06.01.2015 - Dass Kardinal Woelki gestern Abend das Licht am Kölner Dom ausgeknipst hat, ist im Prinzip eine gute Sache, denn es gibt nicht wirklich einen hinreichenden Grund, eine Kirche des Nachts dauerhaft bestrahlen zu lassen - zumindest nicht mit künstlichem Licht. Dass dies aber sowohl von ihm als auch von den großen überregionalen Medien wie FAZ oder Spiegel als mannhaftes Zeichen des Widerstands gegen die Pegida-Bewegung hochgedeutet wird, offenbart vor allem eins: ihre Hilflosigkeit im Umgang mit Menschen, die in diesem Land auf die Straße gehen und ihren Unmut über die - aus ihrer Sicht nicht hinnehmbaren - Zustände in diesem Land äußern.

Und es zeigt, dass, sobald die von Politikern und eben diesen Medien vorgegebene bundeseinheitliche Meinungsplattform verlassen wird, Schluss ist mit der Toleranz Andersdenkender. Die Angst, dumpfen Rechtsextremisten auf den Leim zu gehen, ist offenbar so groß, dass gleichsam reflexartig reagiert wird: Pauschal wurden auch gestern wieder alle 18.000, die sich in Dresden der Montagsdemonstration angeschlossen hatten, als Islamfeinde bezeichnet (FAZ). Wer so schreibt, darf sich nicht wundern, dass immer mehr Menschen nicht mehr hören, sehen und lesen wollen, was über sie und dieses Land berichtet wird. Und wer so schreibt, schürt womöglich das Feuer, statt es zu löschen.