Städtetag kritisiert Vorgaben aus Hannover zur Einhaltung der 3-G-Regeln 

In diesem Jahr soll es wieder einen Weihnachtsmarkt in Lüneburg geben. Noch ist aber unklar, wie die 3-G-Regeln eingehalten werden sollen. Foto: LGheuteLüneburg, 13.10.2021 - Nur noch wenige Wochen, dann locken wieder die Weihnachtsmärkte mit Grünkohl, Punsch und süßen Verführungen. Wie Kommunen und Aussteller in diesem Jahr dabei mit den Corona-Verordnungen umgehen sollen, darüber gibt es jetzt Streit zwischen der Landesregierung und Hannover und dem Niedersächsischen Städtetag.

Wollen Kommunen in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt anbieten, dann lässt das Land Niedersachsen ihnen dafür mit Blick auf die Corona-Pandemie drei Optionen, um die 3-G-Regel auf den Märkten zu gewährleisten: Der Weihnachtsmarkt muss eingezäunt werden, alle Besucher müssen über ein Bändchen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind oder die Standbetreiber selbst müssen die 3-G-Regel überprüfen.

Das aber stößt bei Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge auf Kritik. Als Städtetags-Präsident spricht er sich gegen diese Vorgaben aus: "Diese Weihnachtsmarkt-Regeln sind völlig unpraktikabel." Eine Einzäunung des Marktes mit Zugangskontrollen widerspreche dem Charakter der Weihnachtsmärkte. Die alternativ vorgeschlagene Bändchen-Ausgabe sei organisatorisch aufwendig, personal- und damit sehr kostenintensiv. "Wer kein Bändchen vorzeigen kann, bummelt zwar durch die Stadt, kann aber an den Weihnachtsbuden nichts verzehren", sagt Mädge. Diese Gäste werden dann in der üblichen, stationären Gastronomie bewirtet, die vergleichbare Buden im Außenbereich aufstellen und dort unter anderen Regeln Glühwein und Speisen anbieten kann. "Dieses Nebeneinander von widersprüchlichen Regeln führt in der Bevölkerung zu Unverständnis und schadet der Akzeptanz der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie."

Auch die Überwachung allein durch die Standbetreiber hält der Städtetag für ungeeignet. "Diese Kontrollmaßnahmen können wegen der damit verbundenen Wartezeiten zu großem Unmut bei den Besuchern und zu erheblichen Konflikten zwischen Besuchern und Standbetreibern führen", ist NST-Vize Frank Klingebiel, Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter, überzeugt. "Solche Regelungen sind schlicht nicht umsetzbar!"

Der Niedersächsische Städtetag kann nicht nachvollziehen, warum Niedersachsen nicht die NRW-Reglung für Weihnachtsmärkte übernimmt. Danach würden bei Veranstaltungen im Freien stichprobenartige Kontrollen zur Einhaltung der 3G-Regeln durch Ordnungsdienste und Polizei durchgeführt. "Diese praktikable Lösung halten wir für angemessen", so Mädge.