Foto: LGheute18.08.2015 - Es gibt sie noch, die Mutigen, die sich nicht schrecken lassen von den ewig Ängstlichen, die aus lauter Schiss vor vermeintlich falschem Denken dieses ihren Mitmenschen am besten gleich ganz verbieten würden. Und weil moralisches Spießbürgertum so gestrig klingt, haben sie für sich lieber den Begriff der "political correctness" gewählt. Zu den Mutigen gehört der Stuttgarter Verlag Thienemann-Esslinger, der, wie die FAZ schreibt, auch in seiner neu erscheinenden Jubiläumsausgabe von Michael Endes "Jim Knopf" weiterhin das Wort "Neger" benutzen wird. Hut ab!

Allerdings fügt der Verlag – man weiß ja nie und überhaupt – seiner Entscheidung noch eine Erklärung hinzu: Man habe sich nur deshalb für die Beibehaltung des Begriffs entschieden, weil "Neger" nur in einer Szene vorkomme und diese vor allem dazu diene, den Fotografen Herrn Ärmel als Besserwisser darzustellen.

Nun, da schwingt dann doch noch eine gewisse Portion Unbehagen bei der eigenen Entscheidung mit, immerhin könnte ein aufgebrachter Moralin-Mob den Verlag mit einem gigantischen Shitstorm überrollen, um ihn zur Umkehr in die ach so heile Welt der vollkommenen Denk-Konformität zu bewegen. So beißt der Verlag dann doch lieber in den sauren Apfel, bevor er sich von den massenhaft emporschießenden, selbsternannten Blockwarten an den Pranger stellen lässt. Dennoch: Die Entscheidung verdient Respekt.

Nebenbei: Wer sich selbst Denkverbote auferlegt, ist schon dort angelangt, wovon er vorgibt, warnen zu wollen.