Foto: LGheute27.07.2019 - Medien leben von Pressemitteilungen. So erfährt man, was entweder meist schon längst bekannt, nur noch nicht von dieser Partei oder Institution verkündet wurde, oder wo ein kritischer Blick auf die Fakten lohnt. So bei der heute herausgegebenen Pressemitteilung der Lüneburger Linken zu den aktuellen Zahlen zur Armutsgefährdung. Darin heißt es wörtlich: "DIE LINKE Lüneburg kritisiert auch die Armutsquote in Niedersachsen. Die niedersächsische Regierung darf sich aufgrund dieser alarmierenden Zahlen nicht auf das gerühmte Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt ausruhen." Von grammatikalischen Schwächen einmal abgesehen fällt diese Nachricht vor allem dadurch auf, dass sie unfreiwillig auf eigene Probleme hinweist. Und die zeigen gen Osten.

Wie aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht, waren im vergangenen Jahr 15,9 Prozent der Bevölkerung von Niedersachsen von Armut bedroht. Nun sind 15,9 Prozent nicht viel, beim Blick auf eine mögliche Armutsgefährdung indes schon. Interessant aber ist wie immer der Vergleich. Und der zeigt, dass Niedersachsen mit Rang 8 der insgesamt 16 Bundesländer ziemlich genau in der Mitte liegt.

Das ist nicht grandios, doch es gibt Bundesländer, die es schlechter getroffen haben. Etwa Thüringen mit 16,4 Prozent auf Platz 10 oder Berlin mit 18,2 Prozent auf Platz 13 oder Mecklenburg-Vorpommermn mit 20,9 Prozent auf dem vorletzten 15. Platz.  Alle drei übrigens Bundesländer, in denen die Linken entweder mal regiert haben oder noch regieren.

Ob Inge Hanemann, sozialpolitische Sprecherin Lüneburger Linken, sich diese Zahlen ebenfalls angeschaut hat, wissen wir nicht. Zumindest hat sie sich dadurch nicht von ihrer trotzigen Forderung abbringen lassen: "Arm trotz Arbeit darf es in unserer heutigen Gesellschaft einfach nicht geben!" Ob dieser Appell auch in Thüringen vernommen wird? Dort stellen die Linken ja bekanntlich den Ministerpräsidenten.

Nebenbei: Das Bundesland mit der niedrigsten Armutsgefährdungsquote ist Bayern mit 11,7 Prozent.

Und noch eins zur Definition von Armut: In Deutschland wird sie stets als relative Armut verstanden. Danach ist man arm, wenn das eigene Einkommen deutlich unter dem mittleren Einkommen des Landes liegt. Das Einkommen der Deutschen könnte also wachsen, wie es will, es wird nach dieser Definition immer Armut geben. Dies aufzulösen, wäre also nur möglich, wenn es keine Einkommenunterschiede mehr gibt. Nun ahnt man, warum die Linken so vernarrt in dieses Thema sind.