Die Heiligengeistschule hat ihren alten Eingang wieder

Über den neuen Eingang durch das alte Portal in die Heiligengeistschule freuen sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Hinten vor der Tür (v.l.) Oberbürtgermeister Ulrich Mädge, ALA-Vorsitzender Christian Burgdorff, Schulleiterin Barbara Geck und Sven Backhausen, Vorsitzender des Schulfördervereins. Foto: Stadt LüneburgLüneburg, 28.06.2018 - Der Haupteingang in die Heiligengeistschule führte mehr als 35 Jahre lang über den Schulhof – damit ist jetzt Schluss. Feierlich und begleitet von fröhlichen Liedern weihten Kinder und Erwachsene in der vergangenen Woche das alte Eingangsportal zur Schule wieder ein. Es führt direkt von der Heiligengeiststraße aus in das denkmalgeschützte Gebäude. Dank des Schriftzuges in goldenen Lettern an der Fassade mit sanierten Fenstern, ist das neue Portal ein ansprechender Blickfang.

"Die Schule wird ganz anders wahrgenommen", sagte Schulleiterin Barbara Geck bei der Veranstaltung. Die Öffnung "nach außen", in die Stadt, in die Welt, sehe sie auch als Symbol für das, "was bei uns an der Schule gelebt wird und Tradition hat". Auch aus Kindersicht mache das Tor eine Menge her, befanden die Schülervertreter mit einer Auswahl kurzer Statements zur Feier. So sehe die Schule jetzt aus "wie eine Burg, mit goldener Schrift". Oder: "Zu einer großen Schule gehört auch eine große Tür." In einem der Lieder zum Fest besangen die Kinder die Vorteile des neuen Portals und dass so tolle Sachen doch oft ganz leicht seien.

Das allerdings stellt sich aus Sicht der Hansestadt etwas anders dar, wie Oberbürgermeister Ulrich Mädge deutlich machte: "Alles, was wir hier machen, ist schwierig und teuer." Denn das denkmalgeschützte Gebäude stammt aus dem 13. Jahrhundert, war anfangs ein Hospital, später eine bedeutende Einrichtung für Alten- und Armenfürsorge unter der Leitung der Sülfmeister. Im 19. Jahrhundert diente es auch als Truppenunterkunft für französische Soldaten, bevor es seit 1816 als Schulgebäude dient. Die Spuren der Geschichte sind  bei allen baulichen Veränderungen zu berücksichtigen, es gab intensive Gespräche zwischen Denkmalpflege, Restaurator, der Gebäudewirtschaft der Stadt und der Schulleitung. Das neue Portal ist ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für die Schule, die im 2016 ihr 200-jähriges Jubiläum feierte und sich mit Blick darauf den Umbau gewünscht hatte.

Doch es war eben nicht nur eine Tür zu öffnen. Restauratoren und Handwerker haben das historische Portal angelehnt an das Original-Erscheinungsbild wieder hergestellt, einen schönen Messing-Türbeschlag extra angefertigt, Zuwegung und Treppe zum neuen Portal saniert. Ein neuer Schaukasten gibt Auskunft über das Angebot der Schule. Auch der Innenbereich war anzupassen mit frisch gestrichenem Windfang, neuen Decken, einer neuen Brandschutztür. Nicht zu vergessen die Fenstersanierung auf der Portalseite. Insgesamt lagen die Kosten im sechsstelligen Bereich.

6000 Euro hat der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt beigetragen. ALA-Vorsitzender Christian Burgdorff, dessen Tochter selbst früher die Heiligengeistschule besucht und wie jahrzehntelang üblich über den Schulhof betreten hatte, sagte: "Wir haben gerne geholfen, das mit anzuschieben, haben Spendengelder auf dem Christmarkt gesammelt, denn die Öffnung ist eine gute Tat." Das ehrwürdige Gebäude sei nun "viel, viel schöner geworden". Sven Backhausen, Vorsitzender des Fördervereins der Schule, wiederum freut sich darüber, dass mit dem Projekt "die Kooperation zwischen ALA und Schule wieder hergestellt ist". Selber Bewohner der Altstadt, lag es für Backhausen auf der Hand, "dass man hier etwas zusammen macht".