header

Können Sie's besser, Herr Pauly?

LGheute-Serie zu den Herausforderern von Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch

Michèl Pauly. Foto: privatLüneburg, 03.08.2026 - Seit fast fünf Jahren ist Claudia Kalisch im Amt. Politik und Amtsführung der Grünen Oberbürgermeisterin von Lüneburg sind den meisten hinlänglich bekannt, auch ihre nicht selten umstrittenen Ergebnisse. Am 13. September will sie wiedergewählt werden. Doch sie hat Herausforderer, sieben an der Zahl. Was aber haben die Lüneburger von ihnen zu erwarten? Und: Können sie es auch besser als die Amtsinhaberin? Das ist das Thema dieser fünfteiligen Serie, die heute mit Michèl Pauly von der "Volt"-Partei beginnt.

Sieben Kandidaten treten gegen Amtsinhaberin Claudia Kalisch an, die zwar Grüne ist, dies bei der Wahl aber lieber unerwähnt lassen möchte. In alphabetischer Reihenfolge sind dies: Mats Dedow (Die Partei), Heiko Meyer (parteilos), Michèl Pauly (Volt), Thorben Peters (Die Linke), Patrick Pietruck (CDU), Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Frank Soldan (FDP). In dieser Reihenfolge antworten sie auf die Frage "Können Sie's besser?". Einzige Vorgabe: nicht mehr als 300 Wörter.

Auf eine Anfrage bei Mats Dedow von der Partei "Die Partei" hat die Redaktion verzichtet, sie hat ihr Programm mit ihrem Wahlplakat "Fickt Euch doch alle!" hinreichend beschrieben. Angefragt wurde auch bei Heiko Meyer, der aber keinen Text zum Stichtag lieferte. 

◼︎ Hier nun die Antwort von Michèl Pauly

Warum wäre ich als Oberbürgermeister geeignet? Weil ich Lüneburg mit einer anderen Fehlerkultur verändern will: Lieber etwas dreimal probieren und am Ende etwas erreichen, als aus Angst, man könnte Fehler machen, in alten Prozessen verharren.

Beschäftigte der Stadt müssen Neues ausprobieren dürfen. Fehler sind kein persönliches Versagen, das anschließend möglichst unsichtbar gemacht wird. Sie müssen benannt, ausgewertet und korrigiert werden. Nur so entstehen bessere Abläufe. Wo Fehler tabu sind, werden bekannte, aber umständliche Verfahren lieber fortgeführt – und genau das bremst unsere Verwaltung heute.

Auf dieser Grundlage will ich alle Verwaltungsprozesse digitalisieren: Im Bürgeramt, die Anmeldung zum Schulessen, An- und Ummeldungen, Leistungsanträge und Bauanträge. Bürgerinnen und Bürger sollen Bearbeitungsstände nachvollziehen und Angaben nicht mehrfach einreichen müssen. Auch verwaltungsintern müssen Medienbrüche verschwinden und Abläufe mithilfe künstlicher Intelligenz verbessert werden. Dabei will ich möglichst europäisch entwickelte, transparent überprüfbare KIs einsetzen, die europäischen Standards entsprechen.

Lüneburg muss außerdem nicht jedes Problem neu erfinden. Bevor wir bei Straßenumbenennungen, Verkehrsführungen oder Gutachten beauftragen, sollten wir prüfen: Wo wurde diese Aufgabe in Europa bereits überzeugend gelöst? Was in Utrecht, Kopenhagen, Wien oder anderen Städten funktioniert, können wir übernehmen.

Schließlich muss jeder öffentliche Euro gleich wichtig sein – unabhängig davon, ob er im Kernhaushalt oder in einer städtischen Beteiligung steckt. Bei Gesellschaften wie der Kurmittel GmbH und innerhalb der Gesundheitsholding fehlt mir derzeit eine politische Gesamtsteuerung. Beteiligungen dürfen nicht auf „Autopilot“ laufen. Strategische Entscheidungen und Investitionen müssen politsch kontrolliert werden. Auch bei der Sparkasse sollten Ausschüttungen eines Teils der Gewinne geprüft werden, statt Überschüsse vollständig zu thesaurieren oder über Spenden auszuschütten.

Mein Anspruch ist eine Stadtverwaltung, die lernt, vergleicht, digitalisiert und jeden Euro verantwortet. Zur Wahrheit gehört aber auch: Vielen Hürden, vor denen die aktuelle Amtsinhaberin steht, bleiben – insbesondere andere politische Mehrheiten im Rat. Deshalb ist die Ratswahl so wichtig. Ein Oberbürgermeister muss sich am Ende an demokratischen Ratsmehrheiten orientieren – auch ich.

