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Gut gemacht!

11.08.2026 - Es kommt nicht allzu oft vor, dass man Politikern zurufen möchte: "Gut gemacht!" Im Fall der Entscheidung des Landkreises Lüneburg, die Elbfähre "Amt Neuhaus" trotz Niedrigwasser wenigstens für Schüler wieder übersetzen zu lassen, ist ein solches Lob angebracht. Denn ihnen werden damit zermürbende Überlandfahrten mit dem Bus erspart, die zu noch fast nachtschlafender Zeit angetreten werden müssen, um rechtzeitig im Unterricht zu erscheinen, nur weil sie auf der anderen Seite der Elbe leben. Dass diese Lösung gefunden wurde, ist anzuerkennen. Gänzlich uneigennützig wird sie dennoch nicht getroffen worden sein.

Wenn die Bewohner der Gemeinde Amt Neuhaus am 13. September zur Wahlurne gehen, werden sich viele genau überlegen, wo sie ihr Kreuz machen. Zur Wahl steht nicht der unbeliebteste  Bundeskanzler aller Zeiten – er wird vom Parlament und nicht von den Bürgern gewählt –, zur Wahl stehen die Kommunalpolitiker vor Ort. Und da werden sich die rechtselbischen Landkreisbewohner schon fragen, wer sich für ihre Belange und Nöte bislang am stärksten eingesetzt hat – wenn überhaupt.

Diese Frage werden sich aber auch andere stellen: die bei der Wahl antretenden Kandidaten und Parteien. Und sie dürften dabei sehr schnell auf das seit mittlerweile Jahrzehnten ungelöste Problem stoßen: die neue Brücke über die Elbe, die für die Rechtselbischen mehr ist als nur ein gefühliges Wiedervereinigungssymbol. Für sie ist die Brücke die sichere und verlässliche Anbindung an den Landkreis, dem sie angehören, nicht mehr und nicht weniger.  

Dass sich die Grünen und mit ihnen inzwischen die gesamte Rot-Grüne Landesregierung in Hannover gegen den Brückenbau aussprechen, verwundert nicht. Sie scheinen die Wähler im ehemaligen Osten nicht nur als verloren längst aufgeben zu haben, ihnen sind Biber und Otter schon immer wichtiger gewesen als gut ausgebildete junge Menschen, die das Land dringend braucht – anders ist das kaum noch nachvollziehbare Festhalten an einem hinlänglich als untauglich erwiesenen Fährkonzept kaum erklärbar, noch dazu von einer Partei, die nicht müde wird, den Klimawandel als realexistierend anzuprangern. 

Die Gunst dieser (schlechten) Stunde hat nun immerhin der noch amtierende Bürgermeister in Amt Neuhaus Andreas Gehrke (CDU) für sich genutzt. Sein Einsatz, die Fähre wenigstens für die Schüler aus seiner Gemeinde wieder einzusetzen, ist zu begrüßen, folgt aber einem klaren Kalkül: Nur mit wirkungsvollen Aktionen sind die deutlich mit AfD-Blau hinterlegten Wählerstimmungen im Osten wieder zurückzugewinnen – wenn überhaupt. 

Gehrkes Einsatz zur Lösung eines Problems, für das er nicht verantwortlich ist, verdient daher Anerkennung. Er zeigt aber auch, dass Politik in der Lage ist, pragmatische Lösungen zu finden. Schade nur, dass dies nur bei Kommunalwahlen geht.

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Fähre fährt doch, aber nur für Schüler"

 

 

 

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