Lüneburger Filiale von Schließungswelle nicht betroffen

Lüneburg, 21.06.2020 - Bis zuletzt haben die Mitarbeiter der Lüneburger Karstadt-Filiale gebangt, ob auch sie von der bundesweiten Schließungswelle des Konzerns betroffen sind. Erst am Freitagnachmittag stand fest: Karstadt bleibt Lüneburg erhalten. Zumindest vorerst. Denn welche Überlebenschancen die Warenhauskette auf Dauer hat, ist weiterhin offen. Die Gewerkschaft verdi sieht neben dem Management auch die Politik in der Pflicht.

"Die Fehler sind hausgemacht, und die Corona Krise war letztlich nur der Brandbeschleuniger“, kritisiert verdi-Landesfachbereichsleiterin Sabine Gatz. Management um Management habe sich die Klinke in die Hand gegeben. Das durch die ver.di-Bundestarifkommission und die Betriebsräte geforderte Zukunftskonzept für den Verbleib der restlichen Warenhäuser liege immer noch nicht vor. "Und schon wieder zahlen die alleinerziehende Verkäuferin und der Familienvater mit ihren geringen Einkommen für die Fehler des Managements", klagt die Gewerkschafterin.

Gatz nimmt auch die Politik in die Verantwortung. "Es muss jetzt schnell und unbürokratisch ein Konzept erarbeitet werden, wie es an den verbleibenden Standorten weitergehen soll", fordert sie und betont dabei ausdrücklich, dass dies zusammen mit den Beschäftigten geschehen müsse und nicht über deren Köpfe hinweg. "Jede Chance der Weiterbeschäftigung beziehungsweise Unterbringung in einer der verbliebenen Filialen sollte genutzt werden."