Neubau für die Kant-Ausstellung am Ostpreußischen Landesmuseum nimmt erste Züge an

Schemenhaft ist im Hintergrund der Vorentwurf für den geplanten dreistöckigen Neubau für die Kant-Dauerausstellung zu sehen. Er soll die Baulücke an der Ritterstraße schließen. Grafik: Büro Gregor Sunder-PlassmannLüneburg, 13.10.2021 - Mit der künftigen Kant-Ausstellung im Ostpreußischen Landesmuseum wird Lüneburg ab 2024 zentraler Erinnerungsort für einen der größten Denker und Philosophen. Die Aufmerksamkeit nicht nur der Fachwelt dürfte der Hansestadt sicher sein. Inmitten Lüneburgs Zentrum soll bis dahin auch der Neubau für die neue Dauerausstellung stehen. Jetzt ist entschieden, wie das Gebäude aussehen soll.

Der Neubau wird die lange als Parkplatz genutzte Baulücke in der Ritterstraße direkt neben dem bestehenden Museumgebäude schließen. Aus einer europaweiten Ausschreibung ging jetzt das Architekturbüro Gregor Sunder-Plassmann als Sieger hervor, das bereits für den als Foyer genutzten Museumsanbau von 2015 verantwortlich zeichnete. Der dreistöckige Entwurf werde sich "klar und funktional" in die Lüneburger Altstadt einfügen, teilte das Ostpreußische Landesmuseum (OL) mit.

Auch die Ausstellungsgestaltung werde das Büro übernehmen, federführend ist Johanna Sunder-Plassmann. Als Tochter des Architekten garantiere sie eine "enge Abstimmung von Architektur und Ausstellung", so das OL. Sie gestaltete bereits das prämierte "Museum der Unschuld" in Istanbul und war zuletzt im Berliner Humboldt-Forum und im Nürnberger Spielzeugmuseum aktiv.

National und international ist Lüneburg aber schon jetzt als "Kantstadt" in Erscheinung getreten. Vom 30. September bis 2. Oktober fand – ausgerichtet vom Ostpreußischen Landesmuseum – die wissenschaftliche Tagung "Immanuel Kant und sein Wirkungsort Königsberg" mit Fachwissenschaftlern aus vielen Ländern in den Räumen des Museums Lüneburg statt. Den Höhepunkt bildete der Festakt im Fürstensaal des Rathauses. Den Festvortrag übernahm der Kantexperte Volker Gerhardt, der Kant gegenüber heutigen Kritikern als "Theoretiker des Weltbürgertums" exponierte, wie das OL im Nachgang mitteilte.

Der niedersächsische Minister für Kultur und Wissenschaft, Björn Thümler, hob hervor, dass Niedersachsen durch die Kant-Ausstellung und dessen "Kantforum" noch stärker zu einem Zentrum für Aufklärung werde. Der "modernen Universität Leuphana" stehe zukünftig in Lüneburg eine "weitere Begegnungsstätte für den gesellschaftlichen Diskurs zur Seite", so Thümler.

Mit den Einträgen in das Goldene Buch der Stadt durch den Minister, Vertreter des Ostpreußischen Landesmuseums sowie der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung bekannte sich die Stadt "sozusagen offiziell als Erinnerungsort für den wichtigsten Denker der Moderne", zog das OL nach der Tagung Bilanz.