Seit dem 2. August gilt gemäß § 50 der KI-Verordnung der Europäischen Union eine Kennzeichnungspflicht für bestimmte KI-unterstützte Texte. Für seinen Text macht Michèl Pauly dazu folgende Angabe: "Wie fast immer in meiner Arbeit: Ich selbst lasse mir für diese Texte von KI helfen. Ich übernehme nichts ungeprüft, ändere auch immer alles, lasse mir aber von der KI zuarbeiten und mich inspirieren." 

 

 

Kommentare  
Liebe Kommentatoren,
ein allgemeiner Hinweis aus gegebenem Anlass: Ihre Einwürfe und Stellungnahmen sind stets willkommen, nicht aber, wenn sie in der Äußerung oder im Ton beleidigend oder ehrabschneidend sind. Kommentare sollten die Sache, nicht die Person treffen.
Auf LGheute werden Kommentare akzeptiert, auch wenn sie nicht unter Klarnamen veröffentlicht werden. Denn es gibt auch triftige Gründe, den wahren Namen nicht zu nennen, doch das sind eher die Ausnahmen. Hinzu kommt: Pseudonyme verführen nicht nur zur Gleichgültigkeit im Schreiben und Denken, die so verfassten Kommentare werden von den Lesern auch entsprechend wahrgenommen.
Wie auch immer, in jedem Fall gilt: Diskriminierende Kommentare, egal in welcher Richtung, werden hier nicht veröffentlicht.
Mit Gruß und Dank für künftige Berücksichtigung
Ihre LGheute-Redaktion
Hallo, Herr Bilgenroth,

leider reproduzieren Sie hier ein minderwertiges Sprechschema, das stark pauschalisierende Vorwürfe formuliert, ohne diese durch einen einzigen konkreten Mangel zu belegen.

Herr Pauly ist ein Ehrenmann und ein sehr erfahrener Kommunalpolitiker, der im Rat der Hansestadt viele Jahre nachgewiesen hat, dass er selbst (und überdies scharf und klar denkt) er hat in vielen schwierigen Fragen stets Rückgrat gezeigt, verfügt über Lebenserfahrung, gesunden Menschenverstand und theoretische (durch abgeschlossenes Fachstudium) sowohl wie praktische Kenntnisse in Wirtschaft und Gesellschaft.

Herr Pauly schleicht sich z. B. nicht unter die LG heute-Kommentatoren, behauptet, wie es auf Sie zutrifft, Herr Bilgenroth er finde „immer noch Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit entscheidend“ und verschweigt im selben Atemzug, dass er als Beisitzer dem Vorstand im AfD Kreisverband Lüneburg angehört und hier einfach nur Reklame für seine Partei machen möchte.

Zuletzt zu Ihrer boshaften Unterstellung: Herr Pauly hat seine beiden KI-Texte, den von oben und den vom 27. Juli ("Prüfen Sie gut und kritisch!") NICHT „generieren“, also vollständig erstellen oder gar „Stellung nehmen“ lassen. Er hat sich einen strukturierten Vorschlag machen lassen und diesen dann nach seinen Mitteilungszwecken umgearbeitet. Das ist ihm oben einigermaßen gelungen, am 27. Juli ist ein wirrer, viel zu langer und wichtige Aspekte ausblendender Phrasensalat herausgekommen.

Sie, Herr Bilgenroth, sollten sich, wenn Sie als Moral-Apostel für sich und Ihre Genossen werben, an die Fakten halten und nicht über digitale Werkzeuge schwadronieren, von denen Sie offenbar wenig verstehen.
Sehr geehrter Herr Stüwe,
ich finde es äußerst bedenklich, hier die Politiker mit KI generierten Texten Stellung nehmen zu lassen. Es ergeben sich zwar schöne Texte, aber was soll das helfen?
Wird der Politiker der beste Volksvertreter sein, der sich dank KI am eloquentesten ausdrückt?
Sicher nicht:
Wie wäre es mit Selbstdenken, Rückgrat, Lebenserfahrung, Kenntnissen in Wirtschaft und Gesellschaft und gesundem Menschenverstand. Ich finde auch immer noch Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit entscheidend.
Ich kann allen Wählern nur empfehlen, versuchen Sie mit den Kandidaten aller Parteien ins direkte Gespräch zu kommen, zumindest mit denen, die Sie zu wählen erwägen. Machen Sie sich ein echtes Bild. Und geben Sie nichts auf KI-generierte Schöntexte.
Auch ja, und bedenken Sie bitte, welche Parteien haben Deutschland dahin gebracht, wo es heute steht? Erwägen Sie bitte Alternativen!
Mit besten Grüßen
Dietrich Bilgenroth
Kommentar schreiben