Foto: LGheute02.11.2019 - Ärgerlich, wirklich ärgerlich. Musste dieser Beitrag wirklich sein? Das werden sich die Programmverantwortlichen im Ersten zu recht fragen lassen müssen. Ihr Wirtschaftsmagazin Plusminus hatte kürzlich dargelegt, dass neue Dieselfahrzeuge bei weitem nicht den Dreck produzieren, den Umweltschützer und angeschlossene Verbände und Parteien hinten herausströmen sehen. Mit bekannten Folgen: Die Autoindustrie geriet ins Wanken, Städte verhängten Fahrverbote, Dieselfahrzeuge verloren massiv an Wert. Und nun? Ein Ende der Weltuntergangsstimmung? Wohl nicht, wie ein Blick in die jüngste Vergangenheit zeigt.

Vogelgrippe, Schweinegrippe, Aids, multiresistente Keime, Atomkraft, Waldsterben, Ozonloch, Glyphosat, Gentechnik, Nato-Doppelbeschluss, Mikrowellen, Nanoteilchen, Plastikabrieb, Gammelfleisch, Handystrahlung – es war Dieter Nuhr, der wieder einmal in unübertroffener Weise in seiner jüngsten Sendung "Nuhr im Ersten" (hier noch für kurze Zeit in der ARD-Mediathek nachzuschauen) aufzeigte, woran Deutschland krankt: an der Wahnvorstellung vieler, die Welt werde morgen untergehen.

Dass bis heute nichts dergleichen geschehen ist, hält offenbar niemanden davon ab, ein solches Szenario bei passender Gelegenheit erneut zu strapazieren. Zuletzt tat sich da Greta Thunberg besonders hervor. Dass die schwedische Schulschwänzerin sich nun aber sorgen muss, wie sie zum Klimagipfel nach Madrid kommen soll, nachdem sie gerade erst mühsam per Segelboot den Atlantik überquert hat, dürfte vermutlich die nächste Hysteriewelle auslösen.

Dabei würde etwas mehr Gelassenheit sicher niemandem schaden. Auch den Schülern nicht. Sie könnten es beispielsweise mal mit einer Wiederbelebung des inzwischen bildungsbefreiten Freitag versuchen und in die Klassenzimmer zurückkehren. Frei nach dem Motto: Future for Fridays. Das würde sogar ihnen selbst zugute kommen.

Ach ja, das sagten übrigens die Messingenieure von Plusminus: "Die getesteten Diesel-Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 6d-TEMP filtern in fast allen Fällen sogar Feinstaub aus der angesaugten Umgebungsluft. Die Feinstaubwerte aus dem Auspuff waren gerade bei hochbelasteter Luft deutlich niedriger als in der angesaugten Stadtluft."