Osterbach zwischen Reppenstedt und Kirchgellersen renaturiert

Lüneburg, 20.02.2014 - So sollte ein natürlicher Bachlauf aussehen: viele Kurven, Eigendynamik durch unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten, unterschiedliche Gewässerbreiten und -tiefen und eine Kiessohle für Fische und andere Wasserorganismen. Wer den Osterbach zwischen Reppenstedt und Kirchgellersen kennt, weiß jedoch, dass ein ganz anderes Bild den Bach bislang prägte: Bis 2013 war er im Abschnitt zwischen der L 216 und Böhmsholz ein stark begradigtes, monotones Gewässer. Seitdem sind verschiedene Maßnahmen aus dem seit 2009 bestehenden Entwicklungsplan für den Osterbach schrittweise umgesetzt worden.

Burkhard Jäkel und Michael Loch vom Fachdienst Umwelt des Landkreises Lüneburg stellten zusammen mit dem Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere und Obere Ilmenau jetzt dem Bürgermeister der Samtgemeinde Gellersen, Josef Röttgers, Hartmut Trichterborn vom  Wasserbeschaffungsverband Lüneburg Süd, einigen Flächeneigentümern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern diese Maßnahmen vor.

"Wir geben dem Osterbach mehr Raum und Strukturvielfalt. So kann er sich selbst seinen Weg suchen“, erläuterte Jäkel. "Zusätzlich lassen eingebrachte Steine und Kiesel in dem eingetieften und übersandeten Gewässer Laichbetten für die Fische und Lebensraum für Tiere wie den Bachflohkrebs und die Köcherfliege entstehen." Darüber hinaus wurden Böschungen abgeflacht, Rohrdurchlässe ausgetauscht und ein Sandfang gebaut. So wollen die Fachleute dafür sorgen, dass neuer Bewuchs den Bach in Zukunft beschattet, die Bachbewohner ungehindert aufwärts wandern können und weniger Sand und Dünger in den Bach gelangen.

Der Wasserbeschaffungsverband Lüneburg Süd hat für die Renaturierung des Osterbachs 58.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Initiative für die Renaturierung kam vom Landkreis Lüneburg und der Samtgemeinde Gellersen.

"Ganz besonders dankbar müssen wir den Flächeneigentümern sein“, betonte Michael Loch. "Ohne deren Zustimmung und Mitarbeit wäre diese Wiedererweckung zu einem strukturreichen und ökologisch wertvollen Bachabschnitt nicht möglich gewesen.“ Insgesamt haben die Flächeneigentümer rund 10.000 Quadratmeter aus der Nutzung genommen und dem Osterbach als Entwicklungsraum zur Verfügung gestellt.