Corona, Klima und kein Ende

Foto: LGheute17.03.2021 - Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) war es, die gestern erklärte, Deutschland müsse noch viel mehr heruntergefahren werden. Dabei hatte sie nicht etwa einen neuen Corona-Lockdown im Blick, der diesem Land vermutlich schon bald wieder ins Haus steht, sondern den von vielen ersehnten Klima-Lockdown. Nur Corona sei es zu verdanken, dass die selbstgesteckten Klimaziele doch noch mit Ach und Krach erreicht wurden, wie die "FAZ" berichtete. Im Herunterfahren ist Deutschland recht gut. Unklar ist nur: Was kommt dann?

Quasi von einem Tag auf den anderen änderte Andrea Merkel und mit ihr die schwarz-rote Bundesregierung den Kurs. Raus aus der Atomkraft, rein in die Erneuerbaren Energien, koste es, was es wolle. Wenige Wochen nach Fukushima war es für die Bundeskanzlerin leichtes Spiel, ihre Regierungstruppe und mit ihr die Gesellschaft auf ihren neuen Kurs zu bringen – wie immer tatkräftig unterstützt von den Verlautbarungsredaktionen dieses Landes.

Doch während Deutschland nach wie vor auf eine erneuerbare Erlösung hofft, setzen andere Länder ganz andere Prioritäten. Bei vielen von ihnen steht die Kernenergie nach wie vor hoch im Kurs, wie die FAZ deutlich macht.

Dass hier seitens der deutschen Politik umgehend eingegrätscht wird, versteht sich von selbst. Man habe sich seinerzeit bei der Einschätzung der Gefahren der Kernenergie geirrt, sagte CDU-Politiker Norbert Röttgen im Deutchlandfunk anlässlich des Reaktorunfalls von Fukushima vor zehn Jahren. Ein Unfall sei zwar denkbar gering, aber nun mal nicht auszuschließen.

In der Folge wurde nicht nur der Atomausstieg beschlossen, auch der Ausstieg aus der Kohle. In atemberaubendem Tempo verabschiedet sich Deutschland von seinen wichtigsten Energiequellen, ohne eigene neue erschlossen zu haben. Die Klagen vor allem der Grünen wegen fehlender Ausbaukapazitäten für die Windkraft sprechen Bände. 2035 will Deutschland ausgestiegen sein, doch einen Zeitplan für den Einstieg gibt es bis heute nicht.

Es ist daher nicht auszuschließen, dass 2035 ein bundesdeutscher Politiker erneut vor die Kameras treten und erklären wird, dass man sich bei den Chancen der erneuerbaren Energien leider geirrt habe. Deutschlands Platz unter den wirtschaftlich führenden Unternehmen dürfte dann für lange Zeit Geschichte sein.

Vielleicht aber gibt es ja bis dahin ein Ausstiegsszenario aus dem Corona-Lockdown.