Eltern sollen per Umfrage über Erhalt der Johannes-Rabeler-Schule entscheiden

Bekommt die Johannes-Rabeler-Schule als Förderschule doch noch eine Verlängerung? Eine Umfrage soll es klären. Foto: LGheuteLüneburg, 15.09.2018 - Soll die Johannes-Rabeler-Schule als Förderschule in Lüneburg vorerst erhalten bleiben? Darüber sollen jetzt Eltern von Schülern mit Förderbedarf in der Hansestadt abstimmen. Ende Oktober sollen sie einen Fragebogen erhalten, in dem die Eltern ankreuzen können, ob sie ihr Kind nach dem Besuch der Grundschule im Sinne der Inklusion an einer allgemeinbildenden Schule anmelden möchten oder ob sie die Beschulung ihres Kindes an einer Förderschule bevorzugen.

"Sollte es von den Eltern gewünscht sein, könnten wir dann ab dem Schuljahr 2019/2020 eine fünfte Klasse an der Johannes-Rabeler-Schule einrichten", erläutert Pia Steinrücke, Sozialdezernentin der Hansestadt Lüneburg, in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses am 14. September.

Diese Verlängerung sei allerdings begrenzt, sagte Steinrücke. Denn: "Die Frist auf Auslaufen der Förderschulen wurde zwar verlängert, endet aber dennoch im Jahr 2028." Das letzte Jahr, in dem eine fünfte Klasse an der Johannes-Rabeler-Schule starten könnte, wäre damit im Sommer 2022. Danach sieht die politische Vorgabe des Landes Niedersachsen vor, dass Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam in allgemeinbildenden Schulen im Sinne der Inklusion unterrichtet werden, um eine Separierung zu vermeiden.  

Ob es dann auch tatsächlich zum endgültigen Aus für die Förderschulen kommt, ist derzeit aber noch offen, wie politischen Kreisen immer wieder zu vernehmen ist. Schließlich wäre denkbar, dass die Landesregierung von ihren Plänen erneut Abstand nimmt und Förderschulen zumindest teilweise erhält, wenn der elterliche Wunsch und damit der politische Druck entsprechend groß ist. 

Den Fragenborgen erhalten per Post alle Eltern von Kindern mit dem ausgewiesenen Förderbedarf Lernen, die derzeit die dritte oder vierte Klasse besuchen. Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig und unverbindlich. "Wir hoffen aber, dass viele Eltern mitmachen", sagt Steinrücke. "Denn so können die Eltern eine wichtige schulpolitische Entscheidung in der Hansestadt Lüneburg mitgestalten."

Bereits im November sollen die Ergebnisse der Befragung vorliegen, im Dezember werden sie im Schulausschuss vorgestellt. Sollten sich nach Angabe der Eltern ausreichend Schüler finden, die eine Förderschule besuchen möchten, wird die Stadt anschließend bei der Landesschulbehörde einen Antrag auf Einrichten der Förderschule an der Johannes-Rabeler-Schule stellen. Sollte das Interesse nicht ausreichend groß sein, wird die Förderschule wie geplant zum Jahr 2022 auslaufen.