzte Dorfladen. Der Weg zum nächsten Supermarkt ist weit. Gerade am Sonntag fehlt oft eine einfache Möglichkeit, schnell etwas zu besorgen – das sist das Szenario, mit dem die Lüneburger CDU-Landtagsabgeordnete Anna Bauseneick jetzt in die Offensive geht. Denn sie fordert die gesetzliche Freigabe für digitale, personalfreie Mini-Märkte, die technisch rund um die Uhr funktionieren – "aber rechtlich ausgebremst werden", wie Bauseneick kritisiert.
Sie sagt: "Wenn ein Smart Store komplett ohne Personal arbeitet, gibt es keinen sachlichen Grund, ihn am Sonntag geschlossen zu halten." Die CDU-Landtagsfraktion bringt deshalb einen Gesetzentwurf ein, der vollautomatisierte, personalfreie Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen ermöglicht. Klare Voraussetzung: Es darf kein Personal eingesetzt werden. Einschränkungen bei Größe oder Sortiment sind laut Bauseneick nicht vorgesehen.
Das könne gerade im ländlichen Raum rund um Lüneburg ein "echter Gewinn" sein, ist Bauseneick überzeugt. Kurze Wege. Mehr Flexibilität im Alltag. Eine Versorgung, die mit der Lebensrealität Schritt halte.
◼︎ Logistische Herausforderung
Ob die Idee trägt, darf indes bezweifelt werden. Denn die Realität sieht in vielen Fällen anders aus. Meist steuern die Bewohner auf dem Weg von der Arbeit zu ihrem Zuhause den nächstgelegenen Supermarkt an, von denen es auch auf dem Land inzwischen reichlich gibt. Und wer am Wochenende immer noch zusätzlichen Bedarf hat, kann zur Not auch die nächste Tankstelle ansteuern, die bekanntlich mehr als nur Sprit und Motoröl im Angebot haben. Das gilt übrigens auch für Stadtbewohner.
Wer aber dennoch auf die von Bauseneick favorisierten Smart Stores setzt, müsste zumindest ein etwa gleich großes Angebot wie die Tankstelle nebenan bieten. Das aber dürfte sowohl die technische Ausstatttung der Stores als auch die Logistik des jeweiligen Betreibers heraus-, wenn nicht überfordern.

