AfD gedenkt "Lüneburger Heldenmädchen" und sieht Widersprüche in der Geschichtsbetrachtung 

"Den Lüneburger Helden der Befreiungskriege" lautet der Text auf der Schleife des Kranzes, den die AfD am Johanna-Stegen-Denkmal in Lüneburg niederlegten. Foto: AfDLüneburg, 11.04.2019 - Mit einer Kranzniederlegung am Denkmal von Johanna Stegen haben Mitglieder des AfD-Kreisverbands Lüchow-Dannenberg/Lüneburg am vergangenen Wochenende dem "Lüneburger Heldenmädchen der Befreiungskriege gegen Napoleon" gedacht. AfD-Mitglied Dr. Eberhard Korthaus nutzte die Gelegenheit, um mit einem Zitat aus dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" aus dem Jahr 1993 auf Widersprüche in der Geschichtsbetrachtung hinzuweisen.

Korte zitierte die Passage eines Artikels, der sich der Bewertung der Niederschlagung des Aufstands in der französischen Region Vendée widmete, wie folgt: "Die Auflehnung gegen jene, die Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit predigten, aber die eigene totale Macht meinten, war demnach 'Resistance'; die blutige Niederschlagung dieses Widerstands aber 'ethnische Säuberung', die erste der Moderne, Vorläufer des stalinistischen Kulaken und des nazistischen Judenmordes."

Robin Gaberle, Vorsitzender des AfD-Stadtverbands Lüneburg, zog Parallelen zur heutigen Zeit in Deutschland: "Die heutige Gedächtnispolitik der Bundesrepublik Deutschland entwirft planmäßig ein historisches Narrativ, das einzig und allein negativ besetzt ist. Wir, die AfD, stehen heute hier an diesem Heldengedenktag zu Ehren einer deutschen Heldin, um genau das Gegenteil zu machen. Wir sind für eine Gedächtnispolitik, die sowohl negativen als auch positiven Erinnerungen unserer deutschen Geschichte gedenkt."