27.04.2022 - Dass Stadt und Landkreis Lüneburg jetzt gemeinsam darüber nachdenken, welche Mobilitäts-Angebote sie ihren Bürgern machen wollen, ist zu begrüßen. Denn weniger die Frage, wie man in Lüneburg vom Kreideberg zum Markt kommt, ist das Problem, sondern wie Bleckeder, Dahlenburger, Amelinghausener und Embsener mobil bleiben, wenn sie künftig aufs verbrennungsgetriebene Auto verzichten sollen. Ohne ein flächenübergreifendes Konzept wird es nicht gehen. Nur: Warum kommt diese Einsicht erst jetzt? Und wie schnell ist mit Ergebnissen zu rechnen?

Lange schon ist in Kreis- und Rathaus bekannt, dass die Verkehrsströme in der Region den Anforderungen der Zukunft nicht mehr gerecht werden. Doch noch immer erfahren Autofahrer täglich aufs Neue, wo es überall hapert, wenn sie auf andere Verkehrsmittel umsteigen wollen, um nicht morgens und abends zur Rush Hour im Stau zu enden. Bis auf vollmundige Ankündigungen und Beschlüsse, das Problem angehen zu wollen, ist bislang aber so gut wie nichts passiert. Daran ändern auch gutgemeinte Fahrradstreifen in Lüneburgs Innenstadt nichts. 

Nun also soll es gemeinsam vorangehen. Immerhin. Ein Startschuss für die viel diskutierte Mobilitätswende aber ist das noch nicht. Denn wieder geht es zunächst nur darum, ein Konzept zu entwickeln, oder richtiger: entwickeln zu lassen. Die Gutachten, die dafür jetzt beauftragt werden sollen, werden nicht nur zehntausende Euro verschlingen, sie werfen auch die Frage auf, was denn bislang in den Amtsstuben in der Sache unternommen wurde.

Trotz des Aktionismus', den Böther und Kalisch nun an den Tag legen, bleibt eines aber offen: Bis wann soll die Mobilitätswende, "eine der drängendsten Fragen unserer Zeit", wie sie sagen, umgesetzt werden? So wirkt die jetzt getroffene Vereinbarung vor allem als eines: Zeitgewinn.

Ein Kommentar von Ulf Stüwe
zum Beitrag "Neue Pläne für die Mobilität"