12.09.2019 - Die Rettung kommt übers Meer. Keine Geringere als Greta Thunberg war es, die sich dieser glückverheißenden Botschaft bewusst engelsgleich auf dem Bug der Segelyacht "Malizia II" stehend vor wenigen Tagen in New York anlanden ließ. Doch anders als die gutgläubigen Indianer zu Kolumbus' Zeiten nahmen die wohlstands- und energieverliebten US-Amerikaner von der vermeintlichen Heilsbringung der autistischen Schwedin so gut wie keine Notiz. Die evangelische Kirche will es nun anders machen. Mit einem Flüchtlingsschiff.

"Dass Menschen sterben, ist etwas, was nie jemand hinnehmen kann – erst recht nicht Menschen, die sich dem christlichen Glauben verpflichtet fühlen", zitiert FAZ-online den EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm in ihrem Beitrag "Evangelische Kirche will sich an weiterem Flüchtlingsschiff beteiligen".

Und Bedford-Strohm hieße nicht Heinrich, wenn er es nicht ernst meinte. So soll ein Schiff gekauft und umgebaut werden, um Flüchtlinge im MIttelmeer an Bord zu nehmen. Und weil es Kritik an der Idee gab, wird eigens dafür ein Verein gegründet – in der Auslegung des Wortes war die Kirche schon immer gut.

Doch das Bild, das im Kopfe eines jeden Lesers nach der missglückten Greta'schen Ankunft in New York unweigerlich entsteht, kann ja nur eines sein: ein mit dem Kreuz in der erhobenen Hand am Bug seines Flüchtlingsschiffes – kein anderer Name als "Arche Heinrich" wäre akzeptabel – den Schiffbrüchigen entgegeneilender EKD-Vorsitzender. Sturmgepeitscht und gegen alle Widerstände. Ähnlich den Kreuzrittern, die sich vor achthundert Jahren mit gleichem Eifer auf den Weg machten.

Bleibt nur die Frage: Was wohl die moslemischen Schiffbrüchigen sagen, wenn sie das Kreuz erblicken?