Betriebe fordern mehr Berücksichtigung der Wirtschaft in der Verkehrspolitik
Lüneburg, 07.08.2026 - Wenn es nach den Interessen der Lüneburger Fahrradlobby ginge, wäre die Stadt wohl schon längst mit Fahrradstraßen übersät. Stressfreies Radeln wäre so garantiert, der lästige Autoverkehr zudem deutlich eingeschränkt, so die Zweirad-Enthusiasten. Dass Kaufkraft dadurch verloren geht könnte, wird dabei entweder ignoriert oder billigend in Kauf genommen. Doch eine vornehmlich auf die Interessen von Radfahrern ausgerichtete Verkehrspolitik kann darüber hinaus noch ganz andere Folgen haben, wie ein Handwerker aus Lüneburg deutlich macht.
Stefan Lohr ist Geschäftsführer der Lohr Sanitär- und Heizungstechnik GmbH in Lüneburg. Er macht deutlich, wie wichtig eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur und ausreichende Parkmöglichkeiten für Handwerksbetriebe sind. Denn Servicefahrzeuge müssen Kunden und Baustellen zuverlässig erreichen und häufig direkt vor Ort parken können. Werden Parkplätze reduziert oder Verkehrsführungen nicht praxisgerecht geplant, führe das zu Zeitverlusten, unnötigen Umwegen und erschwere den Arbeitsalltag erheblich. "Wir können unser Werkzeug nicht quer durch die Stadt tragen. Wir müssen beim Kunden parken können", betont Lohr.
Seine Sorgen und Forderungen an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung erläutert Stefan Lohr in einem Video der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Es ist bereits das dritte Video einer Reihe mit Stimmen aus der Praxis zur Kommunalwahl 2026. In ihnen wird deutlich, wie stark kommunale Entscheidungen den Alltag von Handwerksbetrieben beeinflussen.
Mit den Video-Statements will die Handwerkskammer die zentralen Forderungen ihres Positionspapiers zur Kommunalwahl 2026 veranschaulichen. Das Handwerk setzt sich darin für eine wirtschaftsfreundliche Verkehrspolitik ein. Gefordert werden unter anderem eine frühzeitige Einbeziehung der lokalen Wirtschaft in die Verkehrsplanung, die Sicherung der Erreichbarkeit von Kunden und Baustellen, ausreichend Stellplätze für Service- und Lieferfahrzeuge, ein abgestimmtes Baustellenmanagement sowie unbürokratische und digitale Lösungen für Handwerkerparkausweise.
"Handwerksbetriebe sind darauf angewiesen, ihre Kunden zuverlässig und pünktlich zu erreichen. Mobilität ist für das Handwerk keine Komfortfrage, sondern Voraussetzung für funktionierende Dienstleistungen. Kommunale Verkehrsplanung muss deshalb die Bedürfnisse des Wirtschaftsverkehrs stärker berücksichtigen", sagt Detlef Bade, Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade.
Die Videos können auf den Instagram- und Facebook-Kanälen der Handwerkskammer angeschaut werden. Außerdem ist es auf dem YouTube-Kanal sowie auf der Internetseite der Handwerkskammer abrufbar. Bis zur Kommunalwahl sollen noch weitere Videos folgen. Weitere Informationen sowie das Positionspapier zur Kommunalwahl 2026 gibt es auf www.hwk-bls.de/kommunalwahlen-2026.

