Rat bewilligt 50.000 Euro – Zuschüsse können abgerufen werden – Härtefallfonds ausgeschöpft

Corona hat die Scheinwerfer für Kleinkunst vorerst nahezu komplett verdunkeln lassen. Foto: LGheuteLüneburg, 04.10.2020 - Hilfe für Lüneburger Künstler, die durch die Corona-Krise in Notlage geraten sind – das beschloss der Rat einstimmig in seiner jüngsten Sitzung am 1. Oktober. Danach können freischaffende Künstler und Kreative einmalig 2.500 Euro als nicht nichtrückzahlbaren Zuschuss erhalten. Die Antragsfrist läuft ab Montag, 5. Oktober, bis einschließlich 30. November. Insgesamt beläuft sich das Budget der als "Neustartprämie" bezeichneten Hilfe vorerst auf 50.000 Euro.

Die Stadt hat sich zu dem Hilfeprogramm entschieden, da die von Bund und Land aufgelegten Förderprogramme so verfasst seien, dass viele Künstler nicht antragsberechtigt sind. 

Oberbürgermeister Ulrich Mädge machte in der Diskussion wie auch schon bei der Vorberatung im Kultur- und Partnerschaftsausschuss deutlich, dass der jetzt beschlossene Betrag bei Bedarf aufgestockt werden soll: "Wir werden wieder in den Rat kommen wegen einer Erhöhung, wenn das Geld nicht reichen sollte."

Die Modalitäten und Antragsformulare sind auf der städtischen Homepage eingestellt, zu finden unter www.hansestadtlueneburg.de/neustartpraemie. 

Die Neustartprämie ist Teil III des Härtefallfonds "Wir für Lüneburg". Ende April hatte der Rat dafür insgesamt zwei Millionen Euro städtische Haushaltsmittel bereitgestellt. Der Härtefallfonds I richtete sich speziell an Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten. Hierfür wurden insgesamt 440.000 Euro ausgezahlt, wie Stadtkämmerin Gabriele Lukoschek dem Rat in der jetzigen Sitzung berichtete. Zielgruppe für die zweite Förderrunde waren kleine und mittelständische Unternehmen bis zu 250 Mitarbeiter. Hier ging es speziell um Innovationsförderung. Die Prüfung der Anträge laufe zum Teil noch. Für diesen Teil des Fonds werden voraussichtlich 250.000 Euro fließen, sagte Lukoschek. Die Laufzeiten der beiden Förderrunden sind inzwischen beendet.

◼︎ Bereitgestellte Mittel aus Härtefallfonds bereits überschritten

Insgesamt belaufen sich die Mehraufwendungen der Hansestadt aufgrund der Pandemie aktuell auf mehr als zwei Millionen Euro. Auch das machte die Kämmerin in einem Kurzvortrag deutlich. So floss ein Großteil in den Hygieneschutz, zum einen bauliche Anpassungen von Kitas, Schulen und Verwaltungsgebäuden (600.000 Euro) sowie Verbrauchsmaterialien wie Desinfektionsmittel und Masken (300.000 Euro). Zuschüsse gab es beziehungsweise sind in Vorbereitung für die Lüneburg Marketing GmbH (200.000 Euro), die Museumsstiftung (200.000 Euro) und den Weihnachtsmarkt (50.000 Euro). Zusammen mit dem Härtefallfonds Teil I bis III seien laut Lukoschek nach derzeitiger Kalkulation die bereitgestellten Mittel von zwei Millionen Euro bereits überschritten.