Ringen um die geplante Elbbrücke bei Neu Darchau geht in die nächste Runde
Lüneburg, 14.06.2026 - Wer meint, die Weichen für die geplante Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau seien längst gestellt und alles geht nach dem erfolgten Planfeststellungsbeschluss endlich voran, kennt das deutsche Planungsrecht nicht. Das sieht unter anderem die Vorlage einer sogenannten "Baureifebescheinigung" vor, um an die versprochene Co-Finanzierung aus Hannover zu kommen. Überdies müssen auch noch Grundstücksfragen geklärt werden. Und die Brückengegner geben auch noch nicht auf.
Die Sache ist vertrackt: Ohne Geld aus Hannover kann der Landkreis Lüneburg die Brücke nicht bauen. Zwar will das Land 75 Prozent der Kosten übernehmen, allerdings nur, wenn zuvor gesichert ist, dass der Landkreis seinen Anteil ebenfalls beisteuert. Bei dem auf derzeit 100 Millionen Euro geschätzten Projekt sind das 25 Millionen Euro – Geld, das der hochverschuldete Landkreis nicht hat.
Doch ans Aufgeben will man in Lüneburg nicht denken, im Gegenteil. Der Betriebs- und Straßenbauausschuss des Landkreises Lüneburg (SBU), der das Projekt betreut, soll nun die Unterlagen für die sogenannte Baureifebescheinigung zusammenstellen, um damit die Fördermittel aus Hannover beantragen zu können. Das empfahl der Betriebs- und Straßenbauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Ob der Kreistag dieser Empfehlung auch folgen wird, ist fraglich. In seiner Sitzung Ende Juni soll darüber entschieden werden – und damit auch, ob der Landkreis die 25 Millionen Euro aufbringen wird.
◼︎ Es kommen weiter Kosten hinzu
Darüber hinaus sind weitere Planungsschritte einzuleiten, etwa die Ausführungsplanung in Auftrag zu geben oder erforderliche Baugrunduntersuchungen vorzunehmen. Die Kosten für die weiteren Planungsschritte belaufen sich laut Kreishaus auf rund 2,9 Millionen Euro, die zum Teil jetzt neu bereitgestellt werden beziehungsweise bereits im Haushalt veranschlagt sind.
◼︎ Noch keine Zustimmung für Grundstückserwerb
Aber nicht nur das Geld ist eine Hürde, es gibt auch rechtliche Hindernisse. Denn für den Bau der Brücke braucht der Landkreis Grundstücke, die er noch nicht hat. Und hier wittert die Gemeinde Neu Darchau, die sich in einer Bürgerbefragung mit knapp 90 Prozent deutlich gegen die Bücke ausgesprochen hat, ihre Chance. In seiner gut besuchten jüngsten Sitzung beschloss der Bauausschuss mit Mehrheit, dass die Gemeinde über Kaufgesuche des Landkreises für den Ankauf von gemeindlichen Flächen erst dann erneut beraten werde, wenn der Planfeststellungsbeschlusses rechtskräftig festgestellt wurde.
◼︎ BI will Klage einreichen
Und genau diesen Beschluss will die Neu Darchauer Bürgerinitiative "Ja zur Fähre – Neun zur Brücke" (BI) verhindern. Man habe in dem Beschluss nach einer ersten grundsätzlichen fachanwaltlichen Analyse "eine Fülle kleinerer und erheblicher Fehler identifizieren können", so Thomas Böhlen, Vorstandssprecher der BI. Man bereite deshalb nun gemeinsam mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Klage gegen das umstrittene Bauwerk vor.
Die BI steht damit nicht allein. Auch der Bauausschuss der Gemeinde Neu Darchau hat in seiner Sitzung eine Empfehlung für eine grundsätzliche Klage sowie eine Klage aufgrund
eines gravierenden Verstoßes gegen den zwischen den betroffenen Gemeinden und dem Landkreis Lüneburg vereinbarten Brückenvertrag beschlossen. Man "begrüßt diese eindeutigen Beschlüsse in der noch frühen Phase der rechtlichen Auseinandersetzung", teilte die BI mit.
◼︎ Dazu auch auf LGheute:
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