Sonderausstellung "Surrender 45" bis Jahresende verlängert
Lüneburg, 01.11.2025 - Auf ein so großes Interesse ist das Museum Lüneburg mit einer ihrer Ausstellungen wohl bislang noch nicht gestoßen: Seit der feierlichen Eröffnung am 3. Mai hatten bereits rund 12.500 Besucher die Gelegenheit, die Ausstellung "Surrender 45 – Lüneburg im Fokus der Weltöffentlichkeit" zu sehen. Wegen des großen Interesses wird die Ausstellung nun bis zum 30. Dezember verlängert.
Die Ausstellung, die die Teilkapitulation der Wehrmacht am 4. Mai 1945 auf dem Timeloberg bei Wendisch Evern und damit einen entscheidenden Schritt zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa tehmatisiert, ist ein echter Publikumsmagnet, der auch internationale Gäste aus Dänemark und England bereits angezogen hat. Mehr als 50 Führungen fanden bislang statt. Ein besonderer Höhepunkt war das spektakuläre Wiederauftauchen der Bronzetafel vom Timeloberg, die umgehend in die Präsentation integriert wurde und damit erstmals seit ihrem Diebstahl 1955 wieder öffentlich zu sehen ist.
◼︎ Imperial War Museum London großzügig
Wie das Museum berichtet, wurde die Verlängerung möglich, weil das Imperial War Museum London als wichtigster Bildgeber die Präsentation der historischen Fotos und Filme für den Verlängerungszeitraum kostenfrei gestattet hat. "Normalerweise sind die Nutzungsrechte für dieses hochwertige Material, das 1945 von britischen Soldaten der Army Film and Photographic Unit produziert wurde, mit hohen Kosten verbunden. Durch dieses großzügige Entgegenkommen besteht nun bis zum Jahresende die einmalige Gelegenheit, das Film- und Fotomaterial in diesem Umfang an einem Ort zu erleben", so das Museum. Szenografische Stationen ermöglichen es, den Weg zum Ende des Zweiten Weltkriegs, der in der Nähe Lüneburgs beschritten wurde, eindrücklich nachzuvollziehen.
◼︎ Führung durch Begleitausstellung
Im Rahmen der Sonderausstellung führt der Lüneburger Sammler Rüdiger Schulz am Sonntag, 2. November, durch die Begleitausstellung "Zeitgeschichte auf Briefmarken". Unter dem Titel "Lüneburg unter alliierter Besatzung 1945–1949" sind mehr als 70 historische Briefe und Postkarten zu sehen, frankiert mit den Briefmarken der Alliierten Militärpost (AM-Post), den Kontrollratsausgaben sowie den Marken der Bizone.
Die Belege erzählen von der unmittelbaren Nachkriegszeit in Lüneburg – von Kontrolle, Neuordnung und dem allmählichen Wiederaufbau des Postwesens – und machen anschaulich, wie sich politische und gesellschaftliche Veränderungen jener Jahre selbst auf kleinsten Papierflächen widerspiegeln.
◼︎ Einzigartige Zeitdokumente
Zu den Exponaten gehört eine Postkarte, die am 5. Dezember 1945 von Lüneburg nach England verschickt wurde. Der Lüneburger Walter Donath hatte den Krieg als Gefangener in England überlebt und sich per Postkarte bei seiner Ehefrau melden dürfen, die ihm mit dieser Karte antwortete. Sie schrieb: "Liebster Walter! Heute größter Freudentaumel. Deine Karte angekommen. Sehr gut, dass Du viel Englisch lernst, da für später sehr wichtig. Meine Gedanken sind immer bei Dir." Der Postverkehr wurde zwar erst wieder am 1. April 1946 aufgenommen, für Kriegsgefangenen-Post gab es aber eine Ausnahme.
Die Führung ist im Eintritt für das Museum inklusive, Eintritt unter 18 Jahren und für Leuphana-Studenten frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt für die rund einstündige Führung ist um 15 Uhr das Foyer im Museum.

