11.02.2018 - Kennen Sie Malcolm Schauf? Nie gehört? Nicht schlimm, das geht wohl vielen so. Doch den Namen sollte man sich merken. Der Professor für Unternehmensführung ist neugewählter Präsident des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte (BDVB) und hat sich jüngst mit harscher Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Wort gemeldet. "Merkel macht nichts, oder sie tut Dinge, die Deutschland schaden", sagt Schauf in einem Interview mit der Online-Ausgabe der "Wirtschaftswoche". Doch das ist nicht die einzige Attacke gegen die Kanzlerin.

"Die negativen Auswirkungen der Politik Merkels spüren wir jetzt noch nicht. Aber wir werden sie in einigen Jahren schmerzlich spüren", sagt Schauf. Vor allem gegen die abrupt beschlossene Energiewende, die Europapolitik und die Grenzöffnung für unkontrollierte Immigration richtet sich die Kritik des BDVB-Präsidenten.

Merkel habe den "ökonomischen Sachverstand eines Grundschülers", behauptet Schauf mit Blick auf die Merkelsche Energiewende. Der Kanzlerin scheine nicht klar gewesen zu sein, welchen volkswirtschaftlichen Schaden sie damit verursacht habe. "Leider sind regierende Politiker für ihre Taten nicht in persönliche Haftung zu nehmen. Ein Geschäftsführer einer GmbH müsste nach solchen Fehlentscheidungen vermutlich ins Gefängnis."

In der Europapolitik sieht Schauf, der an der privaten FOM Hochschule in Düsseldorf Betriebswirtschaft lehrt und nebenbei Unternehmensberater ist, die Kanzlerin direkten Weges auf die Transferunion zusteuern, wie sie von Frankreichs Staaatspräsident Emmanuel Macron verfolgt werde. "Ich fürchte, den meisten Deutschen ist überhaupt nicht klar, was das bedeutet. Nämlich die finanzielle Entmachtung der Nationalstaaten in der EU." Dass Frankreich dieses Ziel verfolge, liege daran, weil dessen Schulden weiter stiegen. Frankreich werde daher demnächst "sehr viel Geld" brauchen. "Viele Geschäftsleute und Ökonomen, die ich im Ausland spreche, sehen Deutschland als dummes Schaf. Kein Mensch kann verstehen, warum die Deutschen dieser europäischen Vergemeinschaftung der Schulden zustimmen", behauptet Schauf. "Für Deutschland wird das sehr teuer."

Kein gutes Haar lässt Schauf auch an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin. Die Grenzöffnung im Herbst 2015 sei ein großer Fehler gewesen. Nicht Fachkräfte, sondern überwiegend schwer integrierbare Geringqualifizierte seien gekommen. Weitere 200.000 Zuwanderer jährlich seien "gesellschaftlich nicht integrierbar". In zehn Jahren seien dies zwei Millionen Menschen "– ohne Nachzug". Deutschland habe es ja nicht einmal geschafft, einen Großteil der Asylsuchenden aus den 1980er- und 90er-Jahren zu integrieren. "Merkel überfordert mit ihrer Flüchtlingspolitik Deutschland." Als Folge dieser Politik vermutet Schauf, dass die Zahl der Hochqualifizierten, die Deutschland verlassen wollen, weiter steigen werde. "Wenn wir die Eliten verlieren, sieht es für Deutschland nicht gut aus."