LGheute im Gespräch mit Bernd Bundt, der als Einzelkandidat bei der Wahl zum Rat der Samtgemeinde Gellersen antritt

Bernd Bundt strebt wieder einen Sitz im Samtgemeinderat von Gellersen an. Foto: BundtReppenstedt, 08.08.2021 - Wenn am 12. September die Zusammensetzungen der künftigen Stadt- und Gemeindeparlamente im Landkreis gewählt werden, stehen wie gewohnt die bekannten Parteien und deren Vertreter auf den Wahlzetteln. Doch es gibt auch Kandidaten, die ohne Partei antreten. Einer von ihnen ist Bernd Bundt aus Reppenstedt. Er kandidiert für den Rat der Samtgemeinde Gellersen. Warum er antritt, hat der 53-jährige Friseurmeister im Gespräch mit LGheute erläutert.

Herr Bundt, Sie wollen für den Samtgemeinderat Gellersen als Einzelkämpfer antreten. Wofür stehen Sie?

Bundt: erstmal stehe ich dafür, mich nochmals ehrenamtlich für die Wähler anzubieten, um offen und konsequent immer den Finger in die politische Wunde zu legen. Sollte ich gewählt werden, geht es weniger um mich, sondern darum, Sprachrohr der Wähler zu sein.

Was decken Sie ab, das die anderen Parteien nicht bereits ausfüllen?

In meiner Ratsmitgliedschaft habe ich immer die Steuerverschwendung bei aktuell rund 12 Millionen Euro Schulden angesprochen und Ausgaben, die nicht sein müssen, abgelehnt. Dabei wurde auch mal die ökologische Nachhaltigkeit außer Acht gelassen, etwa mit der Flächenversiegelung bei der Sanierung des Rathausvorplatzes in Reppenstedt. Oder mit der Anschaffung neuer Tablets für 25 Ratsmitglieder für rund 20.000 Euro. Fünf Ratsmitglieder lehnten die Anschaffung ab, auch ich. Denn ich selber nutze ein gebrauchtes Tablet, um den Einsatz von Rohstoffen zu schonen. Die Grünen haben beiden Projekten übrigens zugestimmt.
Auch will ich, dass Förderprogramme vorab genauer geprüft werden, damit Bürger, die eigene Immobilien besitzen, nicht wieder Probleme wie 2016 mit dem Sanierungsgebiet Reppenstedt bekommen. Für mich war das eine Zwangsenteignung und übrigens der Grund, in die Politik zu gehen, da wir damals selbst Eigentum erwarben.
Ich unterstütze die Gründung der Bau-, Grundstücksverwaltungs- und Entwicklungsgesellschaft der Samtgemeinde Gellersen. Damit soll bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, so, wie wir es mit Lüwobau in Reppenstedt bereits getan haben, nur dann selbst als Samtgemeinde.
Und ich beobachte natürlich die Projekte von Coca-Cola und werde, sobald es die Samtgemeinde Gellersen betrifft, auch da konsequent immer wieder nachhaken.

Als Einzelkämpfer haben Sie keinen Fraktionsstatus, in Ausschüssen kein Stimmrecht. Wie wollen Sie Ihre Politik umsetzen?

Ich werde sehen, ob Gruppenbildung möglich ist. Dann hätte ich natürlich mehr Möglichkeiten. Sollte es nicht so kommen, dann bleibe ich so oder so meinem politischen Stil treu und werde immer und immer wieder die entsprechenden Themen ansprechen, damit sie nicht vergessen werden oder unter den Tisch fallen. Ich werde sie nerven.

Sie waren bis 2017 Mitglied der AfD und sind 2016 über die Partei auch in den Samtgemeinderat gekommen. Warum sind Sie aus der AfD ausgetreten?

Der Austritt liegt nun vier Jahre zurück und die Mitgliedschaft war bei sehr überschaubaren neun Monaten – nicht wirklich relevant aufgrund der kurzen Zeit, und es spielt daher für mich keine Rolle mehr. Ich schaue nach vorn, um die aktuellen Probleme anzugehen.

Welche Chancen rechnen Sie sich für den 12. September aus?

Ich gehe motiviert in den Wahlkampf und werde mich den Bürgern auf der Straße vorstellen. Wir leben nun seit sieben Jahren hier, ich bin gut vernetzt und bringe Ratserfahrung mit. Welche Chancen ich habe, kann ich schwer sagen, aber ich nutze sie. 

 

Aktualisierung am 11.08.2021, 21:10: Der Wohnort von Bernd Bundt ist nicht Reppenstedt, sondern Kirchgellersen.