Neues Konzept auch für den dortigen Tunnel
Lüneburg, 11.03.2026 - Die viele Jahrhunderte alte Lüneburger Stadtmauer zwischen Innenstadt und Liebesgrund muss saniert werden. Rund 800.000 Euro sollen dafür aus der Städtebauförderung für das "Westliche Wasserviertel" fließen, teilte die Stadtverwaltung mit, über den Eigenanteil der Stadt hielt sich das Rathaus bedeckt. Auch der dortige Tunnel, der zuletzt als beliebter Veranstaltungsraum geschätzt wird, ist Teil der Sanierung.
Maja Lucht, Fachbereichsleiterin der städtischen Gebäudewirtschaft, stellte den ersten Bauabschnitt im jüngsten Bau- und im Kulturausschuss der Stadt vor. Danach umfasst der erste Bauabschnitt die Seite zur Straße "Hinter der Bardowicker Mauer" zwischen der Burmeisterstraße und der Reitende-Diener-Straße. Dort ist bereits ein Arbeits- und Sicherungsgerüst aufgestellt. Im Februar ist auf der Mauerkrone bereits Grün teilweise zurückgeschnitten worden.
Bei der Sanierung der Mauer sollen unter anderem zerstörte Backsteine ausgetauscht und historische Mauerteile gesichert werden. Teil des ersten Bauabschnitts ist auch der Tunnel auf Höhe der Reitende-Diener-Straße. Der Tunneleingang ist ein Überbleibsel einer Brücke, die von 1910 bis in die 1940er-Jahre über den Liebesgrund ins Gärtnerviertel führte, ließ Lucht den Ausschuss wissen. Anschließend wurde er als Lagerraum genutzt.
◼︎ Tunnel bekommt eine Terrasse
Der Tunnel ist in den vergangenen zwei Jahren von der Stadt wieder zugänglich gemacht und mit der Konzertreihe "Tunnel-Töne" bespielt worden. "Die Nutzung hat sich bewährt, daher halten wir es für sinnvoll, diese besondere Fläche auch künftig für kleinere kulturelle Formate zugänglich zu machen", so Lucht. Im Zuge der ohnehin erforderlichen Sanierungsarbeiten an der Mauer soll der Tunnel daher so ertüchtigt werden, dass dort auch künftig kleinere Veranstaltungen stattfinden können. Allerdings soll es weiterhin weder Heizung noch Gastronomie vor Ort geben, um den Kostenrahmen für die Sanierung einhalten zu können.
In einem ersten Schritt werden voraussichtlich im April die Backsteinziegel im Inneren des Tunnels abgestrahlt. Damit künftig kleinere Veranstaltungen im Tunnel stattfinden können, wird es zusätzlich zu der Mauerwerkssanierung Anpassungen an der Elektro- und Sicherheitstechnik sowie eine Optimierung des Eingangsbereichs geben. Außerdem bekommt der Tunnel zwei Toiletten sowie zur Rückseite hin eine Falttür aus Glas, die den Blick in den Liebesgrund freigibt, aber auch verdunkelt werden kann, damit der Tunnelcharme erhalten bleibt.
Auf der Rückseite des Tunnels gibt es zudem eine Plattform auf einem ehemaligen Brückenkopf. Dieses Plateau soll durch die Sanierung zugänglich gemacht werden und künftig bei Veranstaltungen als kleine Terrasse zum Liebesgrund hin zur Verfügung stehen. Bis zu 80 Gäste soll der Tunnel bei Veranstaltungen dann aufnehmen können.
Die Sanierung finde in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege statt, so die Stadtverwaltung. Für den ersten Bauabschnitt an der alten Wallmauer rechnet die Hansestadt mit einer Bauzeit von rund einem Jahr.



