03.04.2018 - Klar, alles was auch nur irgendwie nach Vaterland oder Heimat riecht, stößt den Linken schon vom Prinzip her übel auf. Als internationale Schönwetterpolitiker sonnen sie sich viel lieber im Licht All-umfassender Freude, da stören Gedanken, Gefühle oder Momente von Identität mit dem, woher Menschen kommen, was sie bestimmt und wo sie sich zugehörig fühlen, gewaltig. Dass die Lüneburger Linken sich aber nun ausgerechnet die Lüneburger Theodor-Körner-Kaserne als neuen Brennpunkt ihrer politischen Versuchung ausgesucht haben, ist als Ausdruck eines offenkundig begrenzten geschichtlichen Horizonts erklärbar. Dass sie aber gleichzeitig den Kampf der Kurden für Freiheit und Autonomie ihres eigenen Volks unterstützen, macht dann doch sehr nachdenklich. 

Wie die Linken diesen Widerspruch erklären, bleibt vermutlich ihr Geheimnis. Denn die Sehnsucht nach Freiheit von äußeren Zwängen und der Wunsch nach Selbstbestimmung – elemantare Triebfeder für das Schaffen des Dichters Theodor Körner in seinem Kampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft –, ist offenbar auch den Linken nicht ganz fremd, wie deren Demonstration für Afrin und die Freiheit der Kurden vor wenigen Tagen in Lüneburg belegen sollte. Übel nur, dies auch den Deutschen zubilligen zu müssen.

Aber zum Glück gibt es ja noch eine Kaserne, die letzte in Lüneburg, die von den Linken noch unter Beschuss genommen werden kann. Zu dumm nur, dass ausgerechnet sie so gar keinen Anlass für eine Umbenennung bietet. Wären sie doch ein paar Jahre früher wach geworden, mögen sie nun klagen, mit Scharnhorst oder Schlieffen hätten sie vermutlich leichteres Spiel gehabt. Aber woher soll man das wissen?

Dass die Linken überdies ihre Ablehnung von Theodor Körner damit begründen, dass auch die Nazis sich auf ihn berufen haben, offenbart nur deren Schlichtheit. Denn die Nazis haben sich auch auf Goethe und Schiller berufen. Aber vielleicht sollen ja auch die nach ihnen benannten Straßen und Schulen umbenannt werden. Zuzutrauen wäre es den Linken durchaus.

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Falscher Name für die Theodor-Körner-Kaserne?